Mitleid

Es ist nicht so als wäre ich nicht empathisch. Und doch, gibt es immer wieder Leute die mich für kalt und gefühllos halten. Weil ich keinen Anteil nehme an ihrem Leid, oder zumindest heuchle….

Wenn Menschen sterben, sträubt sich alles in mir den nächsten Angehörigen „Mein Beileid“ auszusprechen. Ich will nicht bei-/mitleiden. Oftmals wegen Verstorbenen die ich noch nicht mal kannte… Deren Verlust tut mir leid. Ich kann verstehen dass es ihnen nahe geht. Dass es ihnen schlecht geht. Aber ich will nicht MitLeiden! Wen soll das was bringen? Ihnen geht es schlecht und mir auch gleich….

Mir ist schön öfter passiert dass mich Menschen für gefühllos halten, die selbst zusehen würden wenn andere Menschen neben ihnen sterben. Vor allem wenn sie nicht die richtige Hautfarbe oder sexuelle Vorlieben haben…Ich wiederum kann Flüchtlinge aus Syrien verstehen – wenn ich bombardiert werde, fliehe ich auch! Ich kann auch Flüchtlinge aus Afrika verstehen – bevor ich verhungere, fliehe ich auch! Genauso wie Homosexuelle aus Tscheschenien! Ich kann vieles verstehen. Vor allem wenn Menschen versuchen ihr Leben zu verbessern. Es in die Hand nehmen und etwas dagegen tun. Auch wenn es Flucht ist!

Was ich dagegen wirklich nicht verstehe – und auch nicht verstehen will – wenn geborene Österreicher, die im öffentlichen Dienst arbeiten, zum Jammern anfangen. Ihnen geht es besser als 90 % der Weltbevölkerung. Ein schönes Land, mit viel Natur. Mit gutem Wasser. Nahrung. Gesundheitsversorgung – gut die ist verbesserungswürdig bzw, teuer. Sozialsystem – ungerecht aber vorhanden. Rechtsstaat. Sicher – im internationalen Vergleich. Engagierte Zivilgesellschaft. Niedrige Kriminalitätsrate – im internationalen Vergleich. Sekulär – zumindest theoretisch. Im öffentlichen Dienst kommt dann noch dazu: gutes Gehalt – vor allem für die Leistung!, mehr oder weniger Kündigungsschutz – wenn man sich nicht gerade bei einem Korruptionsfall erwischen lässt, Gleitzeit, Zulagen, diverse Vergünstigungen, Sicherheit

Was ich aber wirklich nicht verstehe und auch keine Anteilnahme dafür heucheln will, wenn gebürtige Österreicher mit gutem Job, zum Jammern anfangen! Da habe ich einfach keine Empathie. Du hast ein Problem mit deinem Leben? Dann nimm es in die Hand und ändere es! Oder leb damit und lass mich in Ruhe!

Empathie meinerseits? Sicher, aber nur selektiv!

© Libellchen, 2017

Ein Kommentar zu “Mitleid

  1. Perfekt – weil mit dem Leid ist es wie mit der Liebe – wenn man mit.leidet, wird das Leid nur noch grösser – wenn man hingegen nach Lösungen sucht – und diese auch findet – kann auch das Leid des anderen verringert werden – wenns dem nicht nur ums typisch österreichische Raunzen geht 😉

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