Hormoneller Sinn des Lebens

Meistens geht es mir mittlerweile richtig gut. Doch einmal im Monat wache ich auf und bin traurig, um nicht zu sagen depressiv. Immer kurz bevor ich meine Periode bekomme, beginnt die hormonelle Umstellung. Und ich werde jedes Monat aus der Bahn geworfen. Im Sommer bin ich traurig, im Winter schwerst depressiv.

Hormone, Kälte, Finsternis,… Da ist es schwer das Leben leicht zu nehmen. In diesen ca. 48 Stunden fühle ich mich nicht leicht. Im Gegenteil. Jedes Monat frage ich mich aufs neue, was eigentlich der verfluchte Sinn meines Lebens ist…

Ich habe kein Haus gebaut; keinen Baum gepflanzt; keinen Nachwuchs in die Welt gesetzt; ich stehe auf, gehe arbeiten und wieder nach Hause; ich tue was mir Spaß macht; versuche glücklich zu sein…

und doch…

Wozu bin ich auf dieser Welt? Ich mache die Welt nicht zu einem besseren Ort. Niemand braucht mich. Gäbe es mich nicht, wäre es der Welt auch egal…. Ich bin kein Arzt. Kein Polizist. Ich rette keine Leben, ich beschütze keine Menschen. Ich bin einfach nur nutz- und wertlos.

Wenn ich meine 48 Stunden habe, weiß ich gar nicht, wie ich diese mir so eigene Grundstimmung 30 Jahre überleben konnte…. (Seit 10 Jahren arbeite ich daran sie los zu werden, doch zuvor ging es mir eigentlich fast immer so). Und doch habe ich es geschafft. Heute weiß ich, dass es nur 48 Stunden sind. Bald ist dieses Tief vorüber und ich bin wieder gut drauf.

Ich hasse diese 48 Stunden. Es hilft nämlich überhaupt nichts wenn man weiß, was los ist. Die Gefühle sind leider echt, auch wenn sie auf Hormonen gebaut sind. Und in diesen zwei Tagen ist alles schwer. Nichts ist einfach. Nichts ist schön. Und ich fühle mich einfach noch müder…

© Libellchen, 2018

2 Kommentare zu “Hormoneller Sinn des Lebens

  1. Liebes Libellchen,
    erst mal möchte ich vorausschicken, dass mein „Gefällt mir“ nicht meint, dass mir gefällt wie es dir geht, sondern ich finde gut, dass du darüber schreibst.
    Ich kann mir schon gut vorstellen, dass hormonelle Veränderungen auch solche heftigen Gefühlschwankungen verursachen können. Wahrscheinlich geht es wirlich immer wieder darum, sich mit dem Gedanken zu trösten, dass nach 48 h alles wieder besser wird. Und in dieser Zeit verstärkt Dinge zu tun, die dir auch in besseren Tagen gut tun. was auch immer das sein mag.
    Dann wüsste ich noch einen ganz netten Artikel in meinem Blog. Der Titel ist „Eine unheimliche Begegnung“ 1-3…
    Und damit du etwas für die Welt tun kannst, gib einfach mal in Google ein:
    Wo kann ich einen Baum pflanzen?
    Ich denke dort wirst du fündig und tust wirklich etwas Gutes. Was wie ich finde ein gutes Gefühl macht.
    Alles Liebe und immer weniger depressive Stunden wünscht dir
    Rolf

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