Mein Weg

In den letzten Monaten hat sich mein eingeschlagener Weg für mich bewährt. Manch einer hier wird sich vielleicht fragen, was ich da tue und warum. Für mich ist es klar, aber vielleicht nicht für jeden hier….

Ich war ein unglückliches Kind. Ich war eine unglückliche Jugendliche mit depressiven Tendenzen. Ich war im WorstCase zu Hause, wie es eine Freundin von mir heute noch ist. Ich flüchtete mich in die Arbeit und verdrängte meine Probleme. Doch sie sind nicht verschwunden, im Gegenteil, als mich meine große Lieben fallen gelassen hat, haben mich auch alle meine nicht verarbeiteten Probleme der Kindheit, als ich bereits am Boden lag, noch zusätzlich in den Hintern gebissen!

Vor 7 Jahren lag ich am emotionalen Boden. Ausser weinen und vor mich hinbrüten konnte ich nichts tun. Wobei ich die Maske versuchte aufrecht zu erhalten. Ich ging arbeiten, setzte meine Maske auf und hielt acht Stunden durch. Die 50 Kilometer nach Hause verbrachte ich bereits heulend im Auto. Mir war alles zu viel und ich wollte den Schmerz nicht mehr fühlen müssen.

Damals fand ich zum Schreiben, lernte sehr viel über mich, setzte mich mit jedem verdammten Problem einzeln auseinander und versuchte es zu überwinden. Dabei lernte ich auch, auf meine Gefühle zu hören. Ich hörte auf, Probleme nur zu durchdenken, sondern begann hinzufühlen was genau eigentlich weh tut. Oftmals findet man den Auslöser leicht, doch warum etwas gerade weh tut, liegt oftmal sehr tief verborgen. Ich begann hinabzusteigen in meine Seele und hörte auf mich selbst zu belügen.

Es dauerte ca. vier Jahre bis ich so weit war, dass ich mich glücklich und zufrieden fühlte. Ich wusste da bereits was mir gut tut und was nicht. Wer mir gut tut und wer mich nur runter zieht. Ich hatte gelernt mich abzugrenzen und meine Grenzen zu verteidigen. Ich hatte gelernt Dinge nicht mehr persönlich zu nehmen, hatte mein Selbstwertgefühl gestärkt und war gelassener meinen Mitmenschen gegenüber. Und ich war zu der Erkenntnis gekommen, den Punkt will ich nie wieder sehen! Ich beschloss mich in Zukunft gleich mit meinen Problemen auseinander zu setzen. Sie nicht zu verdrängen oder auszusitzen. Ich wollte mein Glück hegen und pflegen – ganz hat es eh nicht funktioniert – und diese Mega-depressiven Phasen vermeiden!

Und das mache ich halt hier. Warum? Weil alles was ich aufschreibe, muss ich nicht mehr durchdenken! Bevor ich zum Schreiben kam, drehten sich meine Gedanken tage-, monate,- jahrelang im Kreis. Seit ich schreibe, tun sie das maximal noch tagelang, bis ich sie hier in Worte fassen kann. Warum ich das öffentlich mache? Weil ich damit vielleicht auch jemand helfen kann! Ich habe einen weiten Weg hinter mir. Von Mega-dauer-depressiv zu glücklich und zufrieden. Ich weiß wie es geht. Ich könnte diesbezüglich für jemand, der etwas ändern will, als Vorbild dienen. Heute denke ich, wenn man etwas wirklich will, kann man es auch erreichen.

Nicht jeder kann es so schaffen wie ich. Vielleicht auch keiner. War/Ist ja mein Weg. Mein ganz persönlicher den ich für mich gefunden habe. Es wird Menschen geben, die Hilfe brauchen. Und es wird Menschen geben, die da auch gar nicht raus wollen. Ist für mich auch okay. Jeder muss selber wissen, was einem gut tut bzw. was man will.

Vor ein paar Wochen hat mir meine WorstCase Freundin gesagt „Man kann sich nicht ändern“. Das konnte ich ganz klar widerlegen. Sie kennt mich noch aus vergangenen Zeiten und weiß dass ich mich geändert habe. Sie blickte mich an und ein wenig leiser setzte sie nach „Aber nur wenn man will!“

Natürlich mag es Menschen geben die dies auch nur mit Hilfe und Medikamenten können, vielleicht gibt es auch Menschen die wollen und nicht können… Bei den Menschen die ich persönlich kenne, ist es aber definitiv so, dass sie gar nichts ändern wollen. Ist für mich aber wie gesagt auch okay. Ich will hier weder jemand therapieren, noch bekehren. Die Einzige die ich ändern wollte, war ich selber und das habe ich getan. Und jetzt werde ich noch ein wenig daran arbeiten, mein persönliches Glück langfristig zu hegen und zu pflegen. Nachdem ich nicht als Sonnenscheinchen geboren worden bin, ist das harte Arbeit, aber es lohnt sich! Und vielleicht geht es mir mit der Zeit ja doch ins Blut über und ich muss nicht mehr so darauf achten!

© Libellchen, 2017

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