Kein Neuanfang ohne Veränderung

Würde ich nichts verändern, wäre es nur ein Umzug und kein Neuanfang gewesen. Doch ich hatte beschlossen neu anzufangen. Ein paar wenige Kleinigkeiten und Menschen habe ich mitgenommen, doch der Rest ist emotional in Wiener Neustadt geblieben. Und dann ist da noch das Zitat von Albert Einstein:

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

Dieses Zitat verfolgt mich schon seit Monaten. Immer wieder denke ich daran und kann nicht wirklich etwas damit anfangen. Ich meine, ich verstehe es schon, doch mir war nicht klar, was ich ändern sollte. Mal abgesehen davon dass ich sowieso gerade beim umziehen war….

Jetzt war ich also in meiner neuen Heimat angekommen und hatte alle Möbel die ich wollte gekauft, es war also Zeit sich dem Neuanfang zu kümmern. Das bedeutet für mich einleben, die Gegend in der ich lebe erkunden und ja auch neue Menschen kennen lernen. 2 Nachbarn kenne ich schon. Die genau neben mir und den Nachbar unter mir. Doch mehr als grüßen war bisher nicht drinnen.

Und dann kam es, dass genau an meinem ersten Wochenende ein Straßenfest in meiner neuen Heimat war. Ich sollte da also eigentlich hingehen. Blöd nur, dass Anabel sicher auch unterwegs sein würde. Sie hatte mir ja schon vor Wochen davon erzählt. Ich beschloss mir das Spektakel also tagsüber anzuschauen, wo sie noch in der Arbeit war. Und so machte ich mich auf, das Straßenfest zu erkunden.

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Ich glaube da bin ich in einer netten kleinen Dorfgemeinschaft gelandet! Oder besser gesagt in einer Marktgemeinde mit 6.000 Einwohner.

Ich drehte also meine Runde, doch natürlich war noch nicht viel los. Das Spektakel würde erst am Abend so richtig losgehen – doch ob ich da noch mal durchschauen würde, war eher fraglich. Ich so ganz alleine auf einem Ortsfest wo ich niemand kenne….?

Und dann saß ich zu Hause in meiner tollen Wohnung und konnte beobachten wie aus allen Häusern die Menschen Richtung Fest strömten und da fiel mir das Zitat wieder ein. Wenn ich Menschen kennen lernen wollte, würde ich wohl meine Wohnung verlassen müssen….

Also brezelte ich mich auf und bereitete mich emotional darauf vor. Ich würde mit jedem reden, der mich ansprach. Ich neige ja eher zu Fluchtverhalten und Verschlossenheit, eine emotionale Vorbereitung auf das angesprochen werden, war also durchaus notwendig. Und dann stapfte ich durchaus ein wenig nervös aufs Fest. Ich beschloss mein abnehmen an diesem Abend hintanzustellen und mir Alkohol zu gönnen um meine Nerven zu beruhigen. Also wanderte ich ans Ende des Festes und holte mir bei einem gemeinnützigen Verein – wo keine Kundschaft stand – einen Spritzer. Der Vorteil an einem Ortsfest – ich kann zu Fuß nach Hause gehen!

Ich plauderte auch ein wenig mit der durchaus sehr netten Dame, doch über Gebühr wollte ich sie dann auch nicht beanspruchen und verließ den Stand nach dem einen Spritzer. Dann war es Zeit für das Sonnwendfeuer, also suchte ich die Wiese wo angeblich das Feuer entzündet werden würde. Fündig wurde ich allerdings nicht. Der nächste Halt war dann eine Containertoilette und ein Spritzer bei einem Stand mit Livemusik, wo die Hippis des Ortes zu den Reggaeklängen barfuss auf der Straße tanzten. Das wollte ein wenig beobachtet werden. Zum Abschluss wollte ich mir noch ein Schnapserl holen – mittlerweile spürte ich schon den Alkohol. Und dort traf ich dann auf 2 „Jungs“ die mich tatsächlich anquatschten. Ein Mister „Ich finde deine Augen schön – wir beide gäben sicher ein tolles Paar ab – willst du noch Kinder, ich könnte dir eines machen.“ Und der ruhige Tänzer, für den emotionsloser Sex nicht infrage käme, da Sex Lebensenergie bedeutet, welche direkt aus dem Shakra komme. Wie die beiden Freunde sein können, hat sich an diesem Abend nicht erschlossen.

Beide aus Ortschaften in der Nachbarschaft und durchaus eine nette Unterhaltung. Der Aufreißer der nicht zudringlich wurde, sondern nur eine große Klappe riskierte und der Ruhige der total überrascht war, als ich Fragen über ihn stellte. Der Aufreißer hat sich tatsächlich meine Nummer geben lassen und hat versprochen mich mal zum Grillen einzuladen. Na schau ma mal. Lustig wars auf jeden Fall und dass alles nur, weil ich mal etwas anderes ausprobiert habe. Alleine auf ein Fest zu gehen wo ich niemand kenne – wer hätte das von mir gedacht. Achja, Anabel ist mir auch nicht über den Weg gelaufen!

© Libellchen, 2014

2 Kommentare zu “Kein Neuanfang ohne Veränderung

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