Drehbuch der Liebe – Teil 13

Kapitel 3 – Kanada

Die Hütte lag im Nirgendwo. Von der Highwayabfahrt ging es 2 Stunden immer tiefer in das Gebirge rein. Die nächste Ortschaft war mit dem Auto eine halbe Stunde entfernt. Dort machten wir auch unseren letzten Zwischenstopp und kauften Vorräte ein. Angeblich sollte es in der Hütte Strom und fließendes Wasser geben, doch ich konnte nicht so recht daran glauben. Doch Aksel lachte mich nur aus, wenn ich meine Bedenken äußerte. Vielleicht wäre ich beruhigter gewesen, wenn er schon mal hier gewesen wäre. Doch ob dies so war, wusste ich leider nicht, da er jede diesbezügliche Frage einfach ignorierte. In der kleinen Ortschaft bekam ich die ersten Antworten.
„Aksel! Schön dich wieder hier zu haben! Ah. Du bist nicht alleine? Wieso bist du nicht alleine? Ich dachte deine Hütte sei dein kleines Geheimnis!“ Und sogleich wandte sich der Ladenbesitzer namens Jimmy mir zu
Ah, Madam, sie müssen etwas ganz besonderes sein, dass sie die heiligen Hallen unseres Aksels betreten dürfen!“ Ich fühlte mich irgendwie geehrt.
„Ich vertraue ihr!“ Aksel wirkte entspannt. Wie jemand der nach Hause kam. Und so wie es klang, war das mehr oder weniger sein zu Hause. Sein Zufluchtsort, wo er seine Ruhe vor der Zivilisation hatte.

Es war eine kleine gemütliche Hütte mit offenem Kamin, schweren Holzmöbeln, Holzbalken, handgenähten Vorhängen, gestrickten Decken, einer kleinen Küche mit einem offenen Feuer, einem kleinem Bad mit fließendem Wasser und es gab tatsächlich Strom. Die Hütte war 2geschoßig. Im Erdgeschoß waren das Wohnzimmer, die Küche und die Toilette. Die Einrichtung war minimal aber praktisch. Es gab eine Couch vor dem Kamin. Einen kleinen Tisch, 4 Sessel und unzählige Kinderfotos von Aksel und seinen Eltern an der Wand. Das Wohnzimmer wirkte recht behaglich und mit Feuer im Kamin, würde es noch viel behaglicher werden. Ich hoffte nur es würde irgendwo Feuerholz geben. Im Obergeschoß gab es ein Bad und 2 Zimmer. Ein Schlafzimmer und ein Büro. Als ich das Büro erblickte wurde mir klar, dass wir auch hier das Bett teilen würden. Naja, das störte mich jetzt nicht wirklich.

Während ich unsere Sachen auspackte, machte Aksel Feuer im Kamin und kochte das Abendessen. Wir waren den ganzen Tag unterwegs gewesen und hatten einen Bärenhunger. Er kümmerte sich also, wie es sich für einen Mann gehörte um Feuer und Essen und ich übernahm den Haushalt. Wie konnte sich mein Leben nur so verändern? Wie konnte es passieren, dass ich plötzlich in Kanada die Unterwäsche von Aksel Jostos in einen Kasten räumte. Darüber das diese Hütte offensichtlich seiner Familie gehörte, oder wir seit über einem Monat das Bett teilten, wollte ich erst gar nicht anfangen nachzudenken. Mein Leben fühlte sich total surreal an.

Nachdem alle Sachen verstaut waren gesellte ich mich zu Aksel in die Küche.
„Ich wusste gar nicht, dass du kochen kannst!“ Das Chili das er offensichtlich zauberte, schaute nicht nur lecker aus, sondern roch auch hervorragend. Ich wollte in der Ortschaft ja ein paar Dosen mitnehmen, doch er bestand auf frischen Zutaten. Und offensichtlich hatte er alles im Griff. Um mich auch ein wenig nützlich machen zu können, deckte ich den Tisch. Dabei konnte ich ganz in Ruhe die Fotos betrachten. Den Bildern nach zu urteilen, hatte Aksel eine glückliche Kindheit gehabt.
„Kommen deine Eltern oft hierher?“
„Nein, sie sind tot.“
„Oh mein Gott, Entschuldige. Das wusste ich nicht!“ Ich hatte es tatsächlich nicht gewusst. Dabei war ich seit Jahren ein Fan von ihm. Doch offensichtlich war ich eine sehr oberflächliche Bewunderin. In der Vergangenheit hatte ich mich immer nur für den Klatsch über ihn interessiert. Tote Eltern waren nicht so interessant gewesen, wie die neue Frau an seiner Seite. Plötzlich bekam ich ein schlechtes Gewissen. Wir kannten uns nun schon seit über 2 Monaten, ich wohnte bei ihm und ich wusste eigentlich gar nichts über ihn. Normalerweise ging es bei unseren Gesprächen um den Film. Also um meine Vergangenheit. Ich beschloss den Urlaub zu nutzen, um mehr über ihn zu erfahren. Offensichtlich vertraute er mir ja, sonst hätte er mir nicht seinen Zufluchtsort gezeigt. Vielleicht würde er mir auch etwas vom Aksel hinter der Maske zeigen.

© Libellchen, 2014

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2 Kommentare zu “Drehbuch der Liebe – Teil 13

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