Drehbuch der Liebe – Teil 24

Einen arbeitsreichen Monat später stand ich vor einem kleinen Problem. Ich musste Dina dringend erreichen und ihr unbedingt erklären, dass die Gerüchte nicht stimmten. Hoffentlich glaubt sie nicht, dass ich was mit Cynthia habe. Gerade Cynthia. Verdammte Paparazzi. Da lasse ich mich nach 2 Monaten zu einem simplen Abendessen überreden und natürlich erwischen sie uns. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob Cynthia da nicht nachgeholfen hatte. Hier in Australien waren die Paparazzi normalerweise nicht so anhänglich. Aber egal wie es dazu gekommen war. Jetzt sind wir in jedem Klatschblatt abgebildet, als neues Traumpaar. Und Cynthia strahlt in jede Kamera, während sie ihr verschmitztes „Kein Kommentar“ haucht. Wenn ich es nicht besser wüsste, ich würde sofort an eine Affäre denken. Wenn nun Dina auch so ein Interview auch gesehen hatte? Gerade jetzt musste das passieren. Die letzten 2 Wochen hatten wir keine Möglichkeit gehabt zu kommunizieren, da wir im Dschungel gedreht hatten, wo es kein Internet gab. Und kaum retour, kamen die Fotos. Ich muss bei Dina unbedingt klarstellen, das an dem Gerücht nichts dran ist. Ich vermisse sie so schrecklich. Es sind nur mehr 4 lange Monate. Ich hoffe ich hab es nicht versaut!
„Dina? Dina bist du das?“ Die Verbindung war ja mal wieder herrlich.
„Hallo Aksel!“ Ohoh, sie klang ein wenig unterkühlt.
Wie geht es dir? Alles in Ordnung?“
„Ja bei mir ist alles klar. Immer derselbe Trott, aber alles in Ordnung.“
„Du klingst so kühl.“
„Aksel, was willst du mir sagen?“
„Dass ich dich vermisse und mich auf Kanada freue!“
„Sonst nichts?“
„Du hast die Fotos gesehen?“
„Und ein Interview von Cynthia. Du weißt, dass du es nur sagen brauchst, wenn du eine andere Frau hast, oder?“
„Ja das weiß ich. Aber mit Cynthia ist nichts. Du kennst doch meinen Typ. Es war nur ein Abendessen. Bitte vertraue mir.“ So Fernbeziehungen waren echt schwierig. Ich konnte sie auch verstehen. Sie war weit weg und konnte mir nur glauben, oder auch nicht.
„Ich vermisse dich!“
„Weinst du?“
„Es tut mir leid. Doch wenn ich deine Stimme höre, dann kommt die ganze Sehnsucht hoch und es tut mir richtig körperlich weh. Und dann die Fotos. Ich bin so erleichtert, dass da nichts ist. Ich will dich nicht verlieren. Vor allem weil ich nicht um dich kämpfen kann, so weit weg wie ich bin.“
„Du brauchst nicht um mich kämpfen. Ich denke die ganze Zeit nur an dich. Ich lie…. “
„Stop! Nicht so. Nicht am Telefon. In 4 Monaten, okay? Es sind nur noch 4 Monate. Ich will dir in die Augen sehen dabei, okay?“
„Okay. Keine Liebesbezeugungen am Telefon, wie abgemacht. Ich muss jetzt ins Bett, morgen muss ich wieder früh raus.“
„Ja mach das. Ich werde mir noch einen ruhigen Nachmittag machen und ein wenig schreiben. Wir hören uns nächste Woche?“
„Auf jeden Fall!“

Da ich mich voll in dem Projekt engagierte, verflog die Zeit nur so. Schon wieder war ein Monat um. Wie lange waren eigentlich 6 Monate? Normalerweise liebte ich die Dreharbeiten. Doch nun war meine Arbeit plötzlich eine Bürde. Und die High Society, die ich immer schon als notwendiges Übel betrachtet hatte, nervten mich jetzt sogar. Dieses oberflächliche Getue, war mir einfach zu viel. In den letzten Wochen war ich daher immer öfter fortgegangen und hatte einen über den Durst getrunken. So fehlte mir hin und wieder ein halber Tag. Ein halber Tag, wo ich sie nicht vermisste, weil ich schlief. Und dann noch ein paar Stunden wo ich damit beschäftigt war, wieder in die Gänge zu kommen. War ich nicht fort, versuchte ich so viele Fotos wie möglich für sie zu machen. Ich wollte ihr zeigen, dass sie ein Teil meiner Welt war, obwohl sie am anderen Ende der Welt saß. Doch so sehr ich mich auch bemühte, die Distanz zwischen uns wurde bei jedem Gespräch immer größer. Ich konnte spüren, wie sie sich immer mehr von mir distanzierte. Ich wusste nur nicht, warum sie das tat. Ich hatte sie gefragt, ob sie jemand kennen gelernt hatte, doch sie verneinte. Ich mochte es nicht, wenn ich nicht wusste was los ist. Ich brauchte Klarheit. Doch die fehlte mir zurzeit. Und gerade als ich drauf und dran war alles hinzuschmeißen. Bekam ich die E-Mail. Unser gemeinsames Filmprojekt feierte in L.A. Premiere in den Kinos. Und wir waren eingeladen daran teilzunehmen. Dina und ich würden uns in L.A. wiedersehen. Hoffentlich! Seit der E-Mail hatte ich sie nicht erreicht und so wusste ich nicht, ob sie hinkommen würde. Da ich sie fragen konnte, blieb nur beten. Ich war nie ein gläubiger Mensch gewesen, doch nun konnte ich jede Hilfe brauchen. Ich musste sie sehen. Musste wissen was los war. Als ich in den Flieger stieg, wusste ich noch immer nicht ob ich begegnen würde, doch ich hatte sicherheitshalber „unsere“ Suite gebucht. Ich hoffte auf ein paar Stunden alleine mit ihr. Wollte sie sehen, sie küssen, sie spüren, wollte in sie eindringen und mit ihr ficken, bis sie vor Lust beben würde. Oh mein Gott, war ich geil. Kein Wunder nach 3 Monaten ohne sie.

© Libellchen, 2014

zu Teil 23….

zu Teil 25…

2 Kommentare zu “Drehbuch der Liebe – Teil 24

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