Bedürfnisse

Rückblickend betrachtet habe ich mir immer viel zu viel gefallen lassen von meinen „Partnern“. Ich habe mich viel zu sehr nach ihren Bedürfnissen gerichtet und viel zu wenig nachhaltig meine eingefordert! Ich habe zwar mittlerweile gelernt meine Bedürfnisse zu kommunizieren und auch einzufordern doch, wenn ich nicht bekommen habe was ich brauchte, hielt ich trotzdem viel zu lange still.

Der Ex versteckte mich eineinhalb Jahre vor Freunden und Familie. Das war insofern leicht, da sie in einem anderen Bundesland, am anderen Ende von Österreich wohnten. Doch nicht nur, dass er mich nie mitnahm, wenn er nach Hause fuhr, er schickte mich sogar in meine Wohnung, wenn mal jemand nach Wien kam. Und ich habe es ihm durchgehen lassen obwohl es mir nach einer Zeit komisch vorkam.

Der süße Typ hat nicht nur einmal Treffen mit mir abgesagt, weil etwas Wichtigeres dazwischengekommen ist. Ja, wichtiger für ihn. Wichtiger als ich für ihn war. Ich sah es, es schmerzte und doch lies ich es mir jahrelang gefallen.

Der Letzt-Ex hat mir mal gesagt wie froh er sei, dass ich keine Kinder habe, denn noch ein Kind würde er nicht wollen. Irgendwie verletzte mich diese Aussage. Entweder liebe ich jemand oder nicht.  Hätte er mich nicht geliebt, wenn ich ein Kind gehabt hätte? Naja, rückblickend betrachtet waren seine Liebesbekundungen sowieso nicht echt. So wie er mich eiskalt lächelnd hat fallen lassen, hat er mich sowieso nicht geliebt. Zumindest nicht so wie ich Liebe verstehe. Er hat übrigens seit kurzem eine Neue. Mit Kind.

Und wieder bin ich der gemeinsame Nenner. Ich habe mir immer viel zu viel gefallen lassen. Aussagen die an meinem Selbstwert gekratzt haben, habe ich runtergeschluckt und im wahrsten Sinne des Wortes in mich hineingefressen. Ich hätte gehen sollen! Gleich! Ich wusste bei allen von Anfang an, dass sie mich nicht zu schätzen wissen. Meine Bedürfnisse haben sie einen Dreck interessiert und ich habe nicht für sie gekämpft!

Ich habe mich mit Almosen abspeisen lassen. Mit kleinen netten Gesten. Doch keiner von ihnen ist jemals zu mir gestanden.

Im heurigen Jahr stelle ich meine Bedürfnisse daher ganz bewusst in den Vordergrund. Und jeder der damit ein Problem hat, kann gerne gehen und sich jemand anderen suchen!

© Libellchen, 2019

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