Punkt 24 und 25

Die Suche nach einem Nachmieter.

Als erstes bekam ich ein Schreiben von der Genossenschaft, worin stand was alles zu tun sei, wenn ich einfach auszog. Da festigte sich in mir der Wunsch einen Nachmieter zu finden und mir die Arbeit zu ersparen. Also bestellte ich mir eine/n Nachmieter/in beim Universum. Dann holte ich mir ein Wertkartenhandy, druckte Zettel aus und tapezierte, am Montag vor 3 Wochen, nach der Arbeit die Nachbarschaft. Dabei hielt ich mich an offene Türen – und glaubte fest daran, dass schon die richtigen Türen offen stehen würden. Oder besser gesagt DIE offene Tür. Ich brauchte nur eine.

Am Dienstag lief mein Handy dann heiß. Viele riefen an und fragten nach Miete und Kaution. Und einige auch nach Besichtigungstermin. Den ersten vergab ich am Dienstag um 1600 Uhr. Den zweiten am Dienstag um 1630 Uhr. Am Mittwoch waren wir im Kino, also ging es am Donnerstag und Freitag weiter. Immer 2 Termine gleich nach der Arbeit.

Und so stapften die unterschiedlichsten Menschen durch meine Wohnung – mit und ohne Kinder. Die zweite die kam, kam mit 2 Kindern und einer Freundin. Die Freundin versuchte sie zu überreden, doch sie war nicht begeistert. Die dritte kam mit ihrem Vater. Auch er versuchte sie zu überreden, doch auch sie war nicht begeistert. Er gewann allerdings! Der vierte kam gleich gar nicht – obwohl, doch er kam mit seiner Schwester einen Tag später. Ein sehr verwirrter junger Mann. Als fünftes kam besagte Schwester mit Bruder und Schwägerin. Ein nettes Mädel, welches die Wohnung auch nehmen würde – echte Begeisterung klingt anders. Zum Abschluss kam noch eine Mutter mit erwachsenem Sohn. Lustige Menschen, aber die Wohnung war nicht wirklich was für sie.

Doch eigentlich waren sie alle nur Reserve. Denn die erste die kam, war total begeistert. Sie wolle die Wohnung unbedingt! Also sagte ich ihr was zu tun sei. Meldezettel + die letzten 3 Gehaltszettel bringen. Sie meinte dann, sie würde die Unterlagen gleich direkt an die Genossenschaft schicken, also gab ich ihr die Kontaktdaten. Und ich hatte sofort ein gutes Gefühl. Dieses wurde am nächsten Tag noch besser, als sie mich anrief und meinte sie habe die Unterlagen schon geschickt. Ich sagte ihr dann, dass ich auch bereits bei der Genossenschaft angerufen hatte und die Unterlagen angekündigt hatte. Das freute sie total, und mich freute ihre Freude. Die Genossenschaft meinte dann sie würde bis Ende der Woche alles überprüfen und wenn alles in Ordnung sei, würden wir ein Schreiben erhalten.

Wenn nicht, würden sie sich bis Ende der Woche telefonisch melden. Was sie nicht taten! Am Sonntag nach 21 Uhr erhielt ich dann noch einen Anruf von einer die auf Wohnungssuche und am Montag, während der Mängelbegehung meldete sich auch noch eine Anruferin. Beide bekamen von mir einen Besichtigungstermin am Montagnachmittag. Die erste wollte um 14 Uhr kommen, tauchte aber nicht auf. Also hab ich angerufen und siehe da, sie wartete noch auf ihren Bruder. Sie würden dann um 16 Uhr kommen. Nein, würde sie nicht, denn da hatte sich schon die andere angekündigt. Das wollte sie dann nicht ganz verstehen. Schließlich musste sie ja noch auf ihren Bruder warten. Ja und? Was interessiert es mich? Sie sagt 14 Uhr und kommt nicht und will mir dann vorschreiben wann sie kommt? Glaube ich nicht!

Die Dame um 16 Uhr kam dann ein wenig früher und übernahm gleich das Zepter. Sie habe bereits eine größere Wohnung von derselben Genossenschaft und wolle die kleinere und meinte meine bereits seit voriger Woche angemeldete Nachmieterin ausstechen zu können. Dabei erfuhr ich, dass meine Nachmieterin offensichtlich fix ist! Die dynamische Dame rief nämlich bei der Genossenschaft an und meinte sie nehme die Wohnung, gemäß einer Absprache mit einer anderen Dame bei der Genossenschaft. „Meine“ Sachbearbeiterin meinte dann, meine Nachmieterin stünde schon fest! Jippih! Als sie merkte dass sie die Wohnung nicht bekommen würde, wollte sie mir den Kühlschrank abspenstig machen! Natürlich habe ich ihn ihr nicht geschenkt!

Um 16 Uhr 30 kam dann tatsächlich die 14 Uhr Dame, inklusive Bruder. Die beiden waren ganz süß, natürlich konnte ich ihnen nichts zusagen. Da ich allerdings auch noch kein Schreiben von der Genossenschaft in Händen hatte, habe ich sie vertröstet. Genauso wie die 2 Damen die noch im Laufe des Tages angerufen haben. Nach der ganzen Aufregung habe ich beschlossen mir erstmal keine weiteren Besichtigungstermine zu gönnen, sondern nur Telefonnummern zu sammeln. Allen absagen wurde übrigens als weiterer Punkt auf meiner To-Do-Liste hinzugefügt.

Und dann passierte über eine Woche gar nichts. Das angekündigte Schreiben der Genossenschaft langte einfach nicht ein. Dafür gingen die Anrufe munter weiter. Am Montag war dann Schlüsselübergabe und am Dienstag war ich auch ganz schön eingespannt, deshalb habe ich dann erst am Mittwoch bei der Genossenschaft angerufen um mal nachzufragen was denn nun Sache sei. Und siehe da. Das Schreiben an meine Nachmieterin war schon raus, nur ich würde keines bekommen, da wir ja schon telefoniert hatten! – Gut zu wissen!!! Ich habe dann sofort meine Nachmieterin angerufen und nachgefragt, ob sie das Schreiben wirklich bekommen habe und ob sie die Wohnung eh noch wolle. Da ihre Antwort Ja und Ja war, haben wir beschlossen die Wohnung Mitte Juni zu übergeben. Jetzt brauchen wir nur noch den Hausverwalter an die Strippe zu bekommen, welcher bei der Übergabe anwesend sein muss, was mir am Mittwoch nicht geglückt war.

Nichts desto trotz, habe ich dann auch gleich am Mittwochnachmittag alle potentiellen Nachmieter angerufen und ihnen abgesagt.

© Libellchen, 2014

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