Wir im Alter

Eine zusätzliche Herausforderung bei dem Seminar vorige Woche war die Teilnahme von Krimhilde. Hätte ich gewusst dass sie hingeht, hätte ich mich wahrscheinlich gar nicht angemeldet. Das sie zum selben Seminar geht, habe ich aber erst erfahren als die Zusage kam. Und da war es dann schon zu spät. Und ja, sie war wieder in Höchstform. Sogar die Vortragenden – echte Profis – hatten Probleme ihren Gedankengängen zu folgen. Oftmals war bei ihren Aussagen noch nicht mal klar, meint sie das jetzt positiv oder negativ? Sie kann sich einfach nicht erklären. Immer öfter erinnert sie mich an meine Großmutter! Lebt in ihrer eigenen kleinen Welt und kennt nur schwarz oder weiß. Graustufen gibt es einfach nicht. Sie stellt einfach eine Aussage in den Raum und geht davon aus, dass sie jeder versteht, weil ja sowieso alle gleich denken wie sie….

Mrs. Wichtig meint dazu nur immer „Wer weiß wie wir im Alter werden! Sie ist schließlich schon 62 Jahre.“ Und da wurde mir etwas bewusst. Ich denke, ich weiß wie ich im „Alter“ werde. Schließlich wird meine Mutter heuer 60 und Papa 62. Und wenn ich so werde wie die beiden – was ich als eher wahrscheinlich einstufe – dann habe ich definitiv kein Problem mit mir im Alter!

Wenn ich mir vor Augen führe dass Krimhilde 62 ist und Mama 60 und mir ihr Leben im Vergleich anschaue, dann liegen zwischen den zwei realen Jahren, vom Gefühl her eher 50… Krimhilde ist für mich vom Denken her eher meiner 90jährigen Oma näher und Mama mir mit 40 Jahren. Das Alter ist ja bekanntlich relativ und hat sehr viel damit zu tun wie man sich fühlt. Mein Masseur, 70+ kommt mir weit jünger vor als Krimhilde!

Also nein, ich weiß nicht wie ich im Alter werde, aber wie Krimhilde kann ich nicht werden. Die Angst habe ich einfach gar nicht. Da müsste ich alles vergessen was ich jemals gelernt habe, alles was ich mir angeeignet habe, meine komplette Persönlichkeit kübeln. Da kann Mrs. Wichtig ihre „Drohung“ noch fünf mal wiederholen, ohne Gedächtnisverlust kann ich nie so werden wie Krimhilde…. Vielleicht werde ich wirklich auch unangenehm und verschroben im Alter, aber wenn, dann wird es einen Weiterentwicklung meiner Persönlichkeit werden. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen dass sich meine Sturheit und Ungeduld verstärkt. Und die Tatsache dass ich viele Menschen nervig finde…. Oder vielleicht werde ich auch immer gelassener – daran arbeite ich ja zur Zeit.

Aber vielleicht hat ja Mrs. Wichtig Angst mal so zu enden wie Krimhilde. Das blöde daran wäre ja, wenn sie wirklich Angst davor hat, wird es schon so kommen… Ich sehe meinem „Alter“ eher gelassen entgegen. Wie gesagt, meine Eltern schrecken mich nicht ab und ich finde die beiden sind auch gar keine typischen 60jährigen – wie ich sie aus meiner Kindheit kenne. Damals waren die Leute mit 60 wirklich alt – wie Krimhilde. Meine Eltern haben mit den 60jährigen von früher aber genau gar nichts gemein! Es kommt halt wirklich immer darauf an wie man sich fühlt!

© Libellchen, 2018

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