Schicksal

Ich habe letztens wieder ein paar Menschen schockiert als ich meinte „Ich glaube daran, dass bei unserer Geburt feststeht, wann wir sterben. Und wenn es so weit ist, dann ist es so weit. Dann kann uns niemand helfen, uns niemand retten. Daher sollten wir die Zeit bis zu diesem Termin, so gut wie möglich nutzen.“

Natürlich heißt das nicht, dass man zum Beispiel, eine Krankheit nicht bekämpfen soll. Es ist vielmehr als Trost für jene gedacht, die zurück bleiben und sich vielleicht Vorwürfe machen. Außerdem glaube ich, dass wir Menschen gewisse Erfahrungen machen müssen und daher zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort sein müssen. Und wenn wir es nicht von selbst kapieren, dann greift das Universum/Gott/Allah/Buddha/etc. – sucht auch was aus – ein. Natürlich habe ich auch 3 Beispiele – die sind mir ganz spontan eingefallen, wahrscheinlich kenne ich sogar mehr.

Beispiel 1: 2004 wurde ich von meiner Kollegin aus der Firma gemobbt. Ich war am Boden zerstört. Ich hatte sie gedeckt und als Dank dafür ist sie mir in den Rücken gefallen und hat Unwahrheiten erzählt. Ich wurde gekündigt. Ich! Mein Ego war am Boden. Mein Selbstwertgefühl nicht existent und ich zweifelte enorm an meiner Menschenkenntnis. In dem Zustand fuhr ich zu meinem Vater. Der päppelte mich wieder auf und fragte ob er bei ihm im öffentlichen Dienst fragen soll, ob was frei ist. Ich wollte zwar nie in den öffentlichen Dienst, doch an dem Tag war mir alles egal, also sagte ich ja. Und tatsächlich an dem Tag meiner Kündigung, hat eine Mitarbeiterin bei meiner jetzigen Dienststelle angekündigt, dass sie schwanger sei und bald in Mutterschaftsurlaub gehen würde. So kam ich zu meinem Job. 2 Tage nach meinem Vater, fragte übrigens ein anderer Kollege beim Personalchef an…. Wäre ich also nur 2 Tage später gekündigt worden, wäre ich nie da gelandet wo ich bin, hätte den süßen Typ nie getroffen und mir wahrscheinlich meine Eigentumswohnung nicht so schnell leisten können…..

Beispiel 2: Bei uns arbeitet ein Ehepaar. Er ist sehr sportlich, sie hatte vor kurzem Brustkrebs, den sie besiegt hat und ist zurzeit mit ihren Wechselbeschwerden beschäftigt. Die beiden lieben sich offensichtlich sehr und standen schon einiges zusammen durch. Vor 2 Monaten stach sie eine Biene, sie hatte einen allergischen Schock und wurde mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht. Alles ging gut aus, doch am nächsten Tag blieb sie noch zu Hause, da es ihr noch nicht wieder wirklich gut ging. Er konnte sich an dem Tag auch um sie kümmern, da er Urlaub hatte. Der Tag verlief allerdings genau anders als geplant. Sie saß im Wohnzimmer als sie ein ungewöhnliches Geräusch in der Küche hörte. Als sie nachschauen ging, lag ihr Mann bewusstlos am Boden – Herzinfarkt! Sie startete sofort die Wiederbelebungsversuche und verständigte den Notarzt. Gestern hab ich sie gesehen, sie beide. Sie sind immer noch verliebt, wahrscheinlich mittlerweile noch mehr. Ihm geht es wieder gut, allerdings nur weil seine Frau zu Hause war. Wäre er alleine gewesen, wäre sie es jetzt auch…..

Beispiel 3: 2x im Jahr fährt ein Kollege mit einem seiner Mitarbeiter ins Ausland. Dafür gibt es gutes Geld, daher wechselt er seine Begleitung immer durch, damit jeder Mal was dazuverdienen kann. Diesmal wollte er mit Jack fahren. Doch dafür muss man sich einer Gesundenuntersuchung unterziehen. Also ging Jack zur Gesundenuntersuchung. Alles ging recht rasch. Ein paar Werte waren erhöht, doch nicht wirklich beunruhigend. Am Schluss allerdings stockte es. Der Arzt musste zu einem Notfall, also musste Jack warten. In der Zwischenzeit sprach er mit einer Praktikantin. Dabei erwähnte er, welchen Sport er alles betreibt. Daraufhin wurde die Praktikantin stutzig, bei so einem sportlichen Menschen, dürften die Werte nicht so erhöht sein. Sie strebte weiterführende Untersuchungen an. Ergebnis – ca. 2 Wochen alter Bauspeicheldrüsenkrebs. Normalerweise gilt bei Bauchspeicheldrüsenkrebs dass die Überlebensrate zwischen 10 und 15% liegt. Doch 2 Wochen alt, ist absolute Früherkennung. Das ist jetzt 2 Monate her. 2 Monate Chemo liegen hinter ihm, er ist nur mehr ein Schatten seiner selbst. Doch er hat gekämpft. Und der Krebs ist besiegt. Natürlich braucht er noch weiterführende Behandlungen, inklusive Entfernung der Bauchspeicheldrüse, doch damit kann er ganz gut leben. Immerhin kann er leben. Weil ihn sein Chef für den Auftrag im Ausland ausgewählt hatte….

Ich liebe es wenn Geschichten gut ausgehen!

© Libellchen, 2013

3 Kommentare zu “Schicksal

  1. Schicksal. Ich weiss nicht was man von Schicksale halten soll. Eins habe ich aber gelernt, schlechte Tage können sich im laufe der Zeit zur guten Tage verwandeln.

    Gruß Anna

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