Mich lieben

Ich wurde erzogen mit dem „Wissen“ dass ich nicht so geliebt werden kann, wie ich bin. Das hat mir meine Großmutter jahrelang eingebleut. Wenn ich Anerkennung und Liebe haben will, muss ich mich anpassen. Das war jahrzehntelang sehr tief verankert in mir. Ich habe trotzdem beschlossen meinen eigenen Weg zu gehen, auch auf die Gefahr hin, keine Liebe zu finden.

Und dann geschah das „Wunder“ es kam ein Typ daher der mich „trotzdem“ liebte. Ja, genauso empfand ich es damals. Er liebte mich trotz allem. Er gab mir das Gefühl perfekt zu sein und deshalb zweifelte ich auch gar nicht daran, dass es mit uns nichts werden könnte…. Wenn man so viel Glück erfährt im Leben, dass man so geliebt wird wie man ist, dann ist das Schicksal. Dann gehört man zusammen. Wahrscheinlich war das eine sehr naive Sicht der Dinge.

Oder vielleicht verstehe ich unter Liebe auch einfach etwas anderes als andere Menschen. Oder vielleicht ist mir Liebe mehr wert als anderen. Fakt ist, Liebe allein ist nicht genug. Nur zu lieben ist zu wenig. Man muss auch dazu stehen. Etwas dafür tun, diese Liebe ausleben zu können. Man muss vielleicht auch etwas wagen. Über seinen Schatten springen. Mut beweisen und die Angst – vor was auch immer – überwinden. Ich kann es nicht genau sagen, was es ist das Menschen abhält etwas für die Liebe zu tun. Ich würde nämlich sehr viel tun, weshalb ich immer wieder staunend zurück bleibe und mich wundere warum man lieber weiter in einer Situation verharrt und weiter jammert, anstatt sein Leben in die Hand zu nehmen und glücklich zu sein.

Mit 40 Jahren bin ich jetzt an einem Punkt wo ich weiß dass es keines Wunder bedarf mich zu lieben. Mindestens zwei haben das schon geschafft. Was sie nicht geschafft haben war, etwas dafür zu tun damit diese Liebe auch Bestand haben kann. Das sie wachsen und gedeihen kann. Das Problem liegt also weniger an mir, sondern an den Ängsten der Männer. Also schon auch bei mir, weil ich mich halt nicht mit irgendeiner oberflächlichen Geschichte zufrieden geben will. Ganz oder gar nicht. Mein Leben ist alleine schön genug.

Ich war schon vieles in meinem Leben. Zweite Wahl, Plan B, Freundschaft +…. Was ich allerdings noch bei keinem hatte war Priorität. Ich habe es noch nicht mal in die Top 5 geschafft. Und das ist ganz alleine meine Schuld. Für mich war es so unglaublich geliebt zu werden wie ich bin, dass ich mich damit zufrieden gab. Vieles andere war wichtiger als ich, aber ich war schon auch wichtig. An Stelle 7 oder 8 seiner persönlichen Rankingscala. Aber anders hatte ich es auch nicht gelernt. Ich war mein Leben lang bei nie jemand eine Priorität gewesen. Ich habe nie gelernt wie das ist, wenn man jemand wichtig ist.

Doch damit ist jetzt Schluss. Mir geht es sehr gut alleine und ich gebe mich nicht mehr mit weniger zufrieden. Ich bin so wie ich bin liebenswert, irgendwo gibt es vielleicht auch einen Menschen der das erkennt und auch bereit ist etwas dafür zu wagen. Alle anderen können mir getrost gestohlen bleiben!

© Libellchen, 2018

 

 

 

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