Alles zu Ende?

Der erste Gedanke am Sonntag in der Früh beim Aufwachen „Mal schauen ob ich überhaupt aufstehen kann!?“

Und es ging überraschend leicht! Die Matratzen dürften eine heilende Wirkung haben. Nach einer kurzen Morgenhygiene ging es auch schon wieder los. Zwei Stunden Morgenmeditation. Angestachelt von meinem vorabendlichen Erfolgserlebnis versuchte ich den Schmerz wieder auszuhalten.

Einmal schaffte ich es, zweimal scheiterte ich wieder kurz vor Schluss. Mein persönliches Mantra „Bimmel endlich diese verdammte Glocke“ hatte nur einmal zum Ziel geführt und das war eindeutig der Steinbock in mir. Ich würde es zumindest einmal schaffen und wenn es das letzte ist was ich tue!

An diesem Morgen gab er uns auch noch eine Weisheit mit auf den Weg „Sei wie der Fluss. Der sieht nicht nach hinten und schreitet stetig voran.“ Ich fügte dann noch geistig hinzu „und er überwindet jedes Hindernis und langfristig bezwingt er sogar Stein“.

Das Frühstück danach schmeckte ausgesprochen lecker! Noch viel leckerer als das am Tag zuvor – obwohl es dasselbe war….

Danach gingen wir mal wieder eine kleine Runde. Am Fluss entlang natürlich. Ich mag Wasser. Egal ob es steht oder fliesst. Wenn es steht will ich darin schwimmen, wenn es fliesst mag ich es beobachten. Die Stunde war voll okay. Ein wenig Bewegung, ein wenig Nieselregen und dann was? Sind wir dann fertig? Ich überlegt, bis zum Mittagessen war noch Zeit….

Als ich zurück kam lief mir meine Bad-Kollegin über den Weg. Ich lächelte sie an und sie fragte mich ob ich ihre Bad-Kollegin sei. Ich nickte, faltete meine Hände und verbeugte mich vor ihr. Sie lächelte und erwiderte nur „Ich verstehe! Viel Spaß noch!“

Was also taten wir als wir zurück war? Na, irgendeine Idee? Klar doch. Ein dreizehntes Mal zazen natürlich!!!! In dem Moment wollte ich ihm die Augen auskratzen. Mitmachen oder tot stellen? Natürlich machte ich mit. Und ich scheiterte wieder kurz vor Schluss. Und ich entschied, nochmal gebe ich mir das nicht. Nach der Runde gehen, holte ich mir deshalb einen zweiten Polster, damit würde ich höher sitzen und die nächste Runde verweigern. Natürlich gab es da dann keine Runde mehr! Es war der Abschluss angesagt.

Die Stille wurde beendet und es begann die Reflektionsrunde. Plötzlich hatten wir unsere Stimme wieder. Und es war total lustig wie unterschiedlich alle das Wochenende erlebt hatten. Und wie viele Schmerzen hatten dabei!!!! Ich hatte ja keine Ahnung. Meine liebenswürdige Nachbarin neben mir – sie hatte mich immer ganz mitleidig angesehen wenn ich mein schmerzendes Bein rieb – war übrigens aus Augsburg, Deutschland. Und auch mit Stimme so nett, wie ohne!

Was ich bei der Runde erfahren habe. Die zwei die uns da das Wochenende vorangetrieben hatten, haben ein Zendo im 15. Bezirk in Wien – gleich in der Nähe meiner Arbeit….

Was ich auch toll fand als unser Lehrmeister etwas zu den Schmerzen sagte. Er habe die Erfahrung gemacht dass oftmals die weiter machen, die die größten Probleme damit haben. Jemand der sich hinsetzt und das problemlos durchzieht kommt eher nicht wieder…. Und er wisse das auch von sich selber. Auch er habe mit enormen Schmerzen vor Jahren angefangen… Meine Nachbarin schaute mich bei diesen Worten unvermittelt an. Und auch der zweite Lehrmeister blickte mich bei den Worten an….Dabei hatte ich schon am Vortag beschlossen – zumindest im privaten – weiterzumachen. Sonst hätte ich mir ja auch nicht den Meditationspolster gekauft.

Im Moment kann ich noch nicht sagen wohin mich dieses Wochenende führen wird. Wohin mein Lebensfluss fließen wird. Ich bin aber sehr dankbar dieses Erlebnis gemacht zu haben. Ja es war anstrengend und schmerzvoll, es gibt einem aber auch wirklich irgendwie innerliche Ruhe….

Noch ist das alles schwer zu fassen, aber sie haben uns das auch so prophezeit. Solche Seminare hallen noch nach. Es kann sein dass sich da noch was ergibt im Inneren. Dass da noch Erkenntnisse kommen.

Den Abschluss machte dann ein „lautes“ Mittagessen. Wir waren wieder im Hotel, nur durften wir diesmal reden. Wir tauschten uns ein wenig aus – Dinge die man normalerweise am Anfang teilt – und gingen dann guter Dinge auseinander. Ich gönnte mir dann noch in Ruhe einen Kaffee und wollte dann aber auch wirklich nach Hause. Doch zuvor musste ich noch auschecken. Ich muss sagen das kundenfreundlichste an der GEA Akademie ist, dass man auschecken kann wann man will… Man muss nicht in der Früh gleich raus. Zwischen Frühstück und Wanderung Koffer packen und ins Auto oder eine Gepäckaufbewahrung stellen. Diejenigen die im Hotel wohnten mussten genau das tun. Ich checkte um 14 Uhr gemütlich aus, belud mein Auto und fuhr entspannt nach Hause. Übrigens schaffte es meine Periode pünktlich bei der Abreise zu beginnen. Die Gebärmutterkontraktionen hielten mich auf der Reise wach und die Blutungen setzten bei meiner Ankunft zu Hause ein. Normalerweise sind die nicht so pünktlich! Danke dass ihr so schön zugewartet habt!

Als ich zu Hause angekommen fühlte ich nur mehr Erschöpfung und Dankbarkeit! Für viele Dinge und auch für meine Weitsicht mir am Montag Gleitzeit genommen zu haben! So konnte ich diese Blogbeiträge am Montag, in Ruhe, auf meiner Couch bei grauem Wetter vor dem Fenster und Whitney Houston und Aretha Franklin im Ohr für uns aufschreiben. Für mich um das ganze Wochenende nochmal reflektieren zu können und für euch, weil ich diese Erfahrung wirklich im Detail mit euch teilen wollte!

Es war wirklich eine beeindruckende Erfahrung für mich. Vieles kann ich gerade noch gar nicht in Worte fassen, aber ich glaube das kommt noch….

Namaste

© Libellchen, 2018

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