Wahrnehmung

Nicht alles was sich sehe oder höre, kommentiere ich auch. Daher werde ich oft unterschätzt. Eine ehemalige Freundin warf mir sogar vor, dass ich nicht jede ihrer Handlungen wahr nahm. Wobei nicht darüber zu reden, bedeutet nicht, es nicht zu sehen….

Jeder Mensch hat von sich ein Selbstbild. Dieses Selbstbild unterscheidet sich oftmals von dem was ich von dem Menschen wahr nehme. Doch normalerweise lasse ich mein Gegenüber in dem Glauben, dass sein oder ihr Selbstbild auch von mir so gesehen wird. Warum ich das tue? Weil ich harmoniesüchtig bin und niemanden verletzen will.

Wieso sollte ich meinem Gegenüber sagen, dass ich ihn oder sie gar nicht für so toll halte, wie er oder sie sich mir darstellen will? Und mal abgesehen von der Arbeit, geht das meistens gut. In der Arbeit muss ich das Selbstbild anderer hin und wieder allerdings in Frage stellen. Und zwar dann, wenn es meine eigene Arbeit behindert. Wenn sich jemand für gut hält, aber die Arbeitsleistung zu wünschen übrig lässt und meine eigene Arbeit darunter leidet, dann überwinde ich meine Harmoniesucht.

Im privaten Bereich lasse ich den Menschen ihren Glauben. Wenn sie glauben sie sind große Künstler, obwohl noch nie jemand eines ihrer Kunstwerke zu Gesicht bekommen hat, oder auch tolle Geschäftsmänner, in ihren abgefuckten Klamotten. Ich lasse sie in ihrem Glauben. Umgekehrt gilt dies natürlich nicht immer…

Mein Geschreibsel ist immer wieder eine Kritik wert. Denn wenn Man(n) oder Frau selbst nichts zustande bringt, kann man sich wenigstens über mich auslassen. Als ob ich ihre Meinung interessieren würde. Wenn ich Menschen mal als Dampfplauderer wahr genommen habe, dann halte ich auch nicht viel von ihrer Meinung.

Ich schreibe weil es mir Spaß macht, nicht weil ich Geld verdienen will. Ich würde zwar auch Geld nehmen, aber deswegen tue ich es nicht. Doch es gibt Menschen mit ihrer kreativen Ader bzw. ihren Geschäften Geld verdienen wollen. Dabei sind sie allerdings nicht sehr professionell und auch nicht erfolgreich. Ich sehe das, ich merke das, doch ich würde ihnen nie sagen was ich von ihrem Dilletantismus halte. Warum auch? Ich fühle mich nicht berufen diese Träume zu zerstören.

Ich unterstütze sie aber auch nicht. Wenn ich nicht viel von den Plänen anderer halte, halte ich den Mund. Dinge die ich für gut halte, unterstützte ich entsprechend. Entweder tatkräftig oder zumindest euphorisch. Ich lasse allen Menschen ihre Träume. Doch auch wenn ich mich nicht immer zu allem äußere, so heißt das nicht, dass ich keine eigene Meinung dazu habe….

© Libellchen, 2013

2 Kommentare zu “Wahrnehmung

  1. Das hört sich an, als hätte Dich gerade jemand heftig angepisst 😉

    Ich schreibe nicht über alle Themen. Deshalb wirft man mir manchmal vor, monothematisch zu sein. Da kann ich nur den Kopf schütteln…

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