Sucht III – illegale Drogen

Ja ich hatte auch so meine Berührungspunkte mit illegalen Drogen. Aktiv allerdings nur mit Marihuana. 3 Züge von einem Joint in genauso vielen Jahren. Passiv hatte ich allerdings zusätzlich noch Kontakt mit LSD, Ecstasy und Heroin. Doch die Hauptdroge in meinem Heimatort war, neben den legalen Drogen Alkohol und Zigaretten, Marihuana. Bekam man eine selbstgedrehte Zigarette angeboten, musste man nachfragen, um herauszufinden ob sie mit oder ohne Beilage war. Joints waren genauso die Norm, wie der Wodka in der Hand. Es war im ganzen Ort unter den Jugendlichen anerkannt. Anfangs dachte ich noch, dass es nur eine spezielle Kiffergruppe ist, doch ich musste mit der Zeit feststellen, dass ich mich geirrt hatte.

Ich bekam damals auch mit, was Marihuana mit einem Menschen macht, der täglich zu viel davon konsumiert. Da gab es keinen Unterschied zwischen demjenigen der sich eingeraucht hatte und jenem der auf einem LSD-Trip hängen geblieben war. Beide kauerten in einer Ecke und wussten weder wo, noch wer sie waren. Dieses recht anschauliche Bild, hat mich auch von jedem Versuch des Konsums, abgeschreckt. Dieser totale Kontrollverlust war mir echt zu heftig. Wenn ich mich betrank, tat ich es langsam und konnte jederzeit aufhören zu drinken – das gilt natürlich nicht für einen Alkoholiker! Doch diese LSD-Pillen wirkten innerhalb von ein paar Minuten. Plötzlich war der Mensch den man kannte weg und ward erst wieder gesehen, nachdem die Wirkung nachgelassen hatte – was auch schon mal 2 Tage dauern konnte!

Auch Ecstasy hatte so eine persönlichkeitsverändernde Wirkung auf die Menschen, dass es mich total abschreckte. Ich stellte meinen damaligen Freund sogar vor die Wahl. Entweder die Droge oder ich. Er entschied sich für mich. Für ein halbes Jahr….

Heroin erlebte ich nie live. Ich erfuhr nur, dass der Bruder meiner ehemals besten Freundin an Hepatitis C gestorben war, was er sich bei seiner Heroinspritze geholt hatte. Als ich noch Kontakt zu ihm hatte, lief er noch „nur“ mit Bier und Joints durch die Gegend.

Tja, dieses „nur“. Fängt mit Alkohol und Zigaretten an und endet…. Einer meiner besten Freunde damals, der auch mit mir zur Schule gegangen war, landete irgendwann obdachlos in Wien auf der Straße. Heute hat er zwar eine Wohnung, aber auch eine diagnostizierte Persönlichkeitsstörung. Er hat sich sein Gehirn mit Joints vernebelt.

Ein anderer wollte sich im LSD-Rausch vor einen Zug werfen – wer weiß was er gesehen hatte! Heute ist er Buddhist, Vegetarier und Anti-Alkoholiker

Ich bin weggezogen. Habe die Drogen und die Menschen hinter mir gelassen. Habe nur mehr Erinnerungen an eine heftige Zeit. Wo man nie genau wusste, welche Drogen hat das gegenüber gerade eingeworfen. Was sieht er gerade wenn er dich ansieht? Dich oder ganz was anderes? Was ist in seinen Träumen, dass er plötzlich aufschreit und sich windet als würde er verbrennen? Es ist eine Zeit die ich nicht vermisse. Obwohl ich die nüchternen Menschen manchmal vermisse. Sie waren eine Zeitlang meine Familie.

Doch mit Süchtigen ist das so eine Sache. Die Droge wird ihnen immer wichtiger sein, als ihre Mitmenschen. Nicht bewusst. Unbewusst. Wenn die Entzugserscheinungen überhand nehmen, dann zählt das Gegenüber nicht mehr. Dann geht es nur mehr darum, wo bekomme ich die nächsten Drogen her. Dann wird man plötzlich unwichtig, für den Mann der einen doch angeblich liebt…. Dann wird man zur Nebensache.

Ob es gescheit ist Drogen zu verbieten oder nicht, darüber habe ich viele unterschiedliche Ansätze. Den besten Ansatz für mich, habe ich bisher in dem Buch „Drogenkrieg“ von Peter Michael Lingens gelesen. Es geht darum Süchtige zu entkriminalisieren und den Zugang zu Drogen über eine Abgabe über Apotheken zu erleichtern um die Beschaffungskriminalität und den Drogenschmuggel einzuschränken.

Was mich persönlich echt stört, ist die „Zweiklassengesellschaft“ von Drogen. Wieso ist Alkohol erlaubt und Marihuana verboten? Erfahrungsgemäß schlafen Kiffer ein und Alkoholiker werden aggressiv und zudringlich. Wieso ist also das eine als gesellschaftsfähig anerkannt und das andere nicht? Beides macht süchtig. Beides braucht Zeit bis es wirkt. Nach beidem kann man süchtig werden. Beides beeinflusst meinen Geist. Unter Einfluss von beidem darf man kein Auto lenken. Doch findet die Polizei einen Joint in meinem Auto habe ich ein „Problem“. Findet sie eine Kiste Bier, wünscht sie mir ein schönes Wochenende!

Für mich persönlich gilt. Keine illegalen Drogen und Reduktion der legalen Droge Alkohol auf ein Minimum! Das Leben ist viel zu schön um es im (Drogen-)Rausch zu verpassen.

© Libellchen, 2015

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