Drehbuch der Liebe – Teil 6

Eigentlich kein Wunder dass ich nicht einschlafen kann. Dieser Tag war ja auch der unglaublichste meines ganzen Lebens gewesen. Es war mein erster freier Tag seit ich in L.A. angekommen bin. Nachdem das Drehbuch rechtzeitig zum Wochenende fertig geworden war, hatte ich ein ganzes Wochenende frei. Die Dreharbeiten würden erst am Montag beginnen und so konnten wir einen draufmachen. Was konnte man also in L.A. unternehmen? Diese Frage stellte ich Aksel und Camilla. Und sie hatten ein paar sehr gute Ideen. Aksel schlug vor die Hollywood Hills zu erkunden um ein wenig Bewegung zu bekommen und Camilla wollte ganz groß mit mir ausgehen. Ich stimmte sofort begeistert zu. Ich bin zu viel am Schreibtisch gesessen in den letzten Wochen. Und ich wollte ein paar Fotos für meinen Blog machen. Und Party mit Camilla klang sehr aufregend.

Camilla konnten wir allerdings nicht zur Bewegung in der freien Natur überreden. Sie erbot sich aber, sich um mein abendliches Outfit zu kümmern. Ich musste nur kurz still halten, damit sie meine Maße nehmen konnte. Der Angabe meiner Konfektionsgröße vertraute sie nicht wirklich. Zu diesem Zeitpunkt fand ich die Idee spitze. Shoppen war so gar nicht mein Fall und sie als kleiner Modeguru würde schon was Tolles finden. Ich wollte ihr eine finanzielle Höchstgrenze sagen, doch sie meinte nur, ich solle es stecken lassen. Sie bekäme die notwendigen Klamotten umsonst.

Und so beschlossen wir am Freitagabend, den Samstag getrennt zu verbringen und erst am Abend gemeinsam die Partyszene unsicher zu machen. Da wir am Samstag zeitig aufbrechen wollten, fand ich es besser, mein Wanderoutfit bereits am Vortag aus meiner Unterkunft zu holen.
„Hör mal, ich denke ich fahre noch mal ins Studio und hole die Sachen, die ich morgen zum Wandern brauche. Dann können wir gleich frühmorgens aufbrechen.“
„Wieso holst du nicht gleich alle deine Sachen. Du schläfst doch sowieso immer hier.“ War das sein Ernst. Ich sollte bei ihm einziehen?
„Aber doch nur, weil wir immer hier in der Nähe unterwegs sind.“
„Und du glaubst dass sich das ändern wird? In der Nähe vom Studio gibt es nicht gerade viel zu sehen.“ Offensichtlich war es sein Ernst.
„Und was wenn du eine Frau triffst, die du näher kennen lernen willst?“ Ich versuchte die Frage so locker wie möglich zu stellen, doch alleine die Vorstellung, machte mich irgendwie unrund.
„Wir sind in L.A. Hast du dir die Frauen hier schon mal angeschaut?“ Und ob! Alle perfekt geformt.
„Deswegen frage ich ja!“
„Sei nicht komisch. Was ist jetzt? Ziehst du ein oder was?“
„Okay!“ Wenn er unbedingt darauf bestand. Es gab echt schlimmeres als in einem Penthouse mit ihm abzuhängen! So ziemlich alles andere wäre schlimmer. Also holten wir meine Sachen und ich zog bei Aksel Jostos in die Suite ein und auch mehr oder weniger in sein Bett. Irgendwie waren wir wie ein altes Ehepaar. Wir waren dauernd zusammen, teilten uns das Bett und hatten keinen Sex.

Der heutige Tag war dann einfach nur mehr toll. Wir wanderten, ich machte Fotos, wir genossen die Sonne, beobachteten die Menschen, wir alberten rum und lachten sehr viel. Es war ein total gelöster Tag. Ganz so als würde ich zu Hause mit Freunden wandern. Und während wir durch die Hügel rund um Hollywood wanderten, kaufte Camilla mein Outfit ein, oder ließ es sich schenken. Ich hoffte nur, sie wollte es nicht klauen! Wir kamen relativ spät „nach Hause“, also zurück zum Hotel. Es war nur noch Zeit, um zu duschen und uns umzuziehen, dann würde Camilla uns bereits abholen. Zurück im Hotel bereute ich, das großzügige Angebot von Camilla angenommen zu haben. Sie hatte die Sachen direkt zu Aksel liefern lassen, da ihr die Verlegung meines Wohnsitzes natürlich nicht entgangen war. Und da lagen sie. Ein weinrotes, enges Kleid, mit einem unglaublichen Ausschnitt am Rücken. Spitzenunterwäsche und als Tüpfelchen auf i, ein Strumpfhalter und dazu Strümpfe. Und natürlich weinrote High Heels. Aksel sah meinen zweifelnd Blick und grinste mich anzüglich an.
„Soll ich dir beim Anziehen helfen?“
„Ich denke, ich krieg das hin.“ Trotzdem schüttelte ich fassungslos den Kopf. War das ihr ernst? Die Sachen sollte ich anziehen und damit vor die Tür gehen? Während Aksel duschte überlegte ich was ich tun sollte. Mein Kleiderschrank gab nichts her für eine Hollywoodparty, so blieb mir nur die Wahl zwischen die Sachen anziehen oder zu Hause bleiben. Ich entschied mich für anziehen. Wenigstens kannte mich hier niemand. Wenn ich mich also blamieren würde, würde es zu Hause zumindest niemand erfahren. Und so wagte ich es einfach. Nachdem Aksel im Bad fertig war, belegte ich es für eine Stunde und brezelte mich so richtig auf.

© Libellchen, 2014

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2 Kommentare zu “Drehbuch der Liebe – Teil 6

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