Emotionale Achterbahn

Was für ein Sonntag! Nach einem tollen Samstag, kam dann ein sehr heftiger Sonntag. Begonnen hat alles mit wenig Schlaf. Ich war todmüde, doch konnte nicht noch mal einschlafen. Also schleppte ich mich um halb 7 ins Bad und in die Badewanne. Dort vegetierte ich eine halbe Stunde dahin. Danach gabs einen Kaffee und meine Lebensgeister kehrten zurück.

Um 9 Uhr bestätigte Wolfgang meine Freundschaftsanfrage in Facebook und löste somit das erste Gefühl des Tages – Freude – aus. Ich schickte ihm eine kurze Nachricht, woraufhin er mich zum Frühstück einlud. Voller Zuversicht und Vorfreude sagte ich zu. Und auf dem Weg zu ihm, stellte sich dann auch noch Hoffnung ein. Beim Frühstück herrschte dann wieder Freude vor. Nach dem Frühstück im Garten machte er es sich auf der Couch bequem, inklusive Aufforderung mich zu ihm zu gesellen. Da kam dann ein wenig Anspannung und Bauchkirbbeln dazu.

Wir lümmelten auf der Couch rum, inklusive „zufälligem“ Körperkontakt. Da wurde dann aus dem Kribbeln Nervosität. Ich war schon so lange nicht mehr mit einem Mann zusammen, dass ich immer nervöser wurde, je deutlicher wurde, wohin das ganze führen würde. Dazu muss man sagen, dass seine derzeitige Situation nicht gerade einfach ist und ich nicht damit gerechnet hatte, dass sich so schnell mehr entwickeln würde. Kuscheln und knutschen führte dann zu einer gewissen Verwirrung und Erregung. Ein wenig herumgefummel führte bei ihm zu Angst. Er sei noch nicht bereit für eine Beziehung und wolle mir nichts vormachen oder mich verletzen. Gut, das war nichts Neues für mich. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er schon für eine Beziehung bereit sei. Andererseits, ich ja auch nicht. Nach 4 Jahren alleine brauche ich keinen Mann der gleich eine richtige Beziehung mit mir führen will.

Da ich aber die Nähe und Berührung sehr genoss und mich auch total wohl fühlte, versicherte ich ihm, dass ich keine Beziehung im Moment brauche – was ich nach wie vor so sehe. Nachdem wir uns ausgesprochen hatten, setzten wir das Gefummel fort und die Erregung setzte wieder ein, was geradewegs zu Sex führte – doch kein 3-jähriges Jubiläum ohne Sex! Nach der Erregung und Befriedigung kam da bei ihm wieder Panik und bei mir Verwirrung. Also beendeten wir unser erotisches Techtelmechtel und begannen wieder zu reden. Das können wir definitiv am besten! Nach einer halben Stunde wo wir uns ausgesprochen hatten, beschlossen wir ein paar Schritte zurück zu machen und bei der wandernden Freundschaft weiter zu machen. Was für mich erstmal kein Problem darstellte. Blöderweise fand er bei dem Gespräch meinen wunden Punkt, was dazu führte dass ich in Tränen ausbrach.

Offensichtlich hatte ich noch nicht alles in meinem Leben zur vollsten Befriedigung aufgelöst. Es gab da etwas dass ich nur gut verdrängt hatte, doch dazu später mehr. Das war der Punkt wo ich dann bei Traurigkeit und Selbstmitleid angekommen war. Wie ein richtig guter Freund es nun mal tut, hörte er mir zu und half mir meinen Tränen zu trocken. Als ich mich wieder ein wenig beruhigt hatte, bekam ich dann noch ein Abendessen und wir führten unsere witzigen Gespräche vom Vortag fort. Nach dem Essen beschlossen wir noch eine kleine Runde zu gehen. Da ich allerdings die falschen Schuhe anhatte, fuhren wir zu mir, wo ich ihm meine Wohnung zeigte und die Schuhe wechselte. Und dann machten wir eine kleine Runde, die dann allerdings auch 5 Kilometer waren! Und während des gehens, waren wir für unsere Verhältnisse sehr ruhig. Jeder von uns hing seinen Gedanken nach. Dabei stellte sich bei mir Frust und Trotz ein. Und nach 4 Kilometern kam dann noch eine totale Erschöpfung dazu. Es war einfach alles viel zu viel gewesen an diesem Wochenende.

Zurück bei mir, stiegen wir wieder ins Auto und ich brachte ihn nach Hause. Auf dem Weg wollte er dann noch wissen, ob ich auf ihn böse sei. Ich antwortete ihm wahrheitsgemäß, dass ich einfach so erschöpft bin, dass ich mich total ausgebrannt fühle. Die viele Bewegung, die vielen Emotionen und dazu noch die Tränen. Irgendwann ist es einfach genug….

© Libellchen, 2014

2 Kommentare zu “Emotionale Achterbahn

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