Nationalität

Der Begriff Nationalität wird für verschiedene Konzepte angewandt: Einerseits steht er im Deutschen für die rechtliche Zuordnung einer Person zu politisch definierten Nationen im Sinne der Staatsbürgerschaft. Andererseits kann die Nationalität auch die Zugehörigkeit zu einem ethnisch definierten Volk über den Begriff der Volkszugehörigkeit beschreiben. (Wikipedia)

Wird Nationalität im Zusammenhang mit der Staatsbürgerschaft verwendet, regt sich in mir nicht wirklich etwas. Jeder von uns wird irgendwo geboren und gehört daher auch einem Staat an. Manche Menschen haben mir ihrer Staatsbürgerschaft mehr Glück als andere, doch niemand kann etwas für die erste Staatsbürgerschaft des Lebens. Manche Menschen wechseln ihre Staatsbürgerschaft auch im Laufe ihres Lebens. Auch das stört mich nicht. Ich persönlich habe auch kein Problem mit Doppelstaatsbürgerschaften. Wieso soll man sich nicht in mehreren Staaten wohl fühlen. Im Inland ist das System des Nebenwohnsitzes ja auch anerkannt. Wieso also nicht auch staatenübergreifend? Natürlich kann es hier im Einzelfall zu Problemen kommen und nicht jede Doppelstaatsbürgerschaft ist in der Realität möglich, aber die Grundidee dahinter kann ich definitiv gut heissen.

Wenn Nationalität allerdings im Sinne von Volk gebraucht wird, bekomme ich hin und wieder Probleme. Vor allem wenn sich Leute durch ihre Nationalität über andere erheben wollen. Sich als etwas besseres fühlen. Was genau ist denn mit Volk gemeint?

Der Begriff Volk bezeichnet Gruppen von Menschen, die aufgrund bestimmter kultureller Gemeinsamkeiten und enger Beziehungen sowie zahlreicher Verwandtschaftsgruppen miteinander verbunden sind.

Ursprünglich bezeichnete das Wort „Volk“ schlicht eine Menschenmenge, also viele Leute, so wie im Englischen von a lot of people die Rede ist. (Wikipedia)

Wir leben in einer Welt, wo Menschen reisen. Kein Fleck auf dieser Welt ist unerforscht. Die Digitalisierung brachte die Menschen einander näher. Früher lagen zwischen einzelnen Völkern unbewohnte Gegenden. Man traf sich kaum und wenn dann weil man die selben Ressourcen nutzen wollte. Was oftmals zu Krieg zwischen den Völkern führte. Ein Volk half zusammen um das gemeinsame Überleben zu sichern.

Ich bin in einem demokratischen Staat groß geworden. Umgeben von einem Volk wo man nur mit Ellbogentechnik weiterkam – zumindest wurde mir das eingebleut. Ich wurde nicht erzogen um gemeinsam mit meinen Nachbarn zusammenzuhalten gegen andere Völker. Wir leben in geschlossenen Wohnungen und Häusern. Versperrt und mit Zaun. Wir sind kein Volk das zusammenhält. Allerdings leben wir in einem Rechtsstaat, was zumindest dazu führt dass Verbrechen zumindest hin und wieder nicht begangen werden, aus Angst vor Strafe. Aber nicht, weil wir ja ein Volk sind!

Wenn es gegen Fremde geht, dann wird aber oftmals die Nationalität beschworen und die Kultur der Fremden als schlecht dargestellt. Dann nehmen mich die Populisten in Geiselhaft. Dann werde ich eine von ihnen, da ich dieselbe Staatsbürgerschaft von Geburt an habe und daher zu ihrem Volk gehöre. Ob ich das will, fragt mich aber niemand…

Vor kurzem hörte ich dass Viktor Orban die Geburtenrate erhöhen will, damit das ungarische Volk nicht ausstirbt. Auf der Welt leben zur Zeit ca.

7.500.000.000 (7,5 Mrd.)

Menschen. Ich habe viele unterschiedlichen Quellen gefunden, aber alle hatten zumindest 7,5 Mrd gezählt….Viele Menschen verhungern da sie keine Zugang zu Lebensmitteln haben. Viele Fluchtbewegungen aus Hunger und Naturkatastrophen werden in den nächsten Jahren erwartet und dann stellt sich ein Staatsoberhaupt hin und will die Geburtenrate ankurbeln. Damit sein Volk nicht ausstirbt. Dabei sollten wir Menschen – global betrachtet – eher weniger Kinder in die Welt setzen….

Aber niemand betrachtet es global. Jeder Staat schaut nur auf sich selber. Lieber die „eigenen“ Frauen dazu bringen wieder zu Gebärmaschinen zu mutieren als Fremde ins Land zu lassen und zu integrieren. Lieber den Kopf in den Sand stecken, wieder nicht hören wollen dass die nächste Fluchtbewegung bevorsteht und einfach militärisch aufrüsten und Zäune bauen. Ist ein Ansatz. Allerdings nicht meiner!

Ich bin ein umsichtiger Mensch. Wenn ich heute höre dass ein Problem auf mich zukommt, versuche ich schon im Vorfeld das Problem abzuwenden. Typisch Mensch dürfte das nicht sein…..

Ich will nochmal auf das Volk zurück kommen. Wenn sich die Ungarn abschotten, könnte ich als Österreicherin ein Problem bekommen. Schließlich waren wir mal alle ein Volk! Vielleicht ist sogar ein wenig ungarisch in meinem Blut…. Tschechisch ist auf jeden Fall drinnen, mehr weiß ich nicht. Aber ich glaube irgendwann mache ich einen Gentest um es herauszufinden. Angeregt dazu hat mich DIESES Video.

Der Begriff Volk bezeichnet Gruppen von Menschen……sowie zahlreicher Verwandtschaftsgruppen miteinander verbunden sind.

Die Völker dieser Welt haben sich schon vor Jahrtausenden vermischt und tun es ständig weiter. Wie wichtig ist es also in Kategorien wie Völker oder Nationalität zu denken?

Meine Nationalität ist auf jeden Fall Mensch! Mein Volk ist die Menschheit. Schließlich leben wir alle auf diesem Planeten und nur gemeinsam können wir die Probleme der Menschheit lösen.

© Libellchen, 2019

 

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