Der Medicus von Saragossa – Noah Gordon

Gekauft habe ich das Buch, weil ich auf ein ähnlich tolles Buch, wie „Der Medicus“ hoffte. Diese Hoffnung wurde allerdings nicht erfüllt. An „Der Medicus“ kommt der „Der Medicus von Saragossa“ nicht ran. Deswegen war es aber noch lange nicht schlecht.

Ich habe auf jeden Fall etwas gelernt – immer wieder schön bei Büchern mit historischem Hintergrund! Das Buch beginnt in Spanien 1492. Juden werden verfolgt bzw. gleich aus dem Land geschmissen. Der Hauptdarsteller Jona verliert gleich mal seinen Bruder an Reliquienräuber. Sein Vater wird kurz vor seiner Ausreise aus Spanien verraten und umgebracht. Und von seinem zweiten Bruder wird er getrennt.

Was ich persönlich immer witzig finde, da steht ein Buch monatelang bei mir im Kasten. Irgendwann greife ich danach, beginne zu lesen und dann holt mich die Realität ein. Im Buch werden die Juden verfolgt und umgebracht. In der Realität gibt es eine Völkerwanderung von Syrern und anderen. Auch Jona in meinem Buch flüchtet. Immer wieder muss er alles zurück lassen und neu beginnen. Und so habe ich die andauernde Flucht von Jona verfolgt. Immer in Angst lebend, dass jemand sein Geheimnis entdeckt – dass er ein Jude ist. Er passt sich an um zu überleben, doch in diesen Zeiten werden auch viele zu Unrecht bei der Inquisition angezeigt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Sein Judentum zu verbergen ist also nicht sein einziges Problem. Er darf auch bei niemanden anecken. Und so flieht er immer wieder aufs Neue und beginnt von vorne. Dabei ist er natürlich auch sehr einsam. Kann nur sehr schwer jemand vertrauen. Erst relativ spät kommt er nach Saragossa und geht in die Lehre bei einem Medicus. Und dort kommt dann das bereits bekannte Gefühl in mir hoch. Ich bin dankbar in der heutigen Zeit zu leben. Bereits „Der Medicus“ zeichnete sich aus durch die detaillierte Schilderung, von tödlichen Krankheiten, die heute unseren Ärzten nur mehr ein müdes Lächeln abringen könnten. Die Unwissenheit mit denen Ärzte damals arbeiteten. Auf der anderen Seite waren sie allerdings in der Heilkunst der Kräuter weit besser gebildet als der heutige Durchschnittsarzt!

Und was habe ich jetzt gelernt? Das Spanien in dieser Zeit auch nicht nett war. Das immer wieder eine Religion gegen eine andere kämpft. Damals waren es die Christen gegen die Juden und die Muslime. Menschen wurden schon immer von ihrem Land vertrieben. Und das Recht des Stärkeren ist auch nichts Neues. Gut, das wusste ich auch schon vorher. Aber das Isabella von Spanien so eine grausame Herrscherin war, war mir neu. Ob mir mal ein Buch auch erklären wird, warum die Menschen sich immer gegenseitig das Leben schwer machen müssen….?

© Libellchen, 2015

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