Kuchenbestechung

„Wenn du nicht noch ein Stück isst, lade ich dich in Zukunft nicht mehr ein!!!“

Ich: Okay, passt.

Ich mag es nicht wirklich genötigt zu werden. Auch nicht wenn es um Kuchen geht. Und schon gar nicht kurz nach dem Mittagessen inklusive Nachspeise.

Ich bin schon eher eine Naschkatze. Aber halt nur wenn ich Gusto habe. Ich bin keine Rund-um-die-Uhr-Zucker-Raupe. Vor allem versuche ich gerade den Zuckerkonsum einzuschränken. Was halt niemand interessiert der extra einen Schokokuchen fürs Büro gekauft hat. Derjenige will halt nur dass sich alle freuen und sich auf den Kuchen stürzen. Erinnert mich jetzt schon sehr an meine Großmutter. Die hat auch alle scheiße behandelt und dann geglaubt mit kleinen Geschenke die Leute einwickeln zu können.

Also ich für meinen Teil mag Leute auch dann wenn sie mir keinen Kuchen schenken – nämlich dann wenn ich sie mag.

Und ich mag Menschen auch dann nicht mehr wenn sie mir Kuchen kaufen. Wenn ich sie nicht mag, mag ich sie nicht.

Und wenn mir jemand etwas aufzwingt, dann verliert der-/diejenige Symphatiepunkte. Vor allem wenn ich nein sage, dann meine ich wirklich nein!

Nein heisst nicht, ich bin zu schüchtern ein zweites Stück zu nehmen.

Nein heisst nicht, bitte frag mich noch fünfmal.

Nein heisst nicht, bitte versuche mit schlechtem Wetter zu erpressen.

Nein heisst nicht, bitte sag mir wie schnell und gut ich deinen Kuchen in meinem Magen verdaue.

Nein heisst nicht, mich erklären zu wollen warum ich kurz vor dem Training nicht Zucker in mich reinstopfen will.

Nein heisst nicht, dass du auf mich einredest wie brav die anderen sind weil sie auf dich hören.

Nein heisst einfach nur nein. Und das danke danach heisst, ich erkenne dein Geschenk an. Deshalb muss ich es aber trotzdem nicht annehmen!

Ich weiß, ich weiß. Das mag für viele unhöflich wirken. Ist mir aber egal. Ich schwitze ja nicht zweimal die Woche im Fitnessstudio, verbiete mir das naschen von Sachen die ich wirklich mag um höflichkeitshalber einen trocken Schokokuchen hinunterzuwürgen! Mein Leben. Mein Körper. Meine Entscheidung!

Leider befürchte ich dass die Abschlussdrohung (siehe Anfangssatz) eine leere Drohung bleiben wird. Nach dem Kuchen ist vor dem Kuchen. Dabei wäre ich sooooooo froh, wenn sie mich nicht mehr einladen würden….

© Libellchen, 2018

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