Die Geister die ich rief…

Manchmal bin ich einfach nur müde und will nicht mehr persönlich wachsen. Ich will nicht mehr dauernd eine in die Fresse bekommen um gestärkt daraus hervor gehen zu können. Ich bin schon stark genug! Das würde ich dem Universum gerne sagen, leider ist es auf diesem Ohr offensichtlich taub. Als ich 20 war wurde mir schon gesagt, dass ich schwer einen Partner finden werde, da ich als starke Frau, wenig „Auswahl“ haben werde. Dabei kamen die wirklichen Herausforderungen erst danach….

Im Moment habe ich meinen Geist bei mir im Büro. Er stößt mich immer wieder auf Themen die mich belasten. Wie die Tatsache dass ich ein absolut mieses Händchen bei Männern habe! Aber ich das geht natürlich auch in die andere Richtung. Auch ich bin manchmal eine Herausforderung für ihn. Wir wissen aber wenigstens was wir da „tun“.

So sehr mich die letzte Trennung auch heute noch traurig macht, weiß ich wenigstens wofür ich ihn „gebraucht“ habe.

  1. Hat er den Satz meines Vaters „Beurteile einen Mann nie nach dem was er sagt, nur nach dem was er tut“ eine neue Bedeutung für mich beigemessen. Worten werde ich in der Zukunft noch weniger Bedeutung zugestehen. Entweder jemand tut etwas für unser gemeinsames Leben oder es gibt kein gemeinsames Leben. Luftschlösser können die Männer in Zukunft alleine bauen!
  2. Er brachte mich auf die Idee, dass es auch noch andere Dienststellen in unserem Ministerium gibt. Durch ihn kam ich überhaupt erst auf die Idee, die alte Dienststelle zu verlassen. Vielen Dank für den tollen neuen Job!
  3. Für ihn war die finanzielle Absicherung extrem wichtig. So wichtig, dass ich merkte, dass ich da anders ticke. Mein Glück ist mir wichtiger als Geld. Natürlich braucht man Geld für ein (entspanntes) Leben, aber manchmal ist weniger auch mehr. Seit Juni lebe ich jetzt mit Euro 200,– netto weniger. Ja es wird oft knapp, aber ich bin trotzdem glücklicher als zuvor.
  4. Auch wenn man noch so toll miteinander reden kann, ich sollte noch viel mehr hinterfragen. Dinge die für ihn schlimm wirkten, waren für mich kein Problem. Bis ich dann merkte, dass er offenbar das eine oder andere anders gesehen hat. Und ich sollte auch negative Prophezeiungen meines „Partners“ ernster nehmen und sie versuchen aus dem Weg zu räumen bevor sie zu selbsterfüllenden werden…. Es gab eine Zeit vor der er sich fürchtete. Ich hatte da keine Angst davor. Als die Zeit dann gekommen war, verhielt er sich wie ein Arschloch, bis es mir zu viel wurde. Vielleicht hat er schon gewusst dass er dann zum Arschloch werden würde…. Und weil ich seine Angst nicht hinterfragt hatte, war ich ja auch gar nicht auf die Idee gekommen dass sich ein liebevoller Partner in ein eiskaltes, ignorantes Arschloch verwandeln könnte….
  5. Der süße Typ hat mich gelehrt „Liebe allein ist nicht genug“. Der Letzt-Ex hat mich gelehrt „Manchmal braucht Liebe auch Mut“. Danke dafür. Ich werde es mir merken!

Vor ein paar Tagen habe ich geschrieben, dass ich glaube zu wissen, was ihn am Schluss an mir gestört hat. Natürlich ist das nur eine Vermutung, gegen Ende hin hat er mir einiges verschwiegen und mir oberflächliches Alltags-Blabla von sich gegeben, wenn er überhaupt noch mit mir geredet hat. Doch ich habe unangenehme Fragen gestellt. Ich habe es auch ganz bewusst getan. Ich habe acht Monate darauf gewartet, dass er tut was er von Anfang an gesagt hat, doch es ist nichts passiert. Und irgendwann kam dann der Moment, wo ich es wissen wollte. Nur Worte? Oder kommen da auch noch Taten? Und ich habe ganz bewusst die Wartestellung aufgegeben und wurde unangenehm. Doch wisst ihr was, ich habe kein Problem der Stachel gewesen zu sein der ihn gepickst hat. Denn auch ich war ein Geist, den er gerufen hat….

© Libellchen, 2017

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