Persönlich nehmen

Ein Thema welches mich Zeit meines Lebens begleitet hat, hat sich offenbar in den letzten Jahren nachhaltig verabschiedet!

Ich weiß noch genau, als ich ca. 25 Jahre alt war und sich mal wieder eine Freundin verabschiedet hat. Damals bekam ich den Rat es nicht persönlich zu nehmen und ich stellte aus tiefstem Herzen die Frage „Wie ich es bitte nicht persönlich nehmen soll, wenn jemand nichts mehr mit mir zu tun haben will!“ Schließlich wolle die Person nichts mehr mit mir zu tun haben. Das kann ich nur persönlich nehmen!

Heute weiß ich, aus mindestens genauso tiefem Herzen, dass ich mich damals geirrt habe. Wenn Menschen ein Problem damit haben, mit dem was ich sage – und ich bin nie beleidigend, sondern nur ehrlich – dann deshalb weil sie nicht hören wollen was ich zu sagen habe. Wenn Menschen sich vor mir zurück ziehen, weil ich auf den Grund ihrer Seele blicke, dann nicht deshalb weil ich nicht gut genug bin, sondern weil sie Angst vor so viel Nähe haben…. Diese Liste könnte ich noch sehr weit fortführen, ich kenne mittlerweile genug Fälle, wo Menschen mich begannen zu meiden, nachdem ich ihnen etwas gesagt habe, was sie nicht hören wollten….

Ich gehörte lange genug selbst zu den Menschen die bei sich selbst nicht so genau hinschauen… Ich habe sehr vieles, sehr lange verdrängt. Doch das bringt einem im Leben einfach nicht weiter. Wenn man so viel Energie dafür aufwendet so zu tun als sei alles in Ordnung, fehlt einem diese Energie dabei, das Leben dahingehend zu ändern, dass wirklich alles in Ordnung ist…

Doch dafür muss man als ersten Schritt mal annehmen, dass Unrecht welches einem widerfahren ist, nicht deshalb passiert ist um einem fertig zu machen, sondern um einem die Möglichkeit zu geben daran zu wachsen. Das war für mich persönlich der schwerste Schritt. Raus aus der Selbstmitleidswolke und darüber nachzudenken was man von den negativen Dingen im eigenen Leben mitgenommen hat. Der nächste Schritt ist anzunehmen, dass man offenbar nicht als Prinzessin geboren worden ist und es offenbar eine Lebensaufgabe gibt, die Wachstum heißt. Nicht betüttelt werden und locker leicht durchs Leben zu gehen. Nein. Liebe, Freundschaft, Hoffnung, Zufriedenheit, Glücklichsein, Enttäuschung, Schmerz, Pein, hinfallen, aufstehen, stärker werden und weiter gehen. Der ewige Kreislauf zumindest meines Lebens!

Aber wenigstens kann ich so die guten Momente mittlerweile wirklich auskosten. Wenn man mal ganz tief gefallen ist, genießt man jeden Moment in dem fliegen kann!

Letztens habe ich gelesen von einem Spitzensportler der nach einem Unfall querschnittgelähmt ist. Er verwendete den Begriff – nach der persönlichen Tragödie, sei er im Leben upgelevelt. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Denn genau so fühlt es sich auch an. Mit jeder Niederlage, mit jedem Sturz, lernt man wieder was über sich selbst – wenn man will. Und wenn man gewisse Dinge mal verinnerlicht hat und ein paar Mal gelebt hat, dann werden sie selbstverständlich. Bei Computerspielen ist es genau dasselbe. Wenn man mal weiß wie man ein gewisses Hindernis überwindet, dann kann man sich auf das nächste Hindernis konzentrieren und so nach einer Weile upleveln.

Ich habe zwar keine Ahnung in welchem Level ich mittlerweile angekommen bin – geschweige denn wie viele es insgesamt gibt – aber von Mal zu Mal geht es schneller bergauf. Viele Hindernisse kann ich mittlerweile recht schnell aus der Welt schaffen, bei manchen muss ich aber natürlich noch ein wenig grübeln. Aber wie bei meinen Spielen, will ich natürlich auch im Leben erfolgreich sein. Vorher gebe ich nicht auf!

© Libellchen, 2017

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