Religion vs Esoterik

Im Moment schlägt die Esoterik wieder hohe Wellen! Blöderweise haben die Leute die sich darüber aufregen nicht wirklich viel Ahnung….

Wenn jemand zum Beispiel Karma als Esoterik bezeichnet – was aus der buddhistischen Religionslehre kommt, welche immerhin eine der fünf Weltreligionen ist – dann wurde offenbar nicht mal ein Minimum an Recherche betrieben. Esoterik bedeutet nämlich geheimes Wissen. Mir war gar nicht klar dass eine Weltreligion geheim ist!

Offenbar ist der Islam böse, Christentum gut und alles andere ist reine Scharlantanerie bzw. fällt sogar unter Sekte. Letztens durfte ich einer Unterhaltung auf Facebook folgen, wo zwei sich darüber unterhalten haben, dass ein buddhistisches Meditationszentrum von einer Sekte betrieben wird….Jemand hatte das erzählt und es wurde einfach ohne Prüfung so weitergegeben. Klar, sonst gäbe es auch nicht so viele Gerüchte bzw. Fake News.

Ich denke den Beteiligten war schon klar dass der Buddhismus keine Sekte ist, aber es wurde einfach nicht überprüft. Und so werden Dinge schon immer aufgebauscht, ausgeschmückt und letztendlich kommt ganz was anderes raus als ursprünglich gemeint war. Was bei dem Gespräch noch gefehlt hat, eine schöne Empörung darüber dass es jetzt dort auch eine Sekte gibt….

Ich finde ja, jeder sollte glauben können woran er will, deswegen muss man noch lange nicht auf andere Menschen herab sehen! Und schon gar nicht wenn man selber an etwas glaubt was niemand beweisen kann oder persönlich erlebt hat! Ich glaube auch nicht das eine Religion Fanatismus schafft. Fanatismus hat nichts mit der Religion per se zu tun. Die Religion ist nur oftmals ein guter Grund. Eine Rechtfertigung. So geschehen bei den christlichen Kreuzzügen. Ein kleiner Aufruf von einem Papst und Menschenhorden ziehen aus in ein fremdes Land um Muslime zu vertreiben. Sicherheitshalber!

Nicht die Religion bringt andere Menschen um. Menschen bringen Menschen um. Jeder kann sich für etwas entscheiden. Glaubt er an Menschlichkeit? An die Wissenschaft? Nur an Dinge die er sieht? Oder wie ein Naturvolk von dem ich vor kurzem gelesen habe, nur daran was sie selbst erlebt haben? Oder glaubt man an Karma? An die Wiederaufstehen Christi? Oder was es da sonst noch so alles gibt. So lange niemand in meinen persönlichen Bereich eindringt kann er oder sie von mir aus glauben woran er oder sie will. Ich werde niemanden belächeln der zu Esoterik greift, der Heide ist oder Hinduist.

Persönlich finde ich ja den Glauben an etwas was man weder sehen noch beweisen kann, sehr grenzwertig. Andererseits habe ich schon sehr vieles erlebt in meinen 40 Jahren um zu wissen dass es mehr gibt als man beweisen kann. Meine ganz persönliche Meinung.

Wieso man, wenn man selber an etwas glaubt dass man weder sieht noch beweisen kann, den Glauben anderer belächeln muss, entzieht sich mir völlig. Gleiches Recht für alle, oder? Wenn man selbst an die Schlange im Paradies glaubt, braucht man sich nicht über 40 Jungfrauen im Paradies lustig machen, oder?  Und sollte man nur an die Wissenschaft glauben und das was bewiesen werden kann, dann muss man trotzdem noch lange nicht überheblich werden….

Ein wenig mehr Toleranz und Respekt unseren Mitmenschen gegenüber – egal welche Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion,…. – würde dieser Welt sehr gut tun.

© Libellchen, 2018

 

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