Endlich Ruhe?

Ich hoffe es zumindest!

Der Mittwoch begann mit einem zufälligen Zusammentreffen. Ein Kollege kam total unmotiviert vorbei und wir plauderten ein wenig über dies und das. Er erzählte mir seinen Unmut und fragte wie es mir so gehen würde. Er habe einiges gehört und finde es echt arg, was sie mir da alles anschauen lassen. Jo eh! Ich hielt mich trotz allem bedeckt und tat es als nicht so schlimm ab. Dann sagte er allerdings etwas wo ich dann zuschlagen musste. Ich muss gestehen ich hatte es total verdrängt gehabt. Dabei wusste ich ja, dass seine Schwester die kaufmännische Abteilung unseres Ministeriums leitet….Er bot mir an, sie zu fragen ob sie mich vielleicht brauchen könne. Sie seien zwar auch gerade in einer Umgliederung, doch wenn alles kommt wie geplant, wird sie möglicherweise einen freien Platz haben…. Ich bat ihn, sie zu fragen. Fragen kostet ja nix. Und so hatte ich eine halbe Stunde später ihre Telefonnummer. Der Lebenslauf ist auch fertig – meinen zwei Korrekturlesern sei Dank – und so kann ich jetzt die Jobsuche angehen. Gleich konnte ich sie zwar nicht anrufen, doch sie steht auf meiner – mittlerweile doch recht langen Anrufliste – ganz oben.

Als nächstes tauchte der Personalvertreter bei mir auf, der noch mit mir spricht. Er versicherte mir wieder dass der Einspruch – gegen meine Besetzung – ja nichts mit mir zu tun habe, sondern nur gegen meinen Chef gerichtet war. Und er wollte/konnte nicht verstehen, warum ich es irgendwie trotzdem persönlich nehme….Wir sprachen dann auch über Mr. Wichtig und er erklärte mir, dass sich ja sehr viele, sehr viel, von ihm gefallen lassen (müssen). Ich meinte dann schon, vielleicht wäre es gut, wenn sie ihm mal zur Abwechslung, ein paar Grenzen setzen würden! Ich meine, kein Wunder dass er glaubt er kann so mit mir umspringen, wenn (alle?) anderen das mit sich machen lassen!

Danach holte mich PK ab und wir fuhren zu unserer Aussenstelle zum Dienststellenleiter. Dort angekommen wusste ich nicht genau was mich erwarten würde. Da wir ein wenig warten mussten, holten wir uns einen Kaffee. Dabei lief uns der Planungs-Chef über den Weg und versicherte mir, er könne sich ganz alleine mich, als Leiterin der Servicestelle vorstellen. Und ob ich schon mit dem Dienststellenleiter gesprochen hätte. Ich verneinte und er meinte nur, „Na sie werden schon sehen, das war alles nur ein Missverständnis!?“ Aha. Na dann schauen wir mal.

Das erste was ich wahr nahm, war das Mr. Wichtig nicht da war – ich hatte schon fast ein wenig damit gerechnet. Aber wir waren alleine. Er schenkte mir dann Wasser ein, fragte ob ich einen Kaffee wolle und bat mich Platz zu nehmen. Wir setzten uns. Und dann folgte ein ausgesprochen angenehmes Gespräch. Er wollte wissen, wie ich das Ganze sehe und ich legte es ihm dar:

Zweieinhalb Jahre habe ich die Servicestelle geplant. Ich bin überzeugt dass es funktionieren kann. Ich glaube daran. Ich finde sie sinnvoll und gut. Doch offensichtlich gibt es immensen Widerstand gegen meine Person und ich will nicht, dass die Servicestelle keine Chance bekommt, weil die Leute mich nicht mögen. Dafür habe ich nicht zweieinhalb Jahre alles gegeben. (An dieser Stelle merkte ich, dass ich ihn aus dem Konzept gebracht habe). Mich belaste die ganze Situation. Ich habe kein Problem mit viel Arbeit, aber ich bin die falsche für diese Machtkämpfe die gerade laufen. Ich habe einfach keine Lust mehr arbeiten zu gehen, da ich derzeit nie weiß, von welcher Seite der nächste persönliche Angriff kommen könnte! Und mein persönliches Wohl, ist mir dann doch wichtiger als der Job.

Da wusste er dann erstmal wirklich nicht, was er sagen sollte. Er fing mal damit an, dass er das verstehen könne. Er könne mir aber versichern dass es keine persönlichen Angriffe mehr geben wird. Die einzigen die mit mir reden werden sind er und mein Chef. Dies habe er auch Mr. Wichtig bereits mitgeteilt! (Heißt das nächste Mal höre ich nicht mal mehr zu, sondern drehe mich gleich um und gehe…). Er würde mich also ersuchen mir das mit dem Arbeitsplatz nochmal zu überlegen. Dazu musste ich ihm wahrheitsgemäß erwidern, dass ich das derzeit nicht sehe. Damit wollte er sich dann allerdings nicht zufrieden geben und so setzte er nochmal an. Er lässt mir die Tür offen. Ich soll jetzt planen und implementieren und wenn ich an irgendeiner Stelle, wieder an den Punkt komme, dass ich sage „ich will den Job“, dann bekomme ich ihn. Wenn nicht, verstehe er mich aber auch.

Und schon ist es wieder so, wie so oft in meinem Leben. Kaum habe ich etwas losgelassen, kann ich es plötzlich haben. Blöderweise interessiert es mich nach dem loslassen meistens nicht mehr. Sonst hätte ich es ja nicht loslassen können…. Ein Teufelskreis. Ich hoffe das ich den irgendwann mal überwinden kann!

Was nehme ich also mit? Lass dir nix gefallen, dann kannst du alles haben. Mr. Wichtig darf bei mir nicht mehr wichtig sein (Oje). Jetzt wäre ich am Drücker und will nicht mehr drücken. Ich kann mir mit der Jobsuche erstmal Zeit lassen, da ich mit PK ein gutes Team bin und der Dienststellenleiter ausgegeben hat, mich in Ruhe zu lassen! Umsehen werde ich mich trotzdem. Innerlich habe ich mit meiner Dienststelle schon abgeschlossen und realistisch betrachtet ist nach 13 Jahren ein Wechsel mehr als überfällig.

© Libellchen, 2017

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