Viel zu gut….?

In den letzten Wochen gab es einiges an Denkarbeit im Büro zu tun. Meine Kernkompetenz sozusagen. Wo ich bei zwischenmenschlichem oftmals scheitere, bin ich beim Dinge durchdenken oftmals vorne dabei!

Zwei Dinge liefen parallel. Wir haben einen Auftrag bekommen, den wir als Team abarbeiten sollten. Ich bekam die Teamleitung von dem kreativen Team sage ich mal. Mein Kollege bekam die Grundlagenforschung und aufgrund seiner Ergebnisse sollte ich Ideen für die Zukunft entwickeln. Und zwar, für mich ganz ungewohnt, nicht sofort und alleine, sondern binnen einer Woche im Team!

Mrs. Wichtig, meine Freundin S. (die Teilzeitkraft) und ich. Meine Freunding arbeitet nur Teilzeit und den Auftrag haben wir bekommen, als sie bereits im Wochenende war. Also begann ich mit Mrs. Wichtig, mit einem Brainstorming. Der erste Satz von ihr war „Bevor wir keine Grundlagen haben, können wir sowieso nichts machen“. Grundsätzlich würde ich dieser Aussage vollinhaltlich zustimmen… Aber… Sie war nur zwei Tage da, dann folgte eine Woche Urlaub und wir hatten genau eine Woche für den Zwischenbericht. Das bedeutete, genau zwei gemeinsame Tage! Also ich mit ihr und zwei Tage mit meiner Freundin, ohne sie… Ich konnte also nicht einfach warten und beschloss mit Annahmen zu arbeiten…

Nach 13 Jahren im Ministerium geht das schon. Da hat man schon ein wenig ein Gefühl was vielleicht und was sicher nicht geht. Da kann man schon mal was riskieren und vielleicht auch für nichts arbeiten. Wobei ich halt auch weiß, dass ich mittlerweile weiß, woher die politischen Winde und Befindlichkeiten wehen könnten. Manche sagen mir einen sehr analytischen Geist nach. Komplett ins Nichts habe ich auch noch nie gearbeitet…Nicht alles kann man immer verwenden, aber Ideen von mehreren Personen sind grundsätzlich nicht falsch!

Und so brainstormenten wir ein wenig. Und wenn man mal die Barriere „können nicht“ überwindet, kommt da echt guter Input! Ich habe also zwei Tage mit Mrs. Wichtig geplant und durchdacht. Dumm ist sie nicht. Vielleicht ein wenig hektisch und nervös, aber das wird schon!

Parallel dazu haben wir ein „kleines“ internes Projekt. Informationsmanagement. Dinge die ich auf den ersten Blick als chaotisch identifiziert habe, werden jetzt gerade kollegial als chaotisch identifiziert….

Natürlich bringe ich da einen immensen Input mit und habe auch einen ganz andere Herangehensweise als viele andere…. Ein wenig philosophisch vielleicht… Aber offenbar kommt das gut an. Mein Chef war ganz begeistert von meinen Ideen. Auch bei der Wertschätzungsrunde kam von ihm ein großes Lob „frische Ideen“ „passt toll ins Team“! Natürlich ging das runter wie Öl. Wenn einem jahrelang die Teamfähigkeit in Frage gestellt wird, weil man nicht bereit ist nach der ureigensten Team-Definition zu leben

Toll

Ein

Anderer

Machts!

Wo ich jetzt bin, gibt es wirkliche Teamarbeit. Da wird darüber geredet, werden Ideen eingebracht und aufgenommen. Niemand fühlt sich auf den Schlips getreten wenn jemand eine Idee hat. Wenn es geht wird ein Konsens angestrebt, bei der alten Dienststelle war oftmals noch nicht mal ein Kompromiss möglich… Und ja, ich kann es! Beweise ich mir gerade jeden Tag! Auch wenn ich manchmal in den Augen meines Vorgesetzten die Frage sehe, ob ich nicht zu gut sei für ein „einfaches“ Teammitglied. Ich fühle mich gerade pudelwohl!

© Libellchen, 2017

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