Abnehmen

Eine Trennung und eine Erkrankung von jemand der mir nahe steht, hat mir 12 Kilo plus gebracht. Natürlich ist es ganz alleine meine Schuld dass ich mir die Kilos raufgefuttert habe. Ist halt meine Art. Emotionale Herausforderungen werden mit Nahrung beruhigt.

Und es hat mich schon länger gestört, also habe ich beschlossen die Naschereien wegzulassen. Was ich mehr oder weniger gut geschafft habe. Die Kilos wurden aber trotzdem nicht weniger.

Mir ist schon länger klar dass ich nur mit einer Ernährungsumstellung erfolgreich und dauerhaft abnehmen kann. Das Problem ist nur, ich kann nicht wirklich gut kochen. Und es interessiert mich auch nicht besonders. Dazu kommt die Macht der Gewohnheit. Es gibt Nahrungsmittel die schnell zubereitet und sehr kohlehydrathaltig sind. Wenn es schnell gehen muss, greife ich dann einfach nach denen.

Emotional geht es mir jetzt schon länger recht gut. Meine Laune ist stabil und Nervennahrung ist nicht notwendig. Aber ich hatte sie mir schon angewöhnt und sie schmeckte halt auch! Dann kam die Kur immer näher und ich beschloss das als Chance zu nutzen. Drei Wochen genügen theoretisch um Gewohnheiten zu ändern. Drei Wochen habe ich mich an 1.400 Kalorien mit viel Gemüse gehalten. Drei Wochen habe ich keine Schokolade genascht. Drei Wochen habe ich viel Bewegung im Freien gemacht. Minus 3,3 Kilo war der Lohn. Und dann kam ich zurück….Wobei da dann gleich auch noch 0,7 Kilos purzelten. Aber dann begann erst richtig der Alltag.

Ehrlich gesagt hatte ich davor Bammel. Ich wusste jetzt was zu tun war. Meine Gewohnheiten hatte ich abgelegt. Jetzt lag es nur mehr an mir den Weg weiterzugehen.

Und dann wollte meine Mutter und Aretha frühstücken gehen. Und ich dachte so bei mir. Na toll. Geht ja schon gut los! Normalerweise frühstückt niemand mit mir, jetzt gleich beide!

Beim ersten Frühstück wählte ich das mit den Vollkornweckerl und dem Joghurt. Beim zweiten die Eierspeise mit einem Eiweißweckerl. Bei der Eierspeise war zwar Speck dabei, aber eher weniger. Mit meiner Mutter ging ich dann auch noch zum Italiener. Und es wurde gegrillter Lachs mit gegrilltem Gemüse. Ich denke ihr seht was ich versucht habe. Ich wollte dem gelernten Treu bleiben. Dann kam ich retour ins Büro. Dort gehen wir in die Kantine essen. Auch dort habe ich keine Einfluss was angeboten wird. Aber was ich davon nehme!

Am ersten Tag wurden es die Gemüselaibchen. Am zweiten Tag eine kleinere Portion – also im Vergleich zu der Vergangenheit – Chili Con Carne mit nur einem Weckerl statt zwei. Am dritten Tag das Brathähnchen – mit Gemüse statt Reis – und die Mohnnudeln als Nachspeise habe ich ausgelassen. Zum Fisch am Freitag gab es zwar ein wenig Reis, aber dafür griff ich zum grünen Salat statt zum Kartoffel-Mayonaise-Salat. Überhaupt wird der Salatteller immer größer und die Kohlehydrat-Beilagen immer kleiner. Zum Frühstück gab es in der ersten Woche übrigens einen Apfel und einen schwarzen Kaffee. Und auch Abends war ich brav. Wenn ich auch den Schoko-Osterhasen von Mama mittlerweile – aufgeteilt auf mehrere Tage – vernascht habe.

Ich war auch einmal nach der Arbeit eine Runde beim Feld unterwegs und zweimal im Fitnessstudio. Und trotzdem hatte ich am Samstag Bammel vor der Waage. Was wenn es nicht gereicht hat?

Mit einem mulmigen Gefühl wagte ich es aber dann doch und konnte mich freuen. Ein paar Gramm gingen auch unter meiner alleinigen Aufsicht runter! Insgesamt kann ich mich mittlerweile über minus 5,3 Kilo freuen!

In den nächsten Wochen werde ich wahrscheinlich dabei stehen bleiben. Mein Trainer hat mir einen neuen Plan gemacht und das Ziel sind 2 Kilo Muskelmasse aufbauen – also seins, nicht unbedingt meins. Wenn ich also beim Essen weiterhin brav bin, dann wird sich kilomäßig in den nächsten Wochen – bis sich meine Muskulatur an das neue Programm gewöhnt hat – nicht viel tun. Auch gut zu wissen, dann schiebe ich nicht so viel Panik wenn sich bei der Waage nichts tut. Und Schokolade habe ich mittlerweile auch wenig zu Hause. Wenn ich beim Einkaufen weiterhin so brav den Naschgang meide, könnte das was werden. Achtsam muss ich aber noch ein Weilchen bleiben. Vielleicht kommt mal der Moment wo gesunde Sachen meine Gewohnheit sind, derzeit muss ich noch aufpassen was auf dem Teller landet.

© Libellchen, 2019

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