Die muss man doch irgendwie provozieren können….

Wir erinnern uns. Am Montag habe ich den Job hingeschmissen. Am Dienstag habe ich die Planung umgehängt bekommen und hatte das Gespräch mit der zickigen Tussi. Dienstagabend fühlte ich mich schon, wie normalerweise am Donnerstag… Doch das Highlight diese Woche kam dann am Mittwoch! – wo es mir eigentlich schon gereicht hätte.

Ein Kollege von mir verliert zwei Mitarbeiter. Der eine wird mit mir die Planung machen müssen und eine Mitarbeiterin wird einen Teil meiner Arbeit am Arbeitsplatz übernehmen. Am Mittwoch in der Früh begrüßte er mich gleich mal, indem  er mich anmaulte, weil schließlich alles meine Schuld sei. Nicht nur dass er selbst nicht freigestellt worden war, jetzt verliert er wegen mir!!! auch noch zwei Mitarbeiter. Ich ersuchte ihn es jemand zu erzählen, den es interessiert! Und als kleiner Tipp, ich sei es nicht!

Um acht Uhr die erste Besprechung – die angenehmste des Tages, obwohl gleich in der Früh! Im Laufe des Vormittages eröffnete mir mein Chef, das Mr. Wichtig an ihn herangetreten war und ihm gesagt hatte, das er um ein Gespräch mit mir ersucht. Mein Chef hat daraufhin vereinbart, dass ich und Kollege Zwiderwurz (als Zeuge) zu ihm kommen würden.

Was ich erwartete:

Ge·sprä̱ch – Quelle Google
Substantiv [das]
  1. 1.
    der Vorgang, dass zwei oder mehrere Menschen eine bestimmte Zeit miteinander sprechen und ihre Gedanken über etwas austauschen.
    „Wir führten ein gutes/langes/intensives/offenes/vertrauliches/fachliches/dienstliches Gespräch.“
    Synonym: Unterhaltung

Was es wurde:

Da ich sie ihm hinhielt gab er mir die Hand. Auch hinsetzen durfte ich mich und dann legte er gleich mal los. Also er wolle jetzt mal klarstellen!!! Er hatte gehört, was ich alles über ihn gesagt habe!!! (Glaube ich nicht, alles weiß er sicher nicht). Ich würde behaupten – und er weiß ganz genau das ICH das war!!!! (ich streite eh gar nich ab, dass ich ihn nicht mag) – dass er mich mobben und benachteiligen würde!!!! (Oh ja, die Gerüchteküche, da ist noch nie was richtig angekommen) Sogar am von unserer Aussenstelle habe er das schon gehört!!!! Und da wolle er mal klarstellen, er würde mich weder mobben noch benachteiligen!!!! Er habe mir beim Hearing bloss zwei Fragen gestellt!!! (Und drei Angriffe geritten….) Und wenn ich nicht einsehen würde, dass die Leute nicht mit mir arbeiten wollen, dann habe ich noch weit mehr Defizite als er gedacht hatte!!!! (Da waren sie wieder meine Defizite, ob ich ihm wohl mal seine sagen sollte…) Und zweitens wollte er nur wissen wie ich mit schwierigen Kunden umgehe (solche wie er?) und ich sei einfach zu arrogant um mir darüber Gedanken zu machen (schon wieder Arroganz und wieder spiele ich offenbar den Spiegel). Und er wolle nochmal feststellen, dass er mich nicht benachteiligen würde!!! (Das glaube ich sofort, der ist sicher auch zu anderen arschig). Mein Umgangston sei übrigens auch viel zu sehr von oben herab (und schon wieder der Spiegel). Und er sage es auch ganz offen, er sei immer noch der Meinung dass ich UNGEEIGNET für den Leiter Servicestelle sei (hat ihm wohl noch keiner gesagt, dass ich den Job abgelehnt habe). Und er wolle auch gar nicht wissen, was ich alles meinem Papa erzählt habe, der brumme ihn nämlich nur mehr an, wenn er ihn grüsse (komisch, Papa hat doch gesagt, dass er ihn gar nicht mehr grüsst! Wo hat er ihn denn dann angebrummt?). Und dann natürlich damals vor zwölf Jahren, da gab es ja auch immer wieder Probleme mit mir, dass wisse ich doch sicher noch (hm, sollen wir jetzt wirklich darüber reden wie das so genau war vor zwölf Jahren als  er mein Chef war und mir beim ersten Hearing in den Rücken gefallen ist). Ausserdem habe ich mich wiederholt im Ton vergriffen!!!! (Bei wem?) Und einmal ist schon zu viel!!!! (Gut das er immer so kontrolliert ist wie gerade) Als Leiter Servicestelle sowieso (ohne Kundenkontakt). Und bei der schriftlichen Testung habe ich auch eine Skizze richtig gezeichnet!!! Das war ja wie abgepaust!!!! Sehr ungeschickt von mir!!! (Ähm, ja, die vier Kästchen, die ich während den zweieinhalb Jahren hundertmal gesehen habe. Ja wirklich. Sehr ungeschickt mir das zu merken!!!). Und ausserdem verstehe er gar nicht was ich gegen ihn habe!!! Er habe sich schließlich für mich eingesetzt!!!!! Die wollten das veröffentlichen, dass der Arbeitsplatz (den ich nicht mehr will) nicht mit mir besetzt wird!!! ER habe IHNEN gesagt dass sie das nicht machen können!!! (Erwartet er jetzt ein Danke?)

Dann holte er Luft und ich gab ihm meine Antwort!

Erstens habe ich weder gesagt dass sie mich mobben noch benachteiligen. Ich habe nur gesagt, dass sie mich persönlich angegriffen haben (da wollte er gleich was dazu sagen, doch ich überging seinen Einwurf) und

zweitens, was ich mit meinem Vater rede, geht sie mal gar nichts an und

drittens beende ich das Gespräch hier

bin aufgestanden und habe sein Büro verlassen!

Von der Definition kann ich sagen es war ein intensives Gespräch. Auf den Abgang war ich aber richtig stolz! Danach fühlte ich mich allerdings um Jahre gealtert. Ihm nicht das Gesicht zu zerkratzen hat doch extrem viel Energie gekostet! Leider konnte ich danach meinem Chef nicht sagen was ich von seiner Vermittlertätigkeit in der Sache halte, weil ich danach zu drei Besprechungen an unserer Aussenstelle fuhr! Der Arbeitstag endete dann erst um 16 Uhr 30, nach fast zehn Stunden! Und zwar heftigen Stunden die teilweise dreifach zählen!!! Den Zustand am Abend als abgefeuert zu bezeichnen, wäre also ein wenig untertrieben gewesen!

© Libellchen, 2017

2 Kommentare zu “Die muss man doch irgendwie provozieren können….

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