Muhammad – Das Leben des Heiligen Propheten

2. überarbeitete Auflage 2012

Voriges Jahr auf der Buchmesse, haben Aretha und ich einen muslimischen Buchstand gefunden. Und da wir von Natur aus aufgeschlossen und neugierig auf fremdes sind, haben wir bei den Gratisbüchern großzügig zugeschlagen. Die Männer priesen die Bücher auch dementsprechend an. In ihnen würden wir den wahren Islam kennen lernen. Nicht den fehlgeleiteten den die Islamisten leben. Am meisten interessiert hat mich dabei das Buch „Muhammad“ das laut Klappentext folgendes beinhaltet:

„In dieser Biografie des Propheten wird sein Lebensweg detailreich, lebendig und lebensnah nachgezeichnet. Der Leser gewinnt einen authentischen Einblick in die Lebensgeschichte eines Mannes, der wie kein Mensch zuvor die Weltgeschichte verändert hat.“
Gerade dieser Lebensweg hat mich wirklich interessiert, da ich keinerlei Ahnung vom Leben des Propheten hatte.

Nach ein paar Wochen ausführlichen Lesens, weiß ich noch immer nicht sehr viel mehr und habe jetzt auf Seite 191 auch aufgegeben. Die restlichen 200 Seiten werden jetzt erstmal ungelesen bleiben.

Als ich mir das Buch zur Hand nahm, ging ich davon aus, dass es geschrieben von Muslimen natürlich keine kritische Sicht auf den Propheten geben würde. Genauso wie die katholische Kirche nichts Schlechtes über Jesus sagen würde! Das hätte mich auch nicht weiter gestört. Das ist von Gläubigen in allen Religionen so zu erwarten. Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, waren die andauernden Seitenhiebe auf alle anderen Religionen.

Wobei die ersten 100 Seiten noch recht lesbar sind. Dabei geht es eher darum wie der Islam entstanden ist und wie sehr der Prophet zu leiden hatte – kennt man auch aus der Bibel. Doch dann beginnt das Hickhack auf die anderen Religionen. Kleine Sticheleien, die mir einfach nicht gefallen. Wobei ich sowieso mit dem Glauben und der Vorverurteilung einer ganzen Glaubensrichtung ein Problem habe. Ich mag das über den Kamm scheren nicht. Ich bin ich. Ich bin nicht so wie alle anderen Frauen. Nicht so wie alle Österreicher. Nicht so wie alle heterosexuellen Menschen. Und ich bin auch der Meinung dass jeder Mensch selbst für seine Taten verantwortlich ist. Wenn ich also in einem Buch lese „Der Vertrag macht eindeutig klar, dass der Prophet des Islam entschlossen war, mit anderen Bewohnern von Medina in Höflichkeit und Freundlichkeit zu verkehren und sie wie Brüder anzusehen und zu behandeln. Wenn Dispute und Konflikte auftraten, so lag die Verantwortung dafür bei den Juden“ dann fehlen mir erstmal die Worte. Was ist denn das für eine Logik? Weil ein Mann sagt, ich will mit euch in Frieden leben, sind automatisch an allen Auseinandersetzungen die Juden schuld? Was ist mit seinen Gefolgsleuten? Was wenn die sich nicht an seine Vorgaben halten? Gut das wird danach erklärt. Jeder Muslim hielt sich an alles was der Prophet gesagt hat und folgte ihm bedingungslos überallhin.

Es wird dann auch ein paar Seiten weiter dann schön erklärt. Da bekommen dann die Christen ihr Fett weg. Da wird der Geist der Ergebenheit und des Opfermutes der frühen Muslime gepriesen. Im Gegensatz zu den Jüngern Jesu die „so wissen wir, verließen ihn im kritischen Augenblick. Einer von ihnen verriet ihn für 30 Silberlinge. Ein anderer verleugnete ihn und die verbleibenden Zehn verschwanden. Die Muslime aus Medina, die sich dem Heiligen Propheten zugesellt hatten, waren nur für ein und ein halbes Jahr bei ihm. Doch sie hatten in dieser kurzen Zeit solch einen Glaubenseifer angenommen, dass, hätte der Heilige Prophet von ihnen verlangt, sich ins Meer zu stürzen, sie bedenkenlos so getan hätten.“

Ein paar Seiten weiter kam mir dann ein bekannter Ausspruch unter. Ich kenne ja nicht viel aus der Bibel, aber Jesus letzten Worte am Kreuz sind sogar mir bekannt. Umso überraschter war ich als da plötzlich in der Lebensgeschichte des heiligen Propheten folgendes zu lesen war:

„Als die Pfeile schnell und zahlreich auf ihn zukamen und der Heilige Prophet so verwundet war, betete er: Mein Gott, vergib meinem Volk, denn sie wissen nicht, was sie tun (Muslim)

Tja und so geht es weiter von den Alkoholiker-Christen und den intriganten, hinterhältigen Juden bis zu den praktisch nicht anwendbaren Lehren Gandhi´s. Die einzig wahre Religion ist halt doch der Islam. Gut, der Schluss ist natürlich nicht überraschend. Ich hätte mir aber mehr über den Werdegang des Propheten erhofft und nicht das dreschen von Klischees. Tja leider.

Was stimmt ist, dass in diesem Buch nichts steht, was die Islamisten (z.B. IS) aufrufen würde so zu wüten wie sie es tun. Doch nach folgendem Satz, konnte ich dann trotzdem nicht mehr weiter lesen. Vor allem in Betracht dessen was derzeit auf dieser Welt von gläubigen (irrgeleiteten) Muslimen gelebt wird: „Menschliche Erfahrung und Weisheit sollte deshalb zu dem Schluss kommen, dass nur die Methode, die der Heilige Prophet des Islam lehrte und in die Praxis umsetzte, in der Lage ist, Kriege zu verhindern und zu beenden.“

Natürlich haben wir Christen dass auch schon alles durch. Parallel lese ich auch gerade ein GEO Geschichte über die Kreuzritter, wo auch im Namen Gottes gemordet wurde was das Zeug hält. Auch keine schöne Zeit! Allerdings hätten wir die Fehler schon gemacht, bräuchten die Muslimen nicht auch noch selbst machen. Hätten sie auch schon aus unserer Geschichte lernen können…

Wie auch immer, weder diese Lektüre, noch die andere, motiviert mich dazu mich wieder einer speziellen Glaubensrichtung zuzuwenden. Ich bleibe lieber eine Ungläubige und picke mir aus jeder Religion das raus, was mir gefällt. Und das Buch Muhammad kommt gleich neben den ebenso unlesbaren jüdischen Talmud, die Geschichte der Hinduisten und der Buddhisten. Wieso glaube ich eigentlich immer noch, dass ich etwas davon wirklich bis zu Ende lesen kann…. Vollständigkeitshalber sei erwähnt dass ich, außer einer Kinderbibel, auch nie die Bibel gelesen habe…

© Libellchen, 2015

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