Lebensrückblick – Teil 4, 4. Jahrzehnt

Die Mauer zerbricht…

Nach dem Ex, gab es erstmal nur Karriere. Die Mauer war mir über den Kopf gewachsen. Ich hatte mein Leben lang alles hinter der Mauer versteckt. Nur nicht darüber nachdenken. Ich funktionierte wie eine eins. Okay, ich war unglücklich, trank zu viel, manchmal war ich auch depressiv, suhlte mich in Selbstmitleid und hatte manchmal nur ein Viertel-Volles Glas. Aber so war das Leben halt. Wussten schon meine Grosis!

Und dann kam er. Der süße Typ und riss im vorbeigehen meine Mauer nieder! Ich begann über Gefühle nachzudenken und zu reden. Und er lief nicht weg. Er hörte mir zu, stundenlang. Tagelang. Er liebte mich trotz all meinem Ballast. Er war der erste Mann den ich von ganzem Herzen und mit meiner ganzen Seele liebte. Als er ging hatte ich nichts mehr. Noch nicht mal mehr meine Mauer…

Ich konnte meine Gefühle nicht mehr vergraben. Es waren einfach zu viele! Drei Jahrzehnte, alle enttäuschten Gefühle, alle Verletzungen stürzten über mir ein. Und ich landete ganz tief am Boden der Schlucht. Damals sah ich nur zwei Möglichkeiten. Aufgeben und dem Leben ein Ende setzen oder aufstehen und versuchen mein Leben zu ändern. Ich entschied mich für letzteres – wie ihr ja bereits wisst.

Ich kam in Kontakt mit Menschen mit denen ich über den Sinn des Lebens reden konnte. Begann Bücher über Spiritualität zu lesen. Versuchte etwas zu finden, woran ich glauben konnte. Was Sinn macht? Was zum Teufel sollte ich auf dieser Welt? Irgendwo in diesem Blog gibt es eine Beitrag. „Wenn mein Leben ein Witz ist, hat es eine miese Pointe“ oder so ähnlich. Ich fühlte mich wertlos. Sinnlos auf dieser Welt. Keiner wollte mich. Wieso also atme ich anderen Menschen die Luft weg? Wozu wurde ich geboren? Wieso in diese Familie? Gab es Wiedergeburt? Was hatte ich verbrochen um in diesem Leben die Grosis verdient zu haben? Gibt es Karma? Wie ist das mit der Lebensenergie? Gibt es einen Gott? Kann man beim Universum was bestellen? Und ist das wie bei einem Djinn? Fragen über Fragen. Und langsam beantwortete ich mir eine Frage nach der anderen. So dass es für mich Sinn macht und mir einen Lebenssinn auch gleich mitgibt! Und…. Ich fand heraus wie es ist, wenn man sich glücklich fühlt! Ein Wahnsinnsgefühl! So ich für mich ganz alleine im Wald. Im See. In der Badewanne. Ich habe gelernt glücklich zu sein.

Und als ich endlich in meinem glücklichen Leben angekommen war. Wo ich endlich wusste dass ich alleine glücklich sein kann, kam dann der Planer-Ex. Zeichnete mir ein Bild von einer glücklichen gemeinsamen Zukunft und lies mich dann damit zurück.

Tja und diesmal fiel ich zwar auch in ein Loch. Aber es war nicht so tief wie das letzte. Und ich wusste schon wie ich rauskomme und ging auch recht zielstrebig auf den Ausgang zu. Nach dem süßen Typ heulte ich drei Jahre. Nach dem Planer-Ex drei Monate…. Rückschläge sind okay, aber nur so lange man immer wieder aufsteht!

Das letzte Jahrzehnt hat meine persönliche Entwicklung enorm angeschoben, ich habe etliche Schritte auf einmal gemacht. Gut, hätte ich die drei Jahrzehnte davor nicht nur meine Mauer gebaut, sondern auch mal was auf- und verarbeitet, wäre das vielleicht in der Intensität nicht notwendig gewesen….Aber es ist wie es ist. Und zumindest habe ich mich weiterentwickelt. Immer wieder in den letzten 40 Jahren….

© Libellchen, 2018

Ein Kommentar zu “Lebensrückblick – Teil 4, 4. Jahrzehnt

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