Eine Kleinigkeit…

Der Mittwoch war heftig. Die Energie für die Woche hatte ich schon am Dienstag verbraucht und der Sturm hat mich in der Nacht nicht schlafen lassen. Dementsprechend fertig war ich am Mittwoch.

Im Büro angekommen wollte unser neuer Kollege gleich mal Stress machen. Wir klärten ihn aber erstmal auf dass er warten muss. Zuerst wollten wir nochmal in den Besprechungssaal schauen ob alles passt, die letzten paar Dinge mitnehmen und den Schlüssel zurückgeben. Das passte ihm zwar nicht, aber er fügte sich. Wir waren beide – Mrs. Wichtig und ich – der Meinung zuerst der anderen Dienststelle ihr Eigentum ordentlich zurück zu geben, bevor wir uns den internen Angelegenheiten zuwenden sollten.

Die Viertelstunde die er warten musste – er hätte uns ja auch helfen können, dann hätte er nicht warten müssen – hat er offenbar ohne nachhaltigen Schaden überstanden. Um 8 Uhr 15 legten wir dann los. Er eröffnete uns dass er uns vorlesen würde was er hat und wir sollten dann ergänzen. Blöderweise überflog er seinen Teil… Das klang dann in etwa so „X sagt da haben blablabla und natürlich müssen wir auch achten auf *Gemurmel* und in weiterer Folge blablabla hmhmhm, ja, und was habt ihr noch?“ Äh ja, was war das nochmal? Ich hab nix verstanden….

Irgendwann las er dann langsam und sprach deutlich. Dann lieferten wir unseren Input. Und wir hatten weit mehr als er und vor allem haben wir aufgenommen was wir GEHÖRT haben, er hat aber gleich geschrieben was er VERSTANDEN hat. Offenbar haben wir da unterschiedliche Zugänge was ein Besprechungsprotokoll ist….. Zweieinhalb Stunden hatte er uns am Hals. Da er selbst am Nachmittag fast nichts mehr mitgeschrieben hatte, fehlte ihm dort sehr viel. Auf unsere Ansage mitzuschreiben behagte ihm gar nicht, deshalb versuchte er uns dazuzu bringen den letzten Rest doch noch für ihn abzutippen – natürlich abgestimmt und vorgekaut. Da prallte er dann aber bei Mrs. Wichtig gegen die Mauer.

Ich muss sagen seit sie sich mit mir auf einer Seite fühlt profitiere ich von ihrem Widerstand. Ich kann mich in ihrem Windschatten ruhig zurücklehnen….

Im Großen und Ganzen stresste mich der Vormittag aber enorm. Die Art und Weise sagte mir nicht zu und ich fühlte mich auch in dem kalten, zugemüllten Büro nicht wohl. Ich freute mich somit zu Mittag schon sehr auf meinen Feierabend. Blöderweise dauerte es noch. Zuvor ging es noch zum Training und danach zu einer anderen Zahnärztin. Mit meiner „Alten“ bin ich nicht wirklich zufrieden….

Das Training baute mich wieder ein wenig auf, leider ging sich das Infrarot zeitlich nicht mit meinem Zahnarzttermin aus. Die Zahnärztin war dann cool, auch wenn sie mich gleich mal schockte. Ich erklärte ihr dass meine Zähne eine andauernde Baustelle seien. Irgendetwas ist ja immer….

Bevor sie noch in meinen Mund schaute erklärte sie mir mein Problem. Mein Unterkiefer ist viel zu weit hinten, was in meiner Jugend mit einer Zahnspange korrigiert werden hätte können, jetzt geht es nur mehr mit einer Unterkiefer-OP + drei Jahre Zahnspange. Ich bekam ein Lob weil ich meine Zähne offensichtlich sehr pflege, ohne Korrektur der Fehlstellung würde ich aber immer Probleme haben und früher oder später würde mir ein Zahn nach dem anderen ausfallen. Sie würde mir auch nicht empfehlen mehr als nur das Nötigste zu investieren, da jede Krone früher oder später sowieso wieder erneuert werden müsste, da ich bei der Fehlstellung nie meine Ruhe haben werde….

