Klosterwerbung

Der Tag mit der Frau Doktor hat mir fast den Rest gegeben. Zwölf Stunden am Stück sind definitiv zu viel! Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass ich nicht wirklich mit vielen Menschen kann. Die meisten Menschen sind mir einfach zu anstrengend. So schön Mariazell auch war, die Gesellschaft war eher suboptimal. Dabei hat eigentlich alles ganz nett angefangen. Sie hat mir von ihrem Familientreffen erzählt und von ihrer Katze. Ich vom Büro. Doch je länger der Tag dauerte und je müder die Frau Doktor wurde, desto unrunder lief sie.

So wollte sie unter anderem von mir – ein wenig vorwurfsvoll – wissen, warum ich mich nicht mit dem einen Typen treffen wollte, den sie mir vermittelt hatte. Dass er sich eineinhalb Monate nicht bei mir gemeldet hatte und auch gar keine Treffen vorgeschlagen hatte, war dabei offenbar zu vernachlässigen…. Auf der Heimfahrt war dann vor allem das Thema Männer vordergründig. Und ganz ehrlich, eigentlich hätte ich mir direkt beim Aussteigen ein Kloster suchen müssen. Ich habe ja noch immer die Hoffnung, dass sich mal jemand findet wo es passt, doch diese Hoffnung wurde am Samstag schwerst auf die Probe gestellt!

Die Frau Doktor hat ihre nämlich verloren und wollte von mir eine Bestätigung dafür, dass es keine brauchbaren Männer mehr gibt auf dieser Welt und einen die Männerwelt sowieso nur ausnutze! Doch wie gesagt, ich habe noch ein Fünkchen Hoffnung, dass ich damit recht haben könnte! Und so stimmte ich ihr nicht zu. Widersprechen ist aber halt auch schwer. Ich habe ja schließlich keine handfesten Argumente zur Hand!

Am Ende des Tages fiel mir dann wieder auf, wie sprunghaft sie manchmal ist. Sie stellt eine Frage und wenn ich versuche sie zu beantworten und ihr irgendetwas auffällt, stellt sie entweder eine Zwischenfrage oder stellt eine Behauptung auf. Diese sind oft so hanebüchen, dass sie erstmal klar stellen muss um weiter zu sprechen. Das ist echt mühsam! Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass sie die Antwort gar nicht mehr interessiert. Sie stellt zwar Fragen doch, wenn man dann antwortet und sie am Straßenrand etwas sieht, was sie mehr interessiert, dann ist man samt Antwort uninteressant.

Also merke! Kaffee trinken – in Ordnung. Essen gehen – in Ordnung. Unternehmungen die länger als zwei Stunden dauern – nicht in Ordnung!!!!

© Libellchen, 2016

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