Wieder mal alleine glücklich

Schön langsam komme ich wieder dort hin, wo ich vor dem Planer-Ex war. Ich geniesse meine Zeit alleine wieder viel mehr.

Meine Mitmenschen machen es mir aber auch immer sehr leicht… Je älter ich werde, desto weniger Menschen mag ich. Ich glaube es hat aber weniger mit dem Alter, als vielmehr mit meinen Erfahrungen zu tun. Blender durchschaue ich mittlerweile sehr schnell. Genauso wie Energieräuber. Menschen können ja arm sein, deswegen tun sie mir noch lange nicht gut. Ich bin definitiv nicht bereit für jeden Leidenden, den Retter zu spielen….

Und Freunde können Freunde bleiben – ich vergesse nicht wenn jemand in schwierigen Zeiten für mich da war – doch deswegen muss ich nicht jede freie Minute miteinander verbringen. Manche Freundschaften wachsen auch mit der Distanz…

Beim Sport bin ich mittlerweile auch wieder sehr brav. Ich geniesse es wieder richtig schön mich auszupowern und danach im Infrarot zu entspannen. Während des Planer-Ex habe ich mich im Fitness-Studio eher abreagiert. Ich konnte es nicht wirklich geniessen. Schnell rein, auspowern und schnell wieder raus. Mittlerweile habe ich wieder Zeit. Auch wenn es schon später ist. Zu Hause wartet nur meine Wohnung und die wartet….

Überhaupt habe ich im letzten Jahr nicht viel geniessen können. Selbst wenn wir zusammen waren, war ich immer schaumgebremst. Richtig glücklich von ganzem Herzen und Seele war ich vorher, jetzt schön langsam wieder und während der Beziehung für kurze Zeit wenn wir zusammen waren. Doch nicht nachhaltig. Nicht wirklich. Nicht richtig.

Menschen tun mir offenbar nicht allzu gut…. Ich kann alleine glücklich sein. Aber kann ich das auch mit anderen Menschen? Mit Aretha habe ich über die Jahre eine Basis gefunden mit der wir uns – glaube ich – beide wohl fühlen. Wir sehen uns. Wir teilen unser Leben, aber wir picken nicht aufeinander. Jede hat ihr Leben. Im Sommer sehen wir uns fast täglich, im Winter maximal einmal im Monat – wenn überhaupt. Wir hören uns auch nur selten – wenn es etwas zu erzählen gibt.

Meine Freundin S. sehe ich im Büro, doch die ist für mich eher eine Erinnerung an den Menschen der ich mal war. Wenn es ums heute geht, kann oder will sie mir nicht folgen. Ihre Empathie für Menschen die anders ticken als sie selbst, ist eher enden wollend. Gut, das ist es für mich auch manchmal, aber ich versuche zumindest die Menschen zu verstehen….

Ehrlich gesagt bin ich es leid, Menschen zu erklären dass ich keine „normale“ Kindheit hatte. Ich kenne das Gefühl von Geborgenheit und Zugehörigkeit nicht. Zumindest nicht von klein auf. Ich habe da kein Urvertrauen. Jedes Fünkchen Zugehörigkeit dass ich mittlerweile empfinde, habe ich mir hart erarbeiten müssen. Ja, ich bin anders. Aber das ist nicht nur so, sondern sogar gut so. Wenn ich sehe wie manch andere unreflektiert durchs Leben stolpern, bin ich froh dass ich mich für einen anderen Weg entschieden habe. Auch wenn ich momentan wieder eher müde bin was das anbelangt.

Vielleicht bin ich deshalb momentan eher froh mich verkriechen zu können. Die Menschen die mich verstehen, kenne ich bereits und die anderen kosten mir nur meine Energie. Doch wenn ich weiterhin positiv durchs Leben gehen will, dann darf ich mir meine Energie nicht dauernd rauben lassen…. Für Gelassenheit brauche ich Kraft!

© Libellchen, 2018

2 Kommentare zu “Wieder mal alleine glücklich

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