Beziehung Nr. 18 – Marie Anhofer

Marie hatte mir ja zwei Bücher geschickt. Über Rabenvieh habe ich ja schon geschrieben. Dank des schönen Wetters und meinem Urlaub komme ich ja zurzeit mehr zum Lesen und deshalb bin ich auch schon mit Beziehung Nr. 18 fertig.

Irgendwie hatte ich etwas Anderes erwartet als dann kam. Und wie die Autorin in ihrem Nachwort bereits vermutet habe ich oftmals den Kopf geschüttelt und mich gefragt, wie naiv man eigentlich sein kann! Aber gleich vorweg, ich mag lernfähige Menschen und wenn man bis zum Ende liest merkt man, dass sie sich sehr wohl bewusst ist, was sie alles „falsch“ gemacht hatte. Wobei sie per se, gar nichts falsch gemacht hat. Sie hat das getan was wir alle tun. Sie hat aufgrund ihrer Erziehung und Erfahrungen getan, was sie dachte das sie tun sollte. Dass sie sich dabei selbst verloren hat, ist ja auch etwas was ich in meinen Beziehungen immer mal wieder selbst gebracht habe!

Im Nachhinein ist man immer schlauer, trifft wahrscheinlich auf ihre Beziehung und ebenso auf die Freundschaft mit Gudrun zu. Noch so eine Baustelle die ich zur Genüge kennen. Freunde. Welche sind echte, welche falsche und welche sollte man großflächig besser meiden!? Sie traf es mal wieder doppelt – auch etwas, dass ich persönlich kenne. Schließlich kommt ein Unglück selten allein. Allerdings hat Marie schon auch eine echte „Gabe“ wirklich ganz tief ins Klo zu greifen. Wobei ich in solchen Ausnahmesituationen auch immer noch ein funktionierendes Familiennetzwerk habe. Etwas das ihr gänzlich abgeht.

Als ich mit dem Buch fertig war, war der erste Gedanke „Also mit ihr möchte ich echt nicht tauschen!“. Und das nachdem ich mir das schon nach ihrem ersten autobiografischen Roman dachte! Doch sie ist eine Kämpferin und steht immer wieder auf. Und sie hat in ihrem Leben schon sehr viel gelernt – was manche Menschen vielleicht nie lernen werden – höre auf dein Bauchgefühl, vertraue deinem Instinkt, achte auf dich selbst, lerne Nein-Sagen, lebe nicht in der Vergangenheit, lass dich nicht von anderen verbiegen.

Was kann man von ihr lernen? Nicht aufgeben! Immer wieder aufstehen! Kämpfen! Weitermachen! Sich nicht unterkriegen lassen! Reflektieren und daraus lernen! Und man kann auch lernen, wie schnell es mitunter gehen kann, dass man plötzlich ohne alles dasteht. Ohne Job, ohne Wohnung, ohne Geld.

Ich würde mir jetzt aber noch einen dritten Roman wünschen. Eine autobiografische Liebesgeschichte mit echtem Happy End wäre jetzt zur Abwechslung mal nett. Und ich wette, damit könnte die Autorin auch sehr gut leben!

ISBN 978-3-8495-6922-8

© Libellchen, 2016

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s