Merkmal

Oft denke ich nicht mehr an ihn, meinen Letzt-Planer-Ex. Doch letztens kam mir eine Redewendung unter und ich hatte sofort wieder sein Gesicht vor Augen…

Gebrochene Versprechen, sind gesprochene Verbrechen!

Das trifft es sehr. Ich finde wirklich er hat diesbezüglich ein Verbrechen bei mir begangen. Er hat mir sooooo viele Dinge versprochen und kein einziges gehalten. Niemand hatte ihn dazu gezwungen, er hat es aus freien Stücken getan und mich damit nachhaltig verletzt. Einfach weil ich ihm geglaubt habe. Weil ich ihn geliebt und vertraut habe.

Und ganz schlimm für mich, das ist mir in einer Beziehung noch nie so passiert. Auch nicht in meiner Familie (Meine Großmutter hat zwar dauernd gelogen, mir aber auch nichts versprochen). Nur Freundinnen und er haben es geschafft. Bei „Freundinnen“ hatte ich es also schon abgespeichert. Nicht alles glauben was sie versprechen. In Beziehungen kenne ich es jetzt auch. „Dank“ ihm.

Und ich verstehe es noch immer nicht. Ich ticke da einfach anders. Ich verspreche nicht leichtfertig irgendwelche Dinge wo ich mir nicht auch sicher bin, sie einhalten zu können. Es ist einfach nicht mein Stil durchs Leben zu schreiten, Menschen mit Versprechen zu locken und mich dann einfach zu verpissen….

Das blöde ist. Er hat etwas in mir zerstört. Wenn ich heute mitbekomme, wie Menschen anderen Menschen etwas versprechen, denke ich immer „Jaja, und dann überlegst du es dir anderes und sie/er steht dann da mit den leeren Versprechungen“. Das gilt nicht für mein unmittelbares bekanntes Umfeld. Aber ich weiß nicht wie ich auf Versprechen von neuen Menschen reagieren werde. Sinnlose Lügen hasste ich schon bei meiner Großmutter und doch habe ich mir eine Beziehung mit einem Lügner geben müssen. Da versucht man das positive im Leben hoch zu halten und dann so was. Da verliert man ja den Glauben an die Menschheit.

Deshalb denke ich hin und wieder noch an ihn. Weil ich durch ihn den Menschen wieder weniger vertraue. Mich wieder mehr abgrenze von allen die nicht zum inneren Vertrauenskreis gehören. Keine Ahnung ob das gut oder schlecht ist für mich. Es ist aber defintiv mühsam. Es stört mein positives Juju.

Ich weiß aber auch nicht wie ich es hätte merken können. Er glaubte seine Lügen ja selber – hat sich auch selber belogen. Er wollte das ja wirklich alles und ich kannte ihn nicht lange genug damit ich hätte wissen können dass er ein Luftschlösser-bauender-Lahm-Arsch ist. Andererseits lege ich eh keinen größeren Wert darauf neue Menschen kennen zu lernen. Als geprügelter Hund leckt man lieber seine Wunden in Einsamkeit als sich den nächsten prügelnden Typen zu suchen – rein methaphorisch gesprochen!

Wenigstens habe ich nach ihm nur sechs Kilo zugenommen. Nach dem süßen Typen waren es noch zwanzig. Irgendwie bin ich es auch leid  immer den Kampf mit den Kilos aufzunehmen. Da bleibe ich lieber alleine, achte auf mich, erspare mir Tränen und Frustkilos und höre mir keine falschen Versprechungen mehr an. Ist auf Dauer wahrscheinlich angenehmer!

Um auch noch auf die Überschrift zu kommen. Für mich wird das immer das Merkmal sein wenn ich an ihn denke – Er war der mit den vielen leeren Versprechungen.

© Libellchen, 2018

2 Kommentare zu “Merkmal

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