Probleme

Ich war mal wieder auf Fortbildung! Thema: kreatives Problemlösen. Angemeldet habe ich mich schon voriges Jahr und jetzt war es so weit.

Ich also hin und es mir gemütlich gemacht. Doch dann kam die Herausforderung. Die Vortragende meinte so „Ich hoffe ihr habt viele Probleme mitgebracht die wir uns anschauen können!“ Und ich saß da so und begann zu überlegen „Welche Probleme habe ich denn?“ Erstmal fiel mir nichts ein, war aber auch egal. Zuerst gab es eh Theorie.

Doch im Laufe des ersten Nachmittages war es dann wirklich so weit. Wir sollten uns über konkrete Probleme Gedanken machen. Doch das einzige was mir einfiel – was eigentlich nicht wirklich ein Problem ist – ist die Situation mit meinem Kollegen im Büro.

Der ist immer noch auf der Suche nach „Eiei“ und nervt alle mit seinem Mimimi. Letztens kam er so leidend ins Büro dass ich bei jedem anderen den Notarzt gerufen hätte. Ihn hat allerdings niemand gefragt was los ist….

Am nächsten Tag hat er dann aber eh Reste von der Fete eines seiner Mädels gebracht, da sie nach dem Workout noch gefeiert haben… Schätze der Notarzt war wirklich nicht notwendig!

Irgendwie „omit“ er….. Ein Insider-Begriff von meiner Mutter und mir. Immer wenn jemand sich für uns extrem unlogisch verhält, lügt wenn er den Mund aufmacht oder in die Märtyrerhaltung verfällt dann „omit“ die Person – sie verhält sich wie meine Großmutter. Und die sind irgendwie immer und überall!

Und eben auch bei mir im Büro. Jetzt ist das aber nicht wirklich ein Problem. Schließlich habe ich 16 Jahre mit Omi und Opi durchgehalten. Jetzt habe ich jemand im Büro der ein kleiner Nachwuchs-Märtyrer und ein Vollblutegoist ist. Omi und Opi in einer Person sozusagen. Nur bin ich von ihm weder abhängig, noch mit ihm verwandt. Er kann mir also egal sein und ich ignoriere ihn einfach weitgehend – ausser es steht etwas dienstliches an!

Da ich aber ein Problem brauchte, habe ich halt zwei Tage darüber nachgedacht was genau mein Problem ist und wie ich es lösen kann. Wobei den zweiten Teil bin ich noch nicht wirklich angegangen. Frei nach Einstein haben wir uns auf die genaue Definition des Problems gestürzt. Mein konkretes Problem ist eigentlich meine Höflichkeit. Wenn mich jemand „normal“ etwas fragt antworte ich normalerweise frei heraus. Bei ihm ist das aber immer nur der Einstieg zu seinem persönlichem Mimimi. Wenn er mich also fragt wie mein Wochenende war, dann nicht weil er es wirklich wissen will, sondern weil er einen Einstieg finden will um mir von seinem Wochenende zu erzählen. Das allerdings will ich mir nicht mehr anhören. Endet ja doch immer wieder in einem Ego-Problem oder einem Mimimi-Monolog.

Ich bin also, wenn er da ist, immer auf der Hut was ich antworte wenn er mich etwas fragt. Und das fühlt sich einfach unrund an. Mein Problem ist also dass ich nicht so gelassen sein kann, wie ich gerne wäre. Was aber ein endend wollendes Problem ist. Ich bin mir definitiv sicher dass ich länger auf meine Worte achten kann, als er die Stille aushält…. Irgendwann wird er sicher wieder was erzählen wollen und dann werde ich ihm – nochmal – sagen dass er mich mit seinen privaten Angelegenheiten in Ruhe lassen soll, wie ich es ihm schon vor Monaten gesagt habe. Schließlich hat er mir ja sehr klar gemacht „dass ihn mein Scheiß nicht interessiert“. Woraufhin ich ihn darauf aufmerksam gemacht habe „dass mich sein Scheiß auch nicht interessiert, ich ihm aber immer zugehört habe weil wir halt nun mal Kollegen sind. Wenn er es aber so haben will, dass ich ihn mit meinem Scheiß nicht mehr belästige, soll er mich doch bitte auch mit seinem Scheiß in Ruhe lassen!“

Ich glaube ja er hat sich da ein wenig verkalkuliert. Wie gesagt ich bin grundsätzlich sehr zugänglich. Ich bin aber kein emotionaler Mistkübel mehr für Menschen die es sowieso nicht zu schätzen wissen. Und sein Problem ist auch, ich habe mittlerweile diesbezüglich schon so viele Erfahrungen gemacht, dass ich mich auch kein zweites Mal mehr einwickeln lasse… Wenn er also – was ich glaube – darauf wartet dass ich mich wieder „beruhige“ kann er extrem lange warten! Wobei er ja davon ausgeht, dass er ein toller Coach und Leader ist. Er wird also glauben dass er mich bequatschen kann. Doch dafür ist er definitiv nicht gut genug!

Aber jetzt habe ich ja wieder ein paar Tools gelernt, die kann ich ja bei ihm ausprobieren…. Doch zuerst werde ich mein Unterbewusstsein noch ein wenig arbeiten lassen. Genug Input hätte es ja in dem Seminar bekommen! Und vielleicht löse ich so ja doch noch das Problem, was ja eigentlich nur ein Problemchen ist…

© Libellchen, 2018

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s