Unter Druck

Letztens habe ich ja darüber geschrieben, dass mir bei Margit einiges klar geworden ist. Kurz darauf ist mir klar geworden, warum ich mir so viele Gedanken über sie mache. Sie war nämlich eine Woche nicht da und schwupps verfiel ich in meine „alten“ Verhaltensweisen. Ich lies mich unter Druck setzen. War plötzlich wieder stressig und angespannt und gar nicht mehr so entspannt wie wenn Margit da ist. Es ist nämlich so, sie beeinflusst mich auch. Sie hat nämlich etwas, was mir oftmals wirklich fehlt – ein definiertes Wurzelzentrum. Und da ich sie normalerweise im Büro immer um mich habe, nasche ich bei ihr natürlich mit.

Wenn Margit da ist, erdet sie mich. Sie nimmt den Druck raus. Und wenn sie dann eine Woche nicht da ist, dann fehlt mir etwas. Ich mache zwar meine Arbeit gleich gut wie sonst, doch ich fühle mich nicht so gut dabei. Wenn Margit da ist, bin ich in einer entspannten „Was geht ab“ – Stimmung. Wenn sie nicht da ist, rasen meine Gedanken. Was muss ich zuerst machen? Wenn ich gleich damit anfange, dann kann ich gleich danach das andere machen. Ich bin gestresst.

Und genau das ist es, warum ich mir so viele Gedanken um sie mache. Sie ist nicht einfach nur eine Kollegin die mit mir im Büro sitzt. Sie tut mir auch gut. Ich fühle mich besser wenn sie da ist, von daher will ich sie auch verstehen, damit wir auch in Zukunft zusammen arbeiten können. Ich will diese entspannte Stimmung behalten. Deshalb will ich sie nicht vergrämen. Und deshalb versuche ich herauszufinden, wie genau sie eigentlich tickt. Denn nur wenn ich weiß, wie jemand tickt, kann ich auch auf ihn oder sie eingehen. Ich kann mich anpassen.

Unglaublich wie anders ich mich fühle, wenn sie nicht da ist. Ich hatte das schon voriges Jahr in ihrem Sommerurlaub bemerkt, doch nun kam es mir noch viel schlimmer vor. Wahrscheinlich weil ich mich emotional immer mehr darauf eingelassen habe. Ich habe es selbst gemerkt in den letzten Wochen, dass ich immer entspannter werde. Allerdings glaubte ich dass ich es endlich gelernt habe. Stattdessen habe ich mich nur immer mehr auf Margit´s Emotionen eingelassen. Und als sie dann weg war, zog es mir wieder die Füße weg und ich war wieder flippig.

Natürlich nur innerlich. Das ist nichts was jemand in meinem Umfeld bemerken würde. Ich habe schon sehr früh gelernt, den Druck den ich empfinde, nicht zu zeigen. Doch ich habe ihn umso mehr gespürt. Und ich hatte ihn nicht vermisst gehabt! Aber jetzt wo er wieder eine Woche mein Begleiter war, weiß ich zwar umso mehr, was ich in Margit´s Gegenwart habe, andererseits weiß ich auch wieder, dass ich es auch alleine schaffen kann. Auch wenn es nicht so angenehm ist, nachhaltig aus der Bahn wirft es mich nicht. Ich hatte ja auch sehr lange Zeit mich daran zu gewöhnen….

© Libellchen, 2014

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