Mittelweg

Ich glaube im Mittelweg liegt das persönliche Glück versteckt. Alles was man zu exzessiv betreibt, macht einen auf Dauer unglücklich.

Sich nur kasteien führt genauso wenig zum Glück wie maßloses schlemmen. Nur Sport und keine Ruhe kann einen fertigmachen. Nur unter Leute gehen und keine Zeit für Selbstreflektion zu nehmen kann auf Dauer nicht gutgehen. Nur denken und den Körper nicht spüren, führt nur zu Gedankenkarusellen ohne Ausweg. Sich nur ablenken und nicht über seine Bedürfnisse nachdenken, kann einen nicht glücklich machen, wenn man nicht weiß was einen glücklich macht. Nur über sich selber nachdenken und sich nicht mit anderen austauschen, führt unweigerlich zur Bestätigung seiner eigenen Gedanken, macht aber nicht unbedingt glücklich. Nur wegwollen und das „ist“ nicht schätzen, ist wie die Karotte vor dem Maul des Esels. Enthaltsam leben macht genauso wenig glücklich wie oberflächlicher Sex mit jedem der einem über den Weg läuft.

Diese Auflistung könnte ich noch beliebig lang fortführen. Meine persönliche Erfahrung mit mittlerweile 41 Lebensjahren, das Glück liegt in der Mitte.

Mit Freunden unterwegs sein und danach zu Hause auf der Couch chillen. Im Job alles geben und am Wochenende alleine im Wald spazieren. Am Wochenende 12 Stunden schlafen und danach ins Fitnessstudio sich auspowern. Selbstreflektiert sein, aber auch Input vom Umfeld annehmen. Seinen Alltag genießen und Neues entdecken. Jeden Tag leben als wäre er der letzte, wozu auch gehört mal einen faulen Tag dazwischenzuschieben wo man doof Serien schaut.

Ich habe in meinem Leben schon viele Extreme gelebt und nie war ich glücklich. Zurzeit ist bei mir alles relativ ausgeglichen und ich fühle mich wirklich gut damit. Ich gönne mir alles, mit Maß und Ziel und nicht gleichzeitig. Ich habe Phasen da bin ich viel unterwegs, dafür gibt es dann aber auch wieder Pausen. Ich sitze nicht nur zu Hause und achte auf meinen Energiehaushalt, ich gehe auch mal an meine Grenzen. Doch wenn es zu viel wird, drehe ich wieder ein wenig zurück. Ich höre auf meinen Körper und achte auf meine Bedürfnisse.

Ich bin unter Leute und zu Hause. Schaue Serien und lese. Gehe ins Fitnessstudio und lasse mich massieren. Mache Ausflüge mit Freunden und haben Wochenenden alleine zu Hause. Ich arbeite fleißig und genieße meine Freizeit. Ich arbeite für Geld und ehrenamtlich.

Ich bin nicht mehr ständig unterwegs, aber auch nicht ständig zu Hause – beide Phasen habe ich hinter mir.

Ich hänge nicht ständig vorm PC oder leben nur mehr in meinen Büchern – auch schon beides hinter mir.

Ich liege nicht nur ständig auf der Couch oder bin nur ständig am sporteln – ersteres kenne ich persönlich, zweiteres nur von anderen.

Ich definiere mich nicht mehr über meine Arbeit oder lebe nur um anderen zu helfen – auch hier kenne ich nur ersteres persönlich.

Die Ausgewogenheit in meinem Leben, ist mein Schlüssel zum Glück. Focus nur auf eine Sache macht mich unglücklich. Wobei sich die Ausgewogenheit auch im Laufe der Zeit verändert hat. Wie sich auch mein Leben und mein Alltag verändert hat. Das ist auch gut so, so lange ich nicht irgendwo reinkippe ist bei mir alles gut!

© Libellchen, 2019

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