Winterschlaf

So, 2 Wochen Winterschlaf gehen heute Abend zu Ende. Leider? Morgen muss ich wieder zur Arbeit. Keine Ahnung ob ich mich darüber freuen soll, oder eher nicht. Es ist ja nicht so, dass ich nicht arbeiten will. Ich will nur morgens nicht aufstehen müssen um mich wieder dem Ernst des Lebens zu stellen. Wahrscheinlich wird es morgen gar nicht so schlimm werden. Wir werden viel tratschen und viel lachen, doch trotzdem fühlt es sich wie eine Verpflichtung an, auf die ich grad gar keinen Bock habe!

Andererseits wenn ich nicht bald wieder in die Gänge komme, vergammle ich wahrscheinlich irgendwann auf meiner Couch. Ich kann so schrecklich faul sein und ich habe es die letzten 2 Wochen wieder mal extremst ausgelebt. Zwischen 8 und 10 Stunden geschlafen, Computer gespielt und DVD´s geguckt. Nur minimalst mit meiner Umwelt kommuniziert, lieber in meinen Büchern geschmökert, als mit meinen Nachbarn geredet.

Andererseits bei den Nachbarn? Dabei war ich gar nicht so faul. Ich hab jeden Tag 1 ½ Stunden trainiert, war bei meinem Vater, bei meiner Mutter, bei meiner Großmutter, massieren, in der Werkstatt, einkaufen, hab meine Wohnung sauber gehalten,…. Trotzdem habe ich das Gefühl 2 Wochen nur geschlafen zu haben. Ich fühle mich faul, naja morgen ändert sich dass wieder ganz automatisch.

Und wenn es sich dann schon ändert, dann werde ich auch gleich beim Wohnungsprojekt wieder durchstarten. Schließlich fehlt mir noch die gesamte Einrichtung. Als erstes werde ich allerdings klären, ob der Termin für die Schlüsselübergabe halten wird. Dann schau ich weiter. Wenn ich nur daran denke, was ich heuer alles zu erledigen habe, werde ich gleich wieder müde. Ich weiß, ein Schritt nach dem anderen. Nur nicht das Gesamtbild betrachten, sonst erschlägt es mich. Ich darf nicht darauf schauen was alles noch zu tun ist. Ich muss einfach eine Sache nach der anderen angehen und versuchen mir dabei nicht zuviel Druck zu machen.

Den Druck und die Panik im Zaum zu halten, wird heuer eine echte Herausforderung für mich werden. Ich und umziehen ist so ein altes Trauma. Ich hasse es. Ich mein, ich freue mich wenn ich in der neuen Wohnung bin, aber bis dahin, alles was dazugehört, dass hasse ich. Ich bin schon viel zu oft umgezogen in meinem Leben. Ich will endlich ankommen. In einem zu Hause wo ich bleiben kann. Wo ich nicht in ein paar Jahren wieder raus muss. Von daher werde ich es natürlich durchziehen, aber darauf freuen tue ich mich nicht. Am liebsten hätte ich es schon hinter mir.

Vielleicht bin ich deshalb so müde. Ich hatte einfach viel zu viel Zeit zum grübeln. Mein Grundstress fehlt. Wenn mein Tag vollgepackt mit Arbeit und Training ist, komme ich gar nicht auf solche Gedanken. Dann habe ich ganz anderes im Kopf. Dann mache ich einfach. Doch jetzt hatte ich Zeit das Gesamtbild zu betrachten, was dazu führte, dass ich jede Nacht ein wenig mehr schlief. Wenn ich schlafe, kann ich mir keine Sorgen machen. Natürlich funktioniert so die Welt nicht, schließlich gibt es noch Träume…

Wie auch immer. Morgen muss ich wieder um 5 Uhr aufstehen. Morgen geht’s wieder raus in die Welt. Der Winterschlaf ist zu Ende, das Leben wartet.

© Libellchen, 2014

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