Konsequenzen

In Schwarz und weiß hab ich darüber geschrieben, dass ich mir das Verhalten von Menschen die mich zurückgewiesen haben, nicht mehr schönreden werde. Und das hab ich auch durchgezogen. Einer Person ist das sicher egal weil sie eh nicht mehr mir spricht, aber mit einer anderen Person bin ich nach wie vor in Kontakt.

Es handelt sich dabei um einen Kollegen und Freund, der sich in den letzten Wochen immer mehr von mir zurückgezogen hat. Als ich versuchte ein Treffen zu vereinbaren um wieder mal ein Gespräch zu führen, hat er mich ohne Angabe von Gründen abblitzen lassen. Und ich habs, nachdem ich es mir von der Seele geschrieben habe, akzeptiert. Doch ich hab mir sein Verhalten nicht schöngeredet und mich in den letzten 2 Wochen entsprechend verhalten.

Ich war freundlich, aber oberflächlich. Ich war nett, aber nicht herzlich. Ich hab mit ihm gesprochen, hab die Gespräche aber auf das notwendigste reduziert. Außenstehenden ist wahrscheinlich gar kein Unterschied aufgefallen, doch er hat es gemerkt. Und er hat versucht mit Humor das Ruder rumzureißen. Er hat die letzte Woche jedes Mal wenn ich ihn gesehen habe, Flaxen gemacht um die angespannte Situation zu entspannen. Ich hab pflichtschuldig gelacht und bin dann einfach weiter gegangen.

Ich war einfach zu verletzt und nicht bereit gute Miene zum Bösen Spiel zu machen. Am Freitag spät am Abend hat er mich schließlich angerufen und gefragt was los sei. Und ich hab mir all das von der Seele geredet was sich in den letzen Wochen aufgestaut hatte. Und er hats nicht wirklich verstanden. Ich müsste es doch besser wissen. Wir seien doch Freunde, und das hatte sich doch nicht geändert, nur weil wir über nichts privates mehr reden, bzw. sowieso fast gar nicht mehr reden. Nun, ich weiß es aber nicht besser. Erst vor kurzem hat sich wieder eine Freundin verabschiedet, mit der Anfang des Jahres noch alles in Ordnung war.

Man kann sich auf nichts verlassen. Das Leben und die Menschen ändern sich. Ständig. Menschen kommen und gehen, und wenn jemand nicht mit mir spricht, kann das nichts zu bedeuten haben, oder aber alles. Nun gut, wir haben geredet und es sollte wieder alles in Ordnung sein. Er versteht natürlich nicht was mit mir los ist. Für ihn hatte sich nichts verändert. Ich habe versucht ihm zu kommunizieren dass ich mich von ihm zurückgewiesen fühle, da wir nicht miteinander geredet haben. Er hat es nicht so gemeint, was ich ihm auch glaube. Nichts desto trotz muss man sich um Freundschaften kümmern. Zumindest sehe ich das so, auch wenn ich da oftmals mit der Meinung alleine dastehe.

Ich bin nicht sehr anspruchsvoll. Um mit mir befreundet zu sein, muss man nur hin und wieder mit mir telefonieren, oder einen Kaffee trinken. Ich muss meine Freunde nicht ständig sehen oder sprechen, aber wenn sie nicht mehr mit mir sprechen, dann bin ich verletzt und unsicher. Und wenn ich unsicher bin, zieh ich mich zurück. Wenn ich das Gefühl habe, dass etwas nicht stimmt, dann hör ich auf über Sachen zu sprechen die mir wichtig sind. Wer mit mir befreundet sein will, muss mir zumindest das Gefühl geben, dass er oder sie sich für mich interessiert. Denn ansonsten verhalte ich mich nicht wie eine Freundin sondern wie eine Bekannte. Und genau dass hat mein Freund und Arbeitskollege zu spüren bekommen. Da er aber angerufen hat, dürfte ihm tatsächlich was an unserer Freundschaft liegen. Und somit kann ich jetzt vergeben und vergessen.

© Libellchen, 2012

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