Was wäre wenn…?

Letztens habe ich an meinen Ex gedacht und darüber nachgedacht wo ich jetzt nicht wäre, wenn er sich nicht aus dem Staub gemacht hätte! Was ich alles nicht erlebt hätte.

Meine Großmutter hat sich in ihrer Ehe immer für meinen Großvater aufgeopfert. Das war ihr einziger Lebensinhalt. Und ich habe sie dafür zuerst belächelt und später verachtet. Doch es war ihr Daseinszweck. Die geborene Märtyrerin. So wollte ich nie werden…

Wenn ich ehrlich bin, habe ich ihr aber vieles nachgemacht in meinen Beziehungen. Was aber auch etwas mit meiner Persönlichkeit zu tun hat. Zum einen bin ich harmoniesüchtig und zum anderen offen für vieles.  Es gibt nicht vieles was ich von vornherein ausschließe. Und so schaue ich mir halt sehr vieles erstmal an. Was in Beziehungen den Vorteil hat, dass ich auch den Wünschen meines Partners weitgehend nachkommen kann.

Mein Letzt-Ex hatte eine Liste von Dingen die er unbedingt erledigen wollte. Was wir getan haben. Wenn ich jemand liebe, dann will ich Zeit mit ihm verbringen. Wenn er einen Ausflug zu einem bestimmten Ort machen will, dann ist das in Ordnung für mich. Kann man sich ja mal anschauen. Das tut mir nicht weh. Umgekehrt erwarte ich mir allerdings dasselbe Entgegenkommen – was mich von Omi theoretisch unterscheidet. Praktisch fordere ich es aber selten ein. Bevor ich streite, mache ich es im Zweifelsfall einfach alleine oder mit einer Freundin.

Und so tappe ich immer wieder in die anerzogene Falle. Bei meinem Letzt-Ex und auch bei den anderen davor, richtete ich mich nach den Terminen meines Gegenübers. Beim Letzt-Ex eigentlich an den Dienstplan seiner Ex. Davon hing die Kinderbetreuung ab und davon dann, wann er für mich Zeit hat. Meine Termine legte ich dann darum herum. Auf der einen Seite sehe ich das als Selbstverständlichkeit an, auf der anderen Seite hatte ich keinerlei Mitspracherecht was das Ganze zu einer sehr einseitigen Angelegenheit machte.

Wenn ich davon ausgehe, dass dies so geblieben wäre, hätte er sich nicht verpisst, dann würde ich das wahrscheinlich heute noch so machen und wäre gar nie auf die Idee gekommen mich einem Ehrenamt anzuschließen, wo ich Samstag oftmals verplant bin. Denn was wäre, wenn er gerade da Zeit gehabt hätte? Auf der anderen Seite wäre ich wahrscheinlich gar nicht bei dem Ereignis dabei gewesen, welches mich zum Ehrenamt geführt hätte. Wo ich mir gar nicht vorstellen will, wie die Situation damals ausgegangen wäre….

Fakt ist. Wenn ich verliebt bin/jemand liebe. Dann bin ich bereit vieles zu tun um mit dem Menschen Zeit zu verbringen. Was ich nicht als schlimm ansehe, sondern als selstverständlich. Doch leider nehmen die Beziehungen dann oftmals den Weg von Omi und Opi. Opi pickt sich die Rosinen raus und Omi macht was er will. Für mich ist das eine schwierige Gratwanderung. Ich will keine Spielchen spielen in einer Beziehung und so tun als ob ich keine Zeit hätte, nur um mich rar zu machen. Andererseits kam ich in der Vergangenheit immer an Männer die das nicht zu schätzen wussten und mich gleich mal als Selbstverständlichkeit ansahen.

Nicht, dass dies zurzeit Thema wäre. Aber hin und wieder denke ich einfach darüber nach wie ich dorthin gekommen bin, wo ich mittlerweile bin. Und mit ihm, wäre ich definitiv nicht dort! Danke dass du dich aus meinem Leben verabschiedet hast! Das war wirklich das Beste das du je für mich getan hast!

© Libellchen, 2019

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