Persönliches Spannungsfeld

Gefangen zwischen Naivität und positivem Denken. Wo fängt das eine an? Wo hört das andere auf? Ich werde nicht gerne als naiv wahrgenommen. Doch oftmals ist es so. Vor allem seit ich begonnen habe ein wenig positiver durchs Leben zu gehen. Seit ich versuche an das Gute im Leben zu glauben, meine Hoffnung aufrecht zu erhalten und zuversichtlich in die Zukunft zu schauen, redet mir mein Verstand dauernd dagegen.

Und ich muss sagen, dass zehrt echt an meinen Energiereserven. Der Kampf mit einem selbst, ist halt doch der schwerste! Früher brauchte ich da nicht so viel Energie. Da hoffte ich nicht, war alles andere als zuversichtlich und glaubte auch nicht an das Gute im Leben. Damals kosteten mir andere Menschen mehr Energie. Da umgab ich mich mit Energievampiren und fühlte mich immer ausgelaugt. Heute habe ich die alle irgendwo abgestellt und kämpfe nur mehr mit mir selber….

„Alle sagten das geht nicht, dann kam einer der wusste das nicht und hat es einfach gemacht“ – mehrere Autoren bekannt….

Ich habe da ja dieses Projekt. Und das ist echt heftig. Brutal viel Arbeit und zahlreiche Möglichkeiten um grandios zu scheitern. Aber ich glaube daran. Ich kann das schaffen. Ich kann die Ärmel hochkrempeln und es schaffen. 10% glauben an mich. 90% glauben an mein Scheitern – grob geschätzt aufgrund des Stimmungsbildes.

In diesem Fall habe ich Zuversicht in meine eigene Arbeitsleistung. Da weiß ich, was ich kann. Da juckt mich auch der Vorwurf der Naivität nicht. Ich werde es ihnen schon zeigen. Bin schließlich ein sturer Steinbock der alles durchsetzt was er sich vornimmt.

Doch in Bereichen wo ich mein Glück nicht selbst in die Hand nehmen kann, wird es weit schwieriger. Wo ich auf andere vertrauen muss, dass sie in meinem Sinne handeln, wird es schwierig. Mein Mangel an Vertrauen in meinem Mitmenschen macht sich da dann richtig bemerkbar. Ich weiß auch wo es herkommt. Ich habe schon sehr früh gelernt, dass ich mich im Zweifelsfall nur auf mich selbst verlassen kann – ob das begründet war oder nicht, will ich gar nicht besprechen.

Es ist einer meiner Glaubenssätze! Wenn es hart auf hart kommt, bin ich alleine. Auch wenn das SO schon lange nicht mehr stimmt. Ich habe mittlerweile ein familiäres und soziales Netzwerk, das mich auffängt – wenn ich es denn zulassen würde! Aber da sind wir beim zweiten Glaubenssatz – du musst stark sein! In meiner letzten Krise – auch schon wieder sechs Jahre her – hätte ich auch schon Menschen gehabt, die mich hätten auffangen können. Die haben aber teilweise noch nicht mal davon gewusst! Ich habe versucht es so weit wie möglich mit mir selbst auszumachen. Gut, das lief ja nicht so toll….

Doch wenn ich das ändern will, muss ich noch einen weiten Weg zurücklegen! Zwei Glaubenssätze auflösen, meinem Verstand das Konstrukt der selbsterfüllenden Prophezeiung näherbringen und Vertrauen in mein Umfeld entwickeln. Äh ja. Wir lesen uns dann in ein paar Jahren wieder, ich hab mal zu tun…..

© Libellchen, 2016

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