Behandlungen passiv

Diese Behandlungen waren toll. Da musste man nichts weiter machen als erscheinen!

Moor: Bei meiner ersten Moorbehandlung hatte ich noch Unterwäsche unter dem Bademantel an. Ich wollte nicht nackt ins Nachbargebäude gehen. Das gewöhnte ich mir aber rasch ab. Ins Moor geht man nun mal nackt. Obwohl wir nicht wirklich ins Moor gingen. Wir bekamen Moorpackungen dort hingepackt wo es schmerzte. Bei mir war das der Rücken – oben und unten. Also bekam ich zwei Packungen und wurde warm eingewickelt. Dann senkte sie irgendwie das Bett auf dem wir lagen und so war es als lägen wir in einem weichen, extrem warmen Bett. Natürlich liesen die Schnarchgeräusche nicht lange auf sich warten. 15 Minuten Powernap sollen ja sehr gesund sein. Ich lies in diesen 15 Minuten meine Gedanken schweifen und döste ein wenig vor mich hin.

Teilmassage: Leider nur 12 Minuten dafür sechs Mal in drei Wochen! Meine Masseurin war eine total Liebe und so plauderten wir jedes Mal miteinander während sie sich meiner Verspannungen annahm – die ich mir auch teilweise bei den aktiven Behandlungen geholt hatte! Sie überredete mich zu meinem einzigen verschieben einer Behandlung. Andere waren dauernd am verschieben, aber ich genoß die Pausen dazwischen auch sehr. Und wie mir meine Masseurin bestätigte dachten sie sich bei der Planerstellung auch etwas. Die Pausen waren sehr wohl gewollt. Und manche Behandlungen vertrugen sich unmittelbar hintereinander nun mal nicht. An einem Tag hatte ich aber vor neun Uhr drei Behandlungen und Frühstück gab es nur bis neun. Ich hätte also zwischen Teilmassage und Mikrowelle bzw. zwischen Mikrowelle und Heilgymnastik schnell frühstücken müssen. Da die Mikrowelle ganz in der Nähe meiner Masseurin war, schickte sie mich direkt dort vorbei und ich kam auch gleich dran. So konnte ich dann in Ruhe frühstücken!

Mikrowelle: Da ich Strombehandlungen nicht so gut vertrage bekam ich die Mikrowelle verordnet. Dabei liegt man angezogen auf einem Bett und es wird ein Magnetfeld erzeugt dort wo die Schmerzen sitzen. Ich lag also auf dem Bett und langsam wurde es warm im Rücken. Auch das waren wieder 15 Minuten zum Nichtstun, dösen und Gedanken schweifen lassen. Und Wärme war sowieso super!

Infrarot: Und weil ich auf Wärme stehe, bekam ich auch noch Infrarotbehandlungen. In meinem Fitnessstudio gehe ich ja sehr gerne ins Infrarot, dort ist es aber nicht so heiß eingestellt! Bei der Kur dauerte es keine zwei Minuten bis mir der Schweiß in Strömen hinunterlief. 15 bzw. 20 Minuten schwitze ich so bei 50 Grad vor mich hin. Gedanken gibt es da auch nicht mehr viele. Da hatte ich eher eine meditative Stimmung. Einatmen, ausatmen und auf die Schweißtropfen achten die von meiner Stirn bis zu meinen Zehen liefen.

Radon-Thermalwanne: Auch recht oft bekam ich 15 Minuten in der Wanne. Da war man alleine in einem Raum und ging Stufen hinunter zum Sitzplatz. Und der ganze Bereich war mit Radon-Wasser geflutet. Manchmal kam mir das Wasser total heiß vor, ein anderes Mal eher lauwarm. Und dann war ich 15 Minuten damit beschäftigt meinen Körper unter Wasser zu halten. Ich hatte in Radon immer extrem Auftrieb. Meistens lief der Radio und ich hörte Musik und Nachrichten. Und ich achtete auf die Uhrzeit. Der Ton mit dem das Ende angezeigt war, erschreckte mich sonst nämlich total. Meistens lag ich einfach nur da und dachte an gar nichts. Doch einmal machte mir der Wannen-Wart eine romantische Stimmung und drehte mir das Licht ab, so dass ich den künstlichen Sternenhimmel beobachten konnte.

Radon-Bad: Zweimal war ich auch mit anderem im großen Unterwasserbecken im Radon. Das war meistens Samstags wenn sie uns in Gruppen abfertigten. Da hatten wir dann zur Abwechslung Badesachen an und waren in Gesellschaft. Geredet wurde aber trotzdem nichts. Alle waren am genießen und am vor sich hin träumen. Und egal welche Radon-Behandlung ich auch bekam in den ersten zwei Wochen schlief ich danach immer ein. Es ist auch eine Ruhestunde danach vorgeschrieben und auch eingeplant. Und ich wollte immer lesen oder Musik hören und nach fünf Minuten war ich dann immer eingeschlafen. Auch wenn es 10 Uhr Vormittags war und ich erst seit drei Stunden auf war! Vor Radon stellte ich mir also gleich auch den Wecker für die nächste Behandlung bzw. fürs Mittagessen um nicht zu verschlafen.

© Libellchen, 2019

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