Drehbuch der Liebe – Teil 7

Nach einem kurzen Kampf mit dem Strumpfhalter, streifte ich das Kleid über und hoffte fast, dass es nicht passen würde. Dann hätte ich eine gute Ausrede gehabt. Doch es saß natürlich wie angegossen. Kunststück, Camilla hatte ja meine genauen Masse gehabt. Es hatte einen atemberaubenden Rückausschnitt der bis zum Poansatz reichte. Camilla dürfte mir sehr gut zugehört haben, als ich ihr erzählt hatte, dass der einzige Körperteil der mir an mir selbst wirklich gefiel, mein Rücken ist. Von der Länge her war das Kleid auch optimal. Es endete kurz über den Knien und auch im sitzen, sah man den Strumpfhalter nicht. Doch ich spürte ihn, genauso wie ich die Spitzenunterwäsche spürte. Und alleine dadurch fühlte ich mich total sexy. Die High Heels rundeten das Bild ab. Ich sah total verändert aus. Verändert, aber gut. Geschminkt war ich allerdings dezent wie immer. Bei dem Kleid würde mir wahrscheinlich sowieso niemand ins Gesicht sehen.

Fertig angezogen betrachtete ich mich im Spiegel. Von vorne sah das Kleid nett aus, aber auch unspektakulär. Es hatte kein Dekolleté und so sah man nicht sofort, dass ich eigentlich einen recht üppigen Busen habe. Von der Seite sah die Sache schon ein wenig anders aus. Meine weiblichen Kurven, kamen in dem Kleid ausgezeichnet zur Geltung. Vor allem mein Po wurde durch den tiefen Rückenausschnitt noch betont. Von hinten war das Kleid einfach der Hammer. Ich hatte mich noch nie so sexy gefühlt! Es wurde Zeit für den Männertest.

Ich ging zurück ins Schlafzimmer, wo Aksel gerade seine Krawatte band. Was für ein Mann. Ich mochte Männer in Anzügen schon immer, doch er spielte eindeutig in einer eigenen Liga. Er war so groß! Sicher 1 Meter 90 und dazu die breiten Schultern. Atmen, Dina, atmen!
„Nett!“ Soviel zu meinem Kleid von vorne.
„Ja, hat sie gut ausgesucht, nicht?“ Bei diesen Worten drehte ich mich zum Spiegel und beobachtete ihn. Er hatte aufgehört an seiner Krawatte herumzunesteln und starrte mir mit weit aufgerissenen Augen auf den Po. Und ich konnte richtiggehend seine Gedanken lesen. Er dachte an die Spitzenunterwäsche und den Strumpfhalter. Plötzlich war er gar nicht mehr so frech wie vorher als er mir anbot, mir beim Anziehen zu helfen. Er schluckte noch mal schwer, atmete tief durch und drehte sich weg um seine Krawatte fertig zu binden. In dem Moment war mir klar, dass ich heute in L.A. auffallen würde. Ich!

Da Aksel mit seiner Krawatte einfach nicht weiter kam, was möglicherweise an seinen plötzlich zittrigen Händen lag, wollte ich ihn unterstützen.
„Darf ich?“
„Ja, danke. Ich weiß nicht, warum das heute nicht funktioniert.“ Och, ich hatte da so eine Ahnung. Als ich dicht vor ihm stand und an seiner Krawatte herumzupfte, konnte ich ihn schwer atmen hören. Es lag plötzlich eine Spannung in der Luft, die es nie zuvor bei uns gegeben hatte. Ein paar Stunden zuvor hatten wir total locker und entspannt die Zeit miteinander verbracht. Doch von dieser Lockerheit war in diesem Moment keine Spur mehr. Zwischen uns war plötzliche eine Spannung die fast körperlich weh tat, aber zugleich auch total erregend war. Ich merkte wie sich meine Haare auf den Armen aufstellten und sich mein Blick auf seinen Mund hefteten. Ich hatte plötzlich das unbändige Verlangen ihn zu küssen. Ihm den Anzug vom Leib zu reißen und wilden, hemmungslosen Sex mit ihm zu haben. Jetzt, sofort!

Also machte ich einen Schritt zurück. Ich brauchte ganz dringend Abstand, um nur ja nichts Unüberlegtes und Dummes zu tun. Ich wollte mich schließlich nicht blamieren. Und diese wunderbare Freundschaft mit ihm, wollte ich auch nicht aufs Spiel setzen, nur weil er ein heißer Typ und ich nach 3 sexlosen Jahren, ziemlich geil war. Als ich ihm in die Augen schaute, hatte ich fast das Gefühl, meine eigene Begierde zu sehen. Aber das musste eine Täuschung sein. Wunschdenken wahrscheinlich. So ein toller Typ wollte sicher nichts von mir. Das war sicher nur das Kleid.

© Libellchen, 2014

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2 Kommentare zu “Drehbuch der Liebe – Teil 7

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