Lebensträume

Im Moment hinterfrage ich sehr viel und lasse vieles los, was nicht passt oder wichtig ist. Offenbar war da noch sehr viel Prägung aus der Kindheit vorhanden, was mir gar nicht so bewusst war…

Warum war ich eigentlich so fixiert auf eine Beziehung? Weil es das ist, was ich nicht habe? Weil man immer genau das will, was man nicht hat? Oder weil man immer noch bemitleidet wird, wenn man alleine ist…. Vor allem Frauen sind da ja nicht so subtil. Ach du Arme. Wirst schon auch noch einen finden. Vielleicht wollte ich eine Beziehung weil ich diese Sprüche und Blicke leid war? Auch…

Fakt ist. Berührung fehlt mir wirklich. Ich kann aber auch sehr gut alleine sein. Die letzte klassische Beziehung, wie ich sie mir bisher immer vorgestellt habe, war mit dem Ex. Und ich war damals bei weitem nicht so glücklich wie ich es heute bin. Was also will ich wirklich? Niemand der dauernd da ist und mich dann ignoriert – weil er lieber mit seiner Liebsten schreibt – sondern jemand der wirklich bei mir ist, weil er es sein will. Mit dem ich den körperlichen Teil einer Beziehung leben kann, der zu mir steht und mich respektiert.

Keine Sorge, das wird nicht wieder ein klassischer Männer-Beitrag. Es ist nämlich auch beim Job nicht anders. Als ich vor elf Jahren die Bereichsleitung übertragen bekommen habe, fühlte ich mich bestätigt. Meine Leistung wurde anerkannt und deshalb wurde ich befördert. Eine tolle Belohnung sozusagen. Bullshit! Ich hatte keinerlei Ausbildung, keine Ahnung was auf mich zukommt und unterm Strich auch nicht wirklich Unterstützung. Nicht falsch verstehen, mein Ex-Chef stand schon immer hinter mir, aber alle anderen nicht. Und wenn man tagein, tagaus gegen Windmühlen kämpft, dann schlaucht das irgendwann mal. Mein Ex-Chef hat sich auch immer darauf verlassen dass ich mich schon durchsetze. Dass er hinter mir stand wusste ich zwar, sonst aber nicht wirklich jemand…. Es war einfach nicht meine Welt. Doch natürlich gab ich nicht auf. Man gibt nicht auf.

Stimmt, seine Träume gibt man nicht auf. Einen Bereich mit pragmatisierten Beamten zu leiten war nur nie einer meiner Träume. Vielleicht der meiner Grosis, doch nicht meiner. Blöderweise hatte ich aber auch nie so klare Träume…. Mir wurde schon sehr früh abgewöhnt überhaupt was für mich zu wollen, ich habe das träumen verlernt…. Vielleicht sollte ich es wieder lernen…..Herausfinden was ich eigentlich will. Nicht die Gesellschaft, nicht meine Grosis mir eingeimpft hatten… Was sind wirklich meine eigenen Träume? Kann es sein, dass ich nie welche hatte? Oder habe ich sie nur komplett vergessen? Falls ich sie nicht ausgraben kann, werde ich mir halt neue machen…

Ich geh jetzt mal ein wenig träumen!

© Libellchen, 2017

2 Kommentare zu “Lebensträume

  1. Krass, 11 Jahre hast du das mitgemacht? Das war mir gar nicht so bewusst. Es ist schon heftig, wie sehr man dazu bereit ist, Träume und Erwartungen von anderen zu übernehmen. Geht mir ganz genauso 😦 Leider bin ich noch einen Schritt hinter dir (und das obwohl ich sicher älter bin). Aber ich arbeite dran 😉
    Ganz liebe Grüße!

  2. Ich denke wenn man erkannt hat, dass man Erwartungen und Träume von anderen lebt und daran arbeitet, passt das schon. Verhaltensänderungen funktionieren ja nicht sofort. Das dauert seine Zeit und die soll man sich auch nehmen!

    Dir auch ganz liebe Grüße!

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