Wut

Irgendwann kam die Wut. Es war Montag und ich war sowieso schon mies drauf. Und dann hat noch jemand eine 180 Grad Drehung gemacht. Und ich stand da und dachte mir nur – Es reicht. Es gibt diesen Punkt da werd ich sauer. Da will ich dann nix mehr sehen und hören. Lauter kleine Stiche, bis einer zuviel ist. Und als ich schon beschlossen hatte, dass es reicht, kam dann noch was. Ich fuhr nach Hause und fing zu heulen an. Das tu ich immer wenn ich verzweifelt bin, aber auch wenn ich wütend bin. Und so heulte ich weiter, obwohl die Verzweiflung bereits in Wut überging.

Als ich so richtig stocksauer war, versiegten die Tränen. Ich war verzweifelt wegen Menschen die mich gar nicht zu schätzen wissen. Die jahrelang nur genommen haben und sich jetzt von mir abwendeten. Eigentlich sollte ich froh sein dass ich nun meine ganze Kraft wieder für mich habe. Doch ich war nicht froh. Ich war sauer. Ich hatte jahrelang Kraft in Menschen investiert die ich mochte. Doch sie drehten sich einfach um und gingen weg. Alles was ich investiert hatte war umsonst gewesen.

Doch diese Wut half mir aus meinem Tief. Je länger ich darüber nachdachte was ich alles investierte und dass alles umsonst gewesen war, desto wütender wurde ich, aber desto mehr verschwand auch die Traurigkeit. Die Wut hat mich geheilt. Vor allem weil sie sich ausnahmsweise mal nicht gegen mich selbst gerichtet hat. Und ab da gings dann bergauf. Jeden Tag einen kleinen Schritt mehr in die richtige Richtung. Und diese Woche bin ich wieder mal voll ausgebucht. Ich hab jeden Tag was anderes vor und freu mich schon darauf.

Es ist schön dass ich aus meinem Tief herausgefunden habe.

© Libellchen, 2012

2 Kommentare zu “Wut

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