Das Johari Fenster

In der Managementlehre wird das Johari-Fenster oft und gern verwendet um das Zusammenwirken am Arbeitsplatz besser erklären zu können. Ich habe von dem Johari-Fenster auch das erste Mal im Büro gehört. Doch im Grunde genommen, trifft es natürlich auf alle Lebenslagen zu. Auch im privaten Umgang miteinander ist es wichtig, die Grundlagen des Johari-Fensters zu kennen und zu begreifen. Viele Menschen haben jedoch keine Ahnung davon – ich lernte es auch erst mit etwa 30 kennen. Im Grunde geht es darum, dass uns unsere Umwelt nicht so wahr nimmt, wie wir uns selbst wahr nehmen, was natürlich zu Missverständnissen führen kann. Wenn ich zum Beispiel etwas nett meine und es negativ verstanden wird, kann es unter anderem an dem Johari-Fenster liegen. Natürlich gibt es auch noch andere Möglichkeiten, aber eines nach dem anderen.

„Bereich des freien Handelns“

Mir und anderen bekannt

A

„Blinder Fleck“

Anderen bekannt

B

„Bereich des Verbergens“

Nur mir bekannt

C

„Bereich des Unbewussten“

Weder mir, noch anderen bekannt

D

Ich glaube mit Feld „A“ und „C“ haben die wenigsten ein Problem, doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen keine Ahnung haben, dass es ein Feld „B“ gibt. Für mich war es lange Zeit rätselhaft, warum mich Menschen oftmals total falsch einschätzen. Doch damals hatte ich auch keine Ahnung von meinem blinden Fleck. Ich bin ja in der glücklichen Lage genau zu wissen, wer ich bin, doch ich hatte immer wieder Probleme damit es zu kommunizieren. Und Feld „D“ ist überhaupt eine Herausforderung. Ich glaube jeder kennt das Gefühl, dass bei einem bestimmten Menschen die Chemie nicht stimmt und man aber nicht sagen kann warum. Ich glaube das hat etwas mit unbewussten Schwingungen zu tun. Und ich habe mir angelernt, diesbezüglich auf mein Gefühl zu vertrauen.

30 Jahre lebte ich in Feld „A“ und „C“, unbewusstes wurde verdrängt, und der blinde Fleck, war mir überhaupt nicht bewusst. Als ich das erste Mal von dem Johari-Fenster gehört hatte, wollte ich unbedingt herausfinden, wie mich andere Menschen wahr nehmen. Doch Fragen bringt in diesem Zusammenhang nur bedingt was. Natürlich kam ein wenig Input von Freunden, doch so richtig zufrieden stellend waren die Antworten noch nicht. Doch ein paar Wochen nach dem ersten Kontakt mit dem Johari-Fenster, lernte ich die Human Design Matrix kennen und seitdem habe ich mich ausgiebig damit beschäftigt. Und ich muss sagen, mein blinder Fleck ist für mich kein Problem mehr, genauso wenig wie das unbewusste. Ich habe in den letzten 5 Jahren sehr viel über mich gelernt, und auch darüber wie ich von den Menschen wahr genommen werde. Doch der erste Schritt war in diesem Zusammenhang der wichtigste. Und der erste Schritt war die Akzeptanz, dass zwischen der Selbstwahrnehmung und der Fremdwahrnehmung eine Lücke klafft. Wenn man sich dessen bewusst wird, dann hat man im täglichen miteinander mit anderen Menschen, schon sehr viel gewonnen.

© Libellchen, 2012

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