Ein schmerzlicher Morgen

In der Nacht auf Mittwoch träumte ich davon, dass es meinem Fuß gut geht. Dieser Traum erfüllte sich allerdings nicht und so durchfuhr mich morgens als ich das erste Mal auftrat, ein unheimlicher Schmerz. Ich bin echt keine Meme, aber es tat richtig höllisch weh. Irgendwie humpelte ich auf die Toilette und dort überkam mich erstmal dumpfe Verzweiflung. Wie sollte ich bloß nach Hause gekommen? Oder überhaupt bis zum Frühstück?

Doch in meiner tiefsten Stunde vor ein paar Jahren hatte ich eines gelernt. Verzweiflung bringt gar nichts. Also versuchte ich mir zu überlegen was zu tun sei.

Erstens Therapie für Donnerstag und Freitag absagen – musste 24 Stunden vorher erfolgen, da man ansonsten eine Strafgebühr von € 10,- zahlen muss! Bin ich froh dass ich immer brav das Kleingedruckte lese… Natürlich hatte ich die Unterlagen nicht mit, aber ich hatte mein Smartphone mit Internetzugang, dass sollte also kein Problem werden. Im Gegensatz dazu wieder bis zu meinem Handy zu kommen….Ich quälte mich von der Toilette hoch und hievte meinen Körper wieder zurück ins Zimmer. Dabei hatte ich das Gefühl, dass Schmerz von extremst grausam, zu grausam abgeklungen war. Ich hegte ein wenig Hoffnung, sagte aber trotzdem die Therapie ab.

Als nächstes musste ich mir überlegen wie ich bis zum Frühstücksbuffet komme. Das dumme an Schmerzen in den Beinen bzw. Füssen ist ja, dass man die Dinger immer belastet wenn man sich bewegt. Eine Hand kann man schonen und sich trotzdem bewegen, bei einem Fuß geht das einfach nicht. Krücken wären in dem Moment ein Hit gewesen! Aber woher nehmen…? Vielleicht sollte ich zur Apotheke humpeln und mir dort ein Cool-Pack kaufen? Aber wie soll ich dorthin kommen, wenn ich noch nicht mal einen Stock tiefer komme…? Soll ich ins Krankenhaus? Ich überlegte. Gebrochen war der Fuß nicht, sonst könnte ich nicht auftreten. Gerissen dürfte auch nichts sein. Berichten zufolge macht es bei einem Riss eines Bandes oder einer Sehne einen Schnalzer – so einen habe ich nicht gespürt. Ich habe noch ein wenig gegoogelt und herausgefunden, dass blau nicht gut ist. Blau war der geschwollene Knöchel aber nicht.

Es dürfte also nichts weiter sein. Eine Zerrung. Eine Stauchung. Eine Überdehnung. Alles Dinge die von selbst heilen können. Wenn nur die Schmerzen nicht gewesen wären, wäre ich direkt erleichtert gewesen. Doch es tat einfach Hölle weh. Bei jedem Schmerz dachte ich, es reißt mir den Fuß ab. Doch ich konnte mich bewegen. Und so bewegte ich mich im Schneckentempo in den ersten Stock zum Frühstücksbuffet. Bevor ich zum Tisch ging, nahm ich mir gleich einen Kaffee mit. Und dann spielte ich mein organisatorisches Talent voll aus. Ich überlegte was ich wollte, was ich alles stapeln konnte und holte mir mein Frühstück mit nur zweimal gehen.

Und dann saßen wir beim Frühstück und ich schilderte mein Dilemma und da kam Papa mit der erlösenden Idee – Schmerztabletten! Eigentlich traurig dass ich meinen Papa brauche um auf die Idee zu kommen Schmerztabletten zu nehmen, aber es ist halt nun mal so. Und weil ich so einen tollen Papa habe, hatte er auch eine für mich, die er mir nach dem Frühstück vorbei brachte.

Bei der Abfahrt vom Hotel fing sie dann auch schön langsam an zu wirken. Und dank der Schmerzlinderung sollte ich es an diesem Tag tatsächlich bis nach Hause schaffen!

© Libellchen, 2015

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