Geduld

Wenn ich etwas nicht bin, dann geduldig.

Ich habe mal – dienstlich – eine Persönlichkeitsanalyse gemacht und dabei kam raus dass ich überdurchschnittlich zielstrebig, konsequent und entscheidungsfreudig bin. Was dort nicht raus kam war dass ich auch sehr emotional bin. Das erschwert mein Leben noch mal gewaltig.

In meinem Leben kam ich immer wieder an einen Punkt wo mich Leute fragten „Was GENAU willst du?“ Und oftmals konnte ich das nicht ohne nachdenken beantworten. Als Kind wurde mir von meiner Großmutter abgewöhnt etwas zu WOLLEN. Es wurde gemacht was Opi wollte, meine Wünsche haben niemand interessiert.

Ich habe mir nie Gedanken gemacht darüber was ich im Leben erreichen will und doch gab es zwei Dinge die sich schon früh herauskristallisierten. Da ich als Kind keine Freunde hatte, wollte ich mir später welche zulegen. Und ich wollte nie von einem Mann finanziell abhängig sein. Ich wollte vermeiden auch mal bei einem Pascha, wie mein Opa einer war, hängen zu bleiben, weil ich finanziell abhängig war. Ich wollte nicht ebenfalls so leiden wie meine Oma – dass die beiden eigentlich eine symbiotische Ehe hatten, habe ich als Kind nicht durchschaut. Für mich war nur schrecklich was ich da mitbekommen habe!

Ansonsten hatte ich keine wirklichen Wünsche. Ich wollte nie Haus, Hund, Kinder, Mann. Ich wollte finanzielle Unabhängigkeit und Menschen die für mich da sind. Und dann begann das Leben und ich wollte dann doch das eine andere noch zusätzlich. Und immer wenn ich erkannte was ich wollte, überlegte ich mir, wie ich es bekommen kann und organisierte mir das. Ich plante nicht mein Leben lang meinen Hochzeitstag – wollte auch eigentlich nie heiraten – oder die Namen meiner Kinder. Ich habe heute noch keine klare Vorstellung davon wie mein Traummann aussieht. Wenn er vor mir steht werde ich es schon spüren.

Doch eines weiß ich, wenn ich mal erkannt habe was ich will, dann will ich es auch demnächst….Natürlich geht nicht alles gleich auf der Stelle, aber jedes Ziel erreicht man mit einzelnen Schritten und wenn ich ein Ziel erkannt habe, dann fange ich mal ganz klein mit den ersten Schritten an.

Was für mich total unverständlich ist, aus Angst dass vielleicht irgendwo mal ein Schritt kommen könnte, den man nicht so leicht schaffen kann, gar nicht anfangen. Einfach mal hinstellen und warten. Vielleicht erfüllen sich meine Wünsche einfach durch nichts tun….

Ich finde den Tag „Genieße jeden Tag als wäre er dein letzter“ ein wenig zu stressig. Wenn ich jeden Tag voll ausleben würde, wäre ich mit meine Energie bald am Ende. Aber die Grundidee dahinter stimmt schon. Wir haben dieses Leben, wir sollten es auch leben! Einfach mal abwarten und nichts tun, vielleicht löst ja jemand meine Probleme, finde ich unnötige Zeitverschwendung.

Da gehe ich das Problem lieber an – zielstrebig – fange mit Schritt eins an und ziehe es durch – konsequent – und freue mich dann darüber es geschafft zu haben. Ich warte nicht dass jemand anders mein Problem löst und ärgere mich dann, wenn er oder sie es nicht tut. Was ich selbst tun kann, tue ich auch. Leider habe ich die Erfahrung machen müssen, dass ich mit so einer Einstellung oftmals alleine bin….

© Libellchen, 2017

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