Jetzt mal abgesehen von den Kosten, echt jetzt eine Unterkiefer-OP? Das ist von angenehm so weit weg wie nur irgendmöglich….Ich fragte mal was das bedeuten würde. Drei Wochen Krankenstand mindestens, wobei eine Woche extrem unangenehm sei. Ich könne aber bei ihr ein Gespräch mit einem Kiefer-Chirurgen führen, wenn er mal im Haus ist. Da könnte sie mir einen Termin für ein kostenloses Gespräch vermitteln.

Die Zahnfleisschmerzen hofft sie mit einer Mundhygiene hinzubekommen – die ist eh überfällig – und ansonsten sei zur Zeit alles in Ordnung.

Ehrlich gesagt glaube ich nicht dass ich eine OP machen will – wer sagt mir denn, dass danach alles gut ist? Vielleicht habe ich danach die selben Probleme wie jetzt und eine schmerzhafte OP war völlig umsonst.

Vielleicht höre ich mir an was der Chirurg zu sagen hat, aber erstmal habe ich mir nur einen Termin für die Mundhygiene geben lassen. Die steht sowieso an und für die gute Beratung mache ich sie auch bei ihr. In 40 Jahren hat mir noch kein Zahnarzt etwas über die Fehlstellung meines Unterkiefers gesagt. Alle haben immer nur die vorstehenden Zähne im Oberkiefer angesprochen – die aber nur vorstehen, weil mein Unterkiefer viel zu weit hinten ist! Und alle Ärzte vor ihr haben immer nur die einzelnen Baustellen beackert, keiner hat sich mal die ganze Großbaustelle angesehen, bzw. mir etwas dazu gesagt!

Schau ma mal. Hätte sie nur eine Zahnspange empfohlen dann hätte ich wahrscheinlich zum Sparen angefangen, da ihrer Aussage nach die Zahnspange aber nichts bringt bei mir, weil man mit der nur ein paar Millimeter gutmachen kann und bei mir der Abstand über einem Zentimeter ausmacht, wäre das nur Geldverschwendung – hat mir so auch noch kein Arzt gesagt!

Ich werde halt mal darüber nachdenken…..

Ich muss sagen, ich war sehr froh als ich am Mittwoch in meiner warmen Wohnung angekommen war!

© Libellchen, 2018

3 Kommentare zu “Eine Kleinigkeit…

  1. Ich würde mir bei so etwas vielleicht noch eine zweite unabhängige Meinung einholen. Gibt es bei euch so etwas wie eine medizinische Beratungsstelle? Bei uns in Deutschland ist es häufig so, dass Fachärzte eigene Krankenhausbetten haben, für deren Belegung sie munter sorgen. Es gibt z. B. Ärzte von denen wird gesagt, dass keiner seiner Patient mehr die Mandeln hat. Völlig ohne Not. Deshalb bin ich bei Ärztewechsel und plötzlich notwendigen Operationen sehr misstrauisch.

    • Eine zweite oder dritte Meinung ist sowieso Pflicht. Die erste Entscheidung die ich jetzt erstmal treffen musste war ob ich mir überhaupt die erste Meinung einhole…Die Zahnärztin hat ja gleich mal auf einen Kieferchirurgen verwiesen – der wäre dann die erste Meinung für mich. Die Entscheidung habe ich auf jeden Fall mal getroffen. Ich werde mir auf jeden Fall anhören was er zum Thema sagt. Da er nur privat arbeitet, werde ich mich auf jeden Fall noch andere Meinungen einholen. Ob es eine Beratungsstelle gibt, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Gehört habe ich davon noch nichts. Kann ich mich ja im Bedarfsfall noch erkundigen. Aber eines nach dem Anderen. Jetzt habe ich mal Gesagtes sacken lassen und mal anderen Menschen mehr auf den Mund geschaut – und ja mein Unterkiefer ist nicht „normal“. Ich kann mir sehr gut vorstellen dass viele Probleme bei Zähnen – Fehlstellung, Schmerzen, etc. daher rühren.

      Ich bin aber ehrlich gesagt dzt. nicht davon überzeugt dass es nach einer OP besser wäre…. Mal schauen ob sich das noch ändert. Ist sicher ein Thema dass mich in den nächsten Monaten beschäftigen wird….

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