Wie war das eigentlich früher?

Am Montag lag ich ganz entspannt – und schmerzfrei – mit Aretha am See. Sie hatte sich frei genommen und wir genossen einfach den bisher heißesten Tag des Jahres an unserem Schattenplatz am See. Und wir versicherten uns wie schön das Leben nicht ist und wie toll wir es nicht getroffen hatten! Und dann stellte mir Aretha eine eigentlich recht einfache Frage „Was hast du eigentlich früher in deinem Urlaub gemacht?“

Tja, was nur? Ich musste echt ein wenig überlegen. Wie war das noch mal in der Zeit vor meinem Tief?

Nun, zum einen war ich keine 3 Wochen durchgehend in Urlaub. Wenn der Stress im Büro zu viel wurde, habe ich mir eine Woche freigenommen. In der habe ich mich ausgeschlafen, habe vorm Fernseher und vorm PC rumgehangen und Party gemacht. So richtig schön unspektakulär.

Ich bin jetzt schon zwei Wochen in Urlaub. Ich hatte nichts geplant, war nicht weggefahren. Ein Urlaub zu Hause. So wie früher und doch ganz anders. In diesen zwei Wochen, war ich nämlich nur zwei Tage, nur zu Hause. Habe ich früher die Urlaube fast ausschließlich in den eigenen vier Wänden verbracht, komme ich jetzt oft nur zum Essen und Schlafen nach Hause! Entweder bin ich am See, wandern oder mache einen Ausflug. Und wenn das Wetter wirklich schlecht ist, dann bin ich halt trainieren und einkaufen und kümmere mich um meinen Haushalt. Aber einen ganzen Tag zu Hause, vor der Glotze, den gab es in den letzten zwei Wochen nur zweimal. Wobei der eine Tag, der Tag nach der Bärenschützklamm war und der zweite Tag, total schlechtes Wetter im Gepäck hatte!

Früher war mir das Wetter egal. Da war ich froh, wenn ich nicht raus musste. Nicht mit Menschen reden musste. Früher lebte ich in einer dunklen Höhle. Jetzt ist meine Wohnung immer noch meine „Höhle“. Meine Zuflucht. Nur ist sie hell und fröhlich und hin und wieder kommen Nachbarn zum Quatschen vorbei.

Mein Leben hat sich so krass verändert, das ist selbst für mich nicht immer einfach zu begreifen. Ich bin glücklich und zufrieden. Vor 20 Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich mal von mir sagen könnte. Unglaublich wie weit einem ein Tief bringen kann….

© Libellchen, 2016

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