Lebensstil

Viele Jahre habe ich versucht das Leben zu leben, dass von mir erwartet wurde. Doch so richtig funktioniert hat es nicht. Vor allem deshalb, da von mir eine Familiengründung erwartet wurde. Und die hab ich einfach nicht hinbekommen. Ich hatte immer die „falschen“ Partner für das vorgegebene Ziel. Und so enttäuschte ich die Erwartungen meiner Familie und auch meiner Arbeitskollegen. Ich strampelte mich ab um allen gerecht zu werden, doch es funktionierte einfach nicht. Und dann kam der süße Typ wie eine Naturgewalt daher und ich entschied mich das erste Mal zu tun was ich will und nicht was von mir erwartet wird. Und ich fiel auf die Nase. Ich bereue es aber nicht.

Und als ich da so auf der Nase lag, gefangen in meinem Leid und meinem Selbstmitleid, versuchte ich das erste Mal herauszufinden, was ich eigentlich will. Das Ergebnis war erstaunlich, ich würde nicht nein sagen zu einem Kind und einem Partner. Aber was ich wirklich wollte war Glück. Ich wollte glücklich sein. Ich wollte nicht mehr weinen und leiden, ich wollte lachen und strotzen vor Glück, mit oder ohne Mann, mit oder ohne Kind. Und dieses Ziel hab ich die letzten 2 Jahre verfolgt. Doch dazu musste ich lernen, zu tun wonach mir ist. Ich habe mein Glück immer von anderen Menschen abhängig gemacht. Früher suchte ich für die Dinge ich tun wollte Menschen die sie mit mir machten. Fand ich keine, ließ ich es bleiben.

Das war das erste und schwerste was ich lernen musste. Ich musste lernen zu tun wonach mir ist und wenn ich niemand fand, der mit mir ging, musste ich lernen es alleine zu tun. Mittlerweile kann ich das schon ganz gut – möglicherweise zu gut. Ich frage gar nicht mehr ob wer mitkommen will, da ich zu viele Abfuhren in meinem Leben erhalten habe. Ich tu es einfach. Und so geh ich alleine wandern und fahr alleine schwimmen. Vor 2 Jahren war das für mich noch undenkbar. Heute ist es selbstverständlich. Ich genieße mein Leben und wenn sich nicht gerade zufällig jemand findet, der gerade dasselbe vorhat, dann mach ich es halt alleine.

Und ich genieße es nicht nur, ich werde mittlerweile sogar darum beneidet. Arbeitskollegen von mir, wollen mir jetzt unbedingt einen Freund suchen, da ich viel zuviel Freizeit habe – in ihren Augen. Wo andere mit kochen und sich kümmern – um Kinder und Männer – beschäftigt sind, hab ich die Qual der Wahl wie ich meine Freizeit verbringe. Und das sehen sie gar nicht gern. Mittlerweile fragen sie mich auch nicht mehr nach meinen Plänen, denn die Antwort gefällt ihnen nicht. Wieso brauche ich einen Plan für meine Freizeit? Ich kann tun und lassen was ich will, ich bin niemanden Rechenschaft schuldig. Ich kann flexibel und spontan entscheiden was ich mache. Schwimmen fahren, lesen im Park, Spaziergang, Wanderung, oder doch einfach DVD schauen,….

Wobei der Neid der anderen für mich nur das Tüpfelchen auf „I“ war. Mir war vorher schon klar wie gut es mir geht, doch dass mich andere um mein Leben beneiden, das war mir bisher neu. Normalerweise werde ich immer nur belächelt, da ich mit über 30 immer noch keinen abbekommen habe. Mir ist es eigentlich egal und ich sage auch nichts dazu. Ich habe mir mein jetziges Leben auch erst einrichten müssen. Bis vor kurzem kannte ich das Gefühl rundum glücklich zu sein – ganz allein mit mir – nicht. Doch da ich es jetzt kenne, will ich es gar nicht wieder hergeben. Und wenn jemand mit seinem Leben unglücklich ist, muss er oder sie es selbst ändern. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen „Jeder ist seines Glückes selbst Schmied!“

© Libellchen, 2012

Ein Kommentar zu “Lebensstil

  1. Ich stimme dir vollkommen zu, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Wenn man versucht, es allen recht zu machen, macht man es am Ende trotzdem niemandem vollkommen recht und schon gar nicht sich selbst.

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