Dankbarkeitstagebuch

Nachdem ich es in letzter Zeit immer wieder gehört habe, dachte ich mir, ich probier es mal aus. Und so bin ich nun stolze Besitzerin eines Dankbarkeitstagebuches. Und wisst ihr was der häufigste Satz darin ist?

„Ich bin dankbar dafür, dass mich die Befindlichkeiten der Leute an meiner Dienststelle nicht mehr interessieren müssen!“

Wenn ich nicht bereits mit einem Fuß raus wäre aus dem Irrenhaus, würde ich wahrscheinlich gerade durchdrehen! Im Moment wird so ziemlich alles was geplant worden ist – mit der Vorgabe prozessorientiert und effizient – wieder verworfen um die Befindlichkeiten Einzelner zu befriedigen! Zweieinhalb Jahre Arbeit wird jetzt einfach alles gekübelt, damit alles so bleiben kann wie es ist! Und das geht wie folgt vor sich.

Es werden Leute auf Arbeitsplätze übergeleitet, obwohl sich dort mehr als 50% der Arbeitsplatzbeschreibung geändert hat. Was eigentlich gar nicht geht, aber trotzdem – Dank Personalvertretung – so umgesetzt worden ist. Jetzt sitzen die Leute auf Arbeitsplätzen, wo sie Tätigkeiten ausführen sollen, die sie nicht machen wollen. Was ist also die „logische“ Konsequenz? Wir – also ich nicht – schreiben die Arbeitsplatzbeschreibungen wieder um und alles bleibt im Endeffekt wie es jetzt ist. Alle Verbesserungen werden also einfach gekübelt! Juhu!

Wie gesagt, müsste es mich noch betreffen, wäre ich betroffen! So trifft es nur meinen Kollegen PK. Als die erste Befindlichkeit aufpoppte – wir wollen in einem Büro zusammen bleiben – warnte ich ihm, den Girls zu sehr entgegen zu kommen. Als die zweite Befindlichkeit auftrat – wir wollen uns gegenseitig vertreten – meinte er schon, dass es schön langsam reichen würde. Und als jetzt die dritte Befindlichkeit auf der Bildfläche erschien – wir können ja jetzt nicht alle neue Arbeit machen, wenn wir doch die Vertretung behalten – zuckte er dann diagonal aus. Tja. Ich kenne die Girls lange genug. Mir war das klar. Und ich prophezeie hiermit, dass dies definitiv nicht das Ende, sondern vielmehr erst der Anfang ist…

Also nicht für mich. Ich übergebe derzeit Unterlagen und Arbeit an alle möglichen Leute und freue mich von ganzem Herzen auf Ende Mai!

„Ich bin dankbar, dass ich so schnell eine berufliche Alternative gefunden habe!“

© Libellchen, 2017

